Überseestadt

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Kaffeeduft weht durch den Holzhafen

Das Lloyd Rösterei-Café in der Überseestadt hat die Pandemiezeit genutzt und lockt mit umgestalteten Innenräumen. Die Qualität der Kaffeespezialitäten bleibt wie gewohnt hoch.
30.05.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Kristina Bumb
Kaffeeduft weht durch den Holzhafen

Die Terrasse bietet Sitzplätze mit viel ursprünglichem Hafenflair. Der Blick geht auf bunte Container, Ladekräne und Co.

Kristina Bumb

Bremen und Kaffee, das gehört zusammen. Die private Rösterei Lloyd Caffee ist mit ihrem Bekanntheitsgrad inzwischen eine kleine Bremensie. Das einprägsame Logo von Lloyd Caffee mit Kapitän und Amerika-Dampfschiff hat wohl jeder schon einmal auf den Kaffeeverpackungen gesehen.

Die pandemiebedingten Einschränkungen hat der Betrieb dazu genutzt, das zugehörige Café im alten Kaffee-Hag-Gebäude am Fabrikenufer umzugestalten. Schon von Weitem ist der gelb leuchtende Turm der alten Kaffee-Hag-Fabrik zu sehen. Mit seinem märchenhaften Ziegeldach ragt er über die umliegenden Hafengebäude und wird für Spaziergänger und Autofahrer, die sich zu Lloyd Caffee aufmachen, zu einem Wegweiser. Der Weg mutet wie eine kleine Zeitreise an: Auf der einen Seite blickt man auf die Kaffee-Hag-Fabrik des Bremer Kaffeebarons Ludwig Roselius, auf der anderen Seite kann man historische Backsteingebäude bestaunen, in denen einmal die Kaba-Herstellung untergebracht war. Das Fabrikenufer am Holzhafen empfängt den Besucher dann mit jeder Menge ursprünglichem Hafenflair, hohen Kränen, bunten Containern und Kaffeeduft.

Über ein paar Treppenstufen geht es in das Kaffee-Hag-Gebäude, in dem sich das Lloyd Rösterei-Café befindet. „Seit wir hier ansässig sind, sind wir zu einem Ausflugsziel geworden“, sagt Christian Ritschel, der die Traditionsrösterei mit ihren rund 25 Mitarbeitern leitet. „Auch während der Corona-Krise kamen die Gäste zu uns, um das Flair zu erleben und einen richtig guten Kaffee, Espresso oder Cappuccino zu genießen. Sie sind einfach mit einem Coffee-to-go in der Hand durch die historische Überseestadt spaziert“, sagt der Röstmeister. Während der pandemiebedingten Schließung der Caféräume hat Ritschel diese umgestalten und die Röstmaschine versetzen lassen. „Nun kann man noch gemütlicher kaffeesieren“, freut er sich.

Ob klassisch aufgebrühter Kaffee, Latte macchiato, abgepackte Espressobohnen zum Selbermahlen, hochwertige italienische Kaffeemaschinen für zu Hause oder Leckereien vom frischen Cookie bis zur süßen Geschenkidee – der Ladenverkauf im Café hält alles bereit, was ein Kaffeegourmet sich wünschen kann. „Wir beziehen unsere Rohware meist von kleinen Familienplantagen aus Südamerika, Afrika sowie Indonesien. Diese Bauern haben sich der Nachhaltigkeit verpflichtet. Sie halten soziale und Umweltstandards ein“, erklärt Ritschel und ergänzt: „Das Besondere unserer Kaffeesorten ist außerdem das schonende, traditionelle Röstverfahren, das bei niedrigen Temperaturen, mit viel Zeit und großem Können erfolgt.“

Die Kaffeerösterei besteht schon seit 1930 in der Hansestadt. Damit ist sie der älteste, noch traditionell röstende Betrieb in Bremen. 2009 bot sich die Möglichkeit, in das alte Kaffee-Hag-Werk am Fabriken­ufer umzuziehen. „Ich habe damals den Marmorsaal besichtigt, in dem die Direktoren von Kaffee Hag zu Mittag speisten. Da dachte ich: Durch dieses Haus muss einfach wieder Kaffeeduft ziehen“, sagt er. Der Besuch des Gebäudes ist mittlerweile ein Highlight der Kaffeeseminare, die vor Corona mehrmals im Monat Kaffeeseminare stattfanden. Ritschel hofft, dass er sie bald wieder wie gewohnt ausrichten kann. Während der kurzweiligen Veranstaltung erfahren die Teilnehmer Wissenswertes über den Weg der Bohne aus den lateinamerikanischen Anbaugebieten bis in die Tasse. Außerdem besichtigen sie den prachtvollen Marmorsaal, dessen historische Inneneinrichtung von der guten alten Zeit erzählt, als Bremen und Kaffee in einem Atemzug genannt wurden.

Das Lloyd Rösterei-Café mit Ladenverkauf am Fabrikenufer 115 hat an Werktagen von 8.30 bis 17.30 Uhr und an Wochenenden von 11 bis 17.30 Uhr geöffnet. Weitere Infos und einen Onlineshop gibt es unter www.lloyd-caffee.de.

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