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Helfer in schweren Stunden Zu Lebzeiten alles regeln

Ein Bestattung ist für die Angehörigen ein herausfordernder Ausnahmezustand
06.11.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Angie Harms

Ein Bestattung ist für die Angehörigen ein herausfordernder Ausnahmezustand. Auch wenn Kummer und Schmerz groß sind, müssen Vorbereitungen für Beisetzung und Trauerfeier getroffen werden. Außerdem entstehen finanzielle Belastungen. Wer zu Lebzeiten für die eigene Beerdigung finanziell vorsorgt und seine Wünsche festhält, macht es seinen Angehörigen leichter.

In Deutschland haben viele Familien nicht genug Geld, um die Bestattung ihrer verstorbenen
Angehörigen zu finanzieren, teilt die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG mit. Laut Statistischem Bundesamt erhielten 2018 rund 19.200 Personen Geld für eine Bestattung von den Sozialämtern. Wer Unterstützung benötigt, muss sich zuvor einer umfangreichen Einkommens- und Vermögensprüfung unterziehen und beim zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Übernahme der Bestattungskosten stellen.

Übernommen werden laut Sozialgesetzbuch die Kosten „für eine ortsübliche und einfache, der Würde des Verstorbenen entsprechende Bestattung“. In welcher Höhe die Kommunen tatsächlich die Kosten übernehmen und vor allen Dingen, welche Bestattungsleistungen übernommen werden, ist nicht festgelegt. Hier gibt es
erhebliche Unterschiede.

Bis Ende 2003 hat die gesetzliche Krankenkasse (GKV) beim Tod eines Versicherten ein Sterbegeld an die Hinterbliebenen ausgezahlt. Seit 2004 erhalten die Angehörigen beim Tod eines geliebten Menschen keine finanzielle Unterstützung mehr von der Krankenkasse. Auch das Sterbegeld für Beihilfeberechtigte wurde gekürzt und kommunale Gebühren steigen.

Eine Bestattungsvorsorge noch zu Lebzeiten zu treffen, ist eine Möglichkeit, seine Angehörigen in der späteren Trauersituation zu entlasten. Sie bleiben nicht auf den Kosten sitzen – auch nicht für eine spätere Grabpflege – und der Gang zum Sozialamt wird ihnen erspart.

Außerdem verläuft alles nach den eigenen Vorstellungen ab, auch wenn es niemanden mehr im Familien- oder Freundeskreis gibt, der eine Beisetzung gut und verlässlich organisieren kann. Denn die eigenen Wünsche an die Beerdigung werden vorher festgelegt. Dazu schließen die Vorsorgenden mit einem selbst ausgewählten Bestatter einen Vertrag ab, in dem sämtliche Wünsche festgeschrieben werden können. Dazu gehören ein ausführliches Beratungsgespräch und ein aussagekräftiges, unverbindliches Angebot für die Bestattungsleistungen. Der Betrag wird dann bereits zu Lebzeiten beglichen, wodurch eine finanzielle Absicherung geschaffen wird.

Für die Vorsorge gibt es zwei Möglichkeiten: zum Einen die Sterbegeldversicherung, bei der
zu Lebzeiten üblicherweise jeden Monat ein kleiner Betrag eingezahlt wird, zum anderen einen
Treuhandvertrag mit der Deutschen Bestattungsvorsorge Treuhand AG. Die Treuhandeinlage ist keine Versicherung, sondern eine Form der Geldanlage. Damit steht im Leistungsfall das eingezahlte Geld direkt und ohne Wartezeit zur
Verfügung. Eingezahlt wird die Treuhandeinlage als Einmal- oder Teilzahlung.

Die Deutsche Bestattungsvorsorge Treuhand AG, die vom Bundesverband Deutsche Bestatter e.V. und dem Kuratorium Deutsche Bestattungskultur GmbH zur Absicherung der Gelder gegründet worden ist, legt diese mündel-
sicher an. Da das Kapital einem besonderen Zweck gewidmet ist, steht es noch unter einem weiteren Schutz: Dritten und auch dem Sozialamt ist der Zugriff auf die eingezahlten Gelder verwehrt. Der Vorsorgende selbst jedoch kann den Vorsorgevertrag kündigen und erhält das Geld zurück.

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