Garten im Herbst

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Pflegeleichte Überlebenskünstler

Prärie- und Bergpflanzen wachsen in rauen Umgebungen und widerstehen sogar dem wachsenden Einfluss des Klimawandels. Auch heimische Gärten können sie aufwerten, wenn ein paar Dinge beachtet werden.
26.09.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von bgl

Klima, Licht, Wasser, Boden – bei der Bepflanzung des eigenen Gartens gibt es viel zu beachten. Denn nur, wenn die Standortverhältnisse stimmen, kann sich das Grün optimal entwickeln und farbenprächtig blühen. „Viele Gartenbesitzer beachten bereits gewissenhaft die Lichtverhältnisse in ihren Beeten und entscheiden sich gezielt für Gewächse, die es entweder sonnig, halbschattig oder doch eher schattig mögen“, hebt Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hervor. „Weniger sensibel gehen viele aber in Bezug auf den Boden vor, dabei spielt auch er eine wesentliche Rolle.“

Ob nun tonig, lehmig oder doch eher sandig – die Struktur und die Nährstoffe in der Erde entscheiden darüber, welche Pflanzen sich für den Standort empfehlen. Hier ist entsprechendes Fachwissen gefragt, weshalb man sich am besten mit einem Landschaftsgärtner oder einer Landschaftsgärtnerin berät. Diese treffen dann in Abstimmung mit den Gartenbesitzern eine Auswahl an Pflanzen, die an ihrem natürlichen Standort eine ähnliche Bodenbeschaffenheit vorfinden. Bei sehr trockenen, sandigen Böden empfehlen die Profis Prärie- und Bergpflanzen.

Präriestauden sorgen für Farbe, vor allem im Sommer und Herbst stehen sie in voller Blütenpracht. Sie kommen von Natur aus mit Wetterextremen zurecht und bewähren sich daher auch hierzulande als besonders pflegearme Gartenpflanzen. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel nehmen sie in den Gärten eine immer größere Rolle ein – Hitze und Dürre sind für sie beispielsweise kein Problem. Selbst im Hochsommer müssen sie nicht gewässert werden, höchstens während extremer Hitzeperioden. Attraktive Präriestauden sind beispielsweise Fetthenne (Sedum), Indianernessel (Monarda fistulosa) oder Sonnenbraut (Helenium).

Bergpflanzen stammen aus Hochgebirgen und werden oft auch als alpin bezeichnet. Sie sind an besonders raue Bedingungen und karge, steinige Böden gewöhnt. Da viele sich sogar oberhalb der Baumgrenze ansiedeln, sind auch in gärtnerisch angelegten Berggärten in der Regel keine großen Gehölze zu finden. Stattdessen bestimmen eher kompakte, niedrige Gewächse wie alpine Stauden und Sukkulenten das Bild. Damit sich diese auf dem eigenen Grundstück wohlfühlen, bedarf es eines Steingartens. „Hier sind natürlich nicht die Schotterwüsten gemeint, die häufig in Neubaugebieten vor den Häusern zu sehen sind, sondern es geht um die naturnahe Nachahmung einer Gebirgslandschaft“, betont Henze. „Darin gibt es zwar Steine in verschiedenen Größen und Formen, die Hauptrolle spielen aber alpine Pflanzen, die dort gut gedeihen.“

Auch Alpenpflanzen sind äußerst anspruchslos und brauchen nur wenig Pflege. Von Dünger oder regelmäßigem Gießen raten Landschaftsgärtner ab. Lediglich nach dem Einsetzen in den Boden und bei langer Trockenheit sollten sie etwas Wasser bekommen. Schön für einen alpinen Garten sind beispielsweise Blaukissen (Aubrieta), Schleifenblume (Iberis), Polster-Phlox (Phlox subulata) oder Hauswurz (Sempervivum).

Ein Hinweis am Schluss: Natürlich ist es auch möglich, andersherum an die Bepflanzung des Gartens heranzugehen, also anstatt die Gewächse an den Boden anzupassen, den Boden für die gewünschten Gewächse zu verbessern. LandschaftsgärtnerInnen können mageren Böden beispielsweise Humus beifügen, um sie nährstoffreicher zu machen. So wird die Auswahl der in Frage kommenden Pflanzen vergrößert und zum Beispiel ermöglicht, dass sich die eher anspruchsvolle Lieblingspflanze der GartenbesitzerInnen vor Ort wohlfühlt.

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