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Christuskirche geweiht

Bischof Hans-Jörg Voigt weihte die neue Christuskirche der Zionsgemeinde, die der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche angehört. Der 818 Quadratmeter große Komplex bietet viel Platz für die Gläubigen.
28.08.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Antje Holsten-Körner
Christuskirche geweiht

Der Posaunenchor durfte bei der Kirchenweihe natürlich nicht fehlen.

Antje Holsten-Körner

Fast sechs Jahrzehnte feierte die Zionsgemeinde, die der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) angehört, die Gottesdienste in der Kirche am Sottrumer Kreuzweg. Seit Anfang Juli ist das dortige Gotteshaus Geschichte, denn Bischof Hans-Jörg Voigt weihte die neue Christuskirche, die in der Marconistraße im Gewerbegebiet Sottrum-West nach knapp eineinhalb Jahren Bauzeit fertiggestellt worden war.

Durch die ständig wachsende Anzahl der Gemeindeglieder war bereits 1983 klar, dass die Räumlichkeiten im Kreuzweg nicht mehr ausreichen. Durch die Corona-­Pandemie zeigte sich der Bedarf noch deutlicher. „Um die Abstände einhalten zu können, gab es in der Kirche am Kreuzweg jedes Wochenende vier Gottesdienste und somit auch eine Vierteilung des Posaunenchors“, erläutert Kirchenvorsteher Christoph Schmidt-Dahl. Er sagt, dass der Kirchenneubau, für den am 7. April 2020 der Grundstein gelegt wurde, für viele Gemeindeglieder ein Lichtblick in der kontaktarmen Zeit gewesen sei. Entstanden ist nun ein 818 Quadratmeter großer Gebäudekomplex, der mit modernster Technik wie einer emissionsfreien Sole-Wärmepumpe ausgestattet ist.

Einen Platz in der Kirche fand natürlich auch einiges, das zuvor im Gotteshaus am Kreuzweg gestanden hatte. „Nach der Entwidmung haben wir die sakralen Gegenstände wie das Abendmahlgeschirr und die Taufschale feierlich aus der alten Kirche herausgetragen“, sagt der Kirchenvorsteher. Schon zuvor waren das Kruzifix und die Evangelisten-Figuren in die Marconistraße umgezogen.

Eine eigene Geschichte hat auch die Orgel der Christuskirche. „So traurig es ist, dass die SELK-Gemeinde in Suhlendorf-Nestau ihre St.-Jakobi-Kirche aufgegeben hat, so ist es doch für uns eine Freude, dass wir die dortige Böttner-­Orgel übernehmen konnten“, sagt Schmidt-Dahl. Diese Orgel hat einen besonderen Bezug zu Johannes Rehr, der bis zu seiner Pensionierung in diesem Frühjahr Pastor der Zionsgemeinde war: 1997 hatte er nämlich in Nestau die Weihe übernommen.

Die Christuskirche bietet mit 150 Sitzplätzen im Kirchenschiff und weiteren 50 auf der Empore rund 50 Prozent mehr Platz, als im Kreuzweg zur Verfügung stand. Durch den deutlichen Gewinn konnte bei der Kirchenweihe erstmals seit Beginn der Pandemie der Posaunenchor vollzählig auftreten, der jetzt wieder regelmäßig in großer Runde proben kann. Zudem genügen inzwischen zwei Gottesdienste am Wochenende für alle Gemeindemitglieder.

„Es ist ein Wunder, dass wir – trotz Preissteigerungen und nicht verfügbarer Baustoffe – den Kostenrahmen von rund 1,2 Millionen Euro fast eingehalten haben“, erläutert Schmidt-Dahl, der auch dem Bauausschuss angehört. Zu verdanken sei der nahezu eingehaltene Plan auch vielen Gemeindemitgliedern, deren Eigenleistung sich auf mehr als 2000 Stunden summiert. Zu ihnen zählt Friedrich Müller, der durch Corona sein Engagement als Hornist bei den Bremer Philharmonikern ruhen lassen musste und viel seiner dadurch gewonnenen Freizeit auf der Baustelle verbrachte. „Bevor die Kirche ihr Dach bekam, hat er mit dem Alphorn sogar ein kleines Konzert für die Bauarbeiter gegeben“, lobt Schmidt-Dahl das Engagement des Berufsmusikers. Neben der hohen Eigenleistung trug auch die große Spendenbereitschaft zur guten Finanzbilanz bei. „Die Resonanz auf unseren Spendenaufruf war überwältigend“, sagt der 28-Jährige. Auch die gute Zusammenarbeit mit den Handwerkern hebt er hervor.

Damit sich interessierte Bürger ein Bild von der neuen Christuskirche machen können, gibt es am Sonntag, 12. September, einen Tag der offenen Tür.

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