Bestatter & Grabpflege

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Abschiednehmen mit der Familie

Kaffeetafeln, Trauerfeiern und andere Rituale für den letzten Weg sind wieder möglich.
19.06.2021, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Kim Wengoborski
Abschiednehmen mit der Familie

Der Abschied von geliebten Menschen wurde durch Corona sehr erschwert.

Nicolas Armer/dpa

Für die Bestatter in der Region waren die vergangenen Monate in mancherlei Hinsicht anders. Die Auswirkungen der Corona-Beschränkungen haben sich allerdings besonders stark auf den letzten Weg vieler Menschen und auf deren Hinterbliebene ausgewirkt. Trauerfeiern konnten nicht im gewünschten Rahmen stattfinden, und der Abschied war daher manchmal extrem schwer. Auch die räumliche Distanz hat es den Angehörigen nicht leichter gemacht, ihre Trauer zu verarbeiten.

„Wir haben mit vielen Menschen gesprochen, die sich nicht richtig verabschieden und ihre Lieben nicht begleiten konnten“, sagt Frank Lemke, Geschäftsführer des Bestattungshauses Franzke. „Es war eine emotional sehr schwierige Zeit, besonders bei den Menschen, die in Pflegeheimen und Krankenhäusern ihren letzten Weg angetreten haben, und für deren Angehörige“, bedauert Lemke.

Niemand soll allein bleiben

Die letzten Züge des Lebens seien in vielerlei Hinsicht sehr intensiv; Unausgesprochenes komme zur Sprache, manche Gefühle und Gedanken, die lange verdrängt worden sind, werden in Worte gefasst. „All das war im Angesicht der Situation manchmal nicht möglich, darunter haben viele Menschen sehr gelitten“, weiß Lemke.

„Wir haben gemeinsam nach Wegen gesucht, die Trauer auf andere Weise zu verarbeiten“, sagt Jessica Franzke von Bestattungen Jessica Franzke. „Die Rituale, die sonst das Abschiednehmen begleiten, konnten nicht stattfinden.“ Dazu gehört zum Beispiel die Kaffee­tafel nach der Beisetzung, bei der noch einmal wohlwollend über den Verstorbenen gesprochen wird und vielleicht die eine oder andere lustige Anekdote auf den Tisch kommt. Und die dafür sorgt, dass niemand nach der Beisetzung mit seiner Trauer allein bleiben muss. „Wir sind froh, dass jetzt wieder kleinere Feierlichkeiten wie die Kaffeetafel stattfinden können“, fügt Jessica Franzke hinzu.

Gunnar Meierdierks von Bestattungen Meierdierks in Lilienthal und Grasberg stimmt dem zu. „Der Wunsch ist da, aber auch noch eine gewisse Verunsicherung“, sagt er. Je nach Wunsch, ob mit mehreren Menschen oder in einem kleinen Rahmen, findet das Team von Bestattungen Meierdierks Möglichkeiten für einen würdevollen Abschied.

Die Situation hat darüber hinaus dafür gesorgt, dass die Digitalisierung auch bei den Bestattungsunternehmen einen höheren Stellenwert erhalten hat. So überarbeitet Jessica Franzke aktuell ihre Homepage. Von Beispielanzeigen für die lokale Zeitung bis hin zum Grabstein sollen Interessierte dort alles Wichtige rund um die Bestattung erfahren können. Nicht nur Angehörige informieren sich, weiß Jessica Franzke. „Die Vorsorge für den eigenen Sterbefall wird immer wichtiger. Viele Menschen möchten ihre Angelegenheiten und die Beisetzung vor dem Tod geregelt haben.“ Auch der Wunsch nach Feuerbestattung und der letzten Ruhe in Urnengemeinschaftsanlagen sei durch die Pandemie beschleunigt worden, hat Frank Lemke beobachtet. Insgesamt würden alternative Bestattungsformen wie zum Beispiel die Friedwaldbestattung immer beliebter.

Hohe Qualitätsstandards

Darüber hinaus kommt auf die Bestatter des Landkreises in den kommenden Jahren möglicherweise eine größere Veränderung zu. Bisher war es möglich, ohne entsprechende Berufsausbildung ein Bestattungsunternehmen zu eröffnen. Das soll sich in den kommenden vier bis fünf Jahren ändern. „Voraussichtlich wird ein Bestattermeistertitel nötig sein, um sich selbstständig zu machen. Alternativ kann ein Bestattermeister eingestellt werden“, so Meierdierks. Bereits laufende Betriebe würden die Möglichkeit bekommen, den Meistertitel nachzuholen oder, sofern sie schon sehr viele Jahre bestehen, Bestandsschutz erhalten.

„Für die Angehörigen bedeutet das erheblich mehr Qualitätssicherheit“, ist Meierdierks überzeugt, der selbst Bestattermeister und auch in der Ausbildung des Nachwuchses aktiv ist. „Durch Corona ist etlichen Menschen bewusst geworden, dass man es als Bestatter mit vielfältigen Risiken zu tun hat. Um eine gute Ausbildung kommt man nicht umhin.“

Bereits vor der Pandemie sei Gesundheitsschutz in seinem Metier von großer Bedeutung gewesen. „Wir haben es mit vielen Viren oder Bakterien zu tun und müssen ohnehin sehr auf Hygiene sowie unseren eigenen Schutz achten“, so Meierdierks. Daher habe sich in diesem Bereich für ihn und sein Team nur wenig verändert.

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Falkenberger Landstr. 22 28865 Lilienthal

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