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Für fast alles ist ein Kraut gewachsen

Die Gartenexpertin und Autorin Melanie Öhlenbach zeigt, welche schmackhaften Kräuter auch auf kleinen Balkonen gedeihen.
22.07.2021, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Anke Velten
Für fast alles ist ein Kraut gewachsen

Melanie Öhlenbach weiß, wie auch kleine Balkone üppige Ernten abwerfen.

Roland Scheitz

Es gibt kein besseres Rezept für das Wohlbefinden, als sich mit Natur zu umgeben. Vor allem, wenn sie gleichzeitig hübsch aussieht, betörend duftet, schmeckt und gut tut wie die vielen Vertreter dieser besonderen Familie: Kräuter sind eine Wohltat für Körper und Seele. Für wohl jeden Standort und Geschmack ist das richtige Kraut gewachsen. Wir wollten von der Bremer Gartenexpertin Melanie Öhlenbach wissen, welches ihre persönlichen Favoriten sind. Die Auswahl fiel schwer. Doch hier sind ihre Must-haves und Geheimtipps für den Kräutergarten.

Lavendel: „Es gibt nichts Schöneres, als nach einem stressigen Tag die Nase in den Lavendel zu halten“, sagt Öhlenbach. Damit der Halbstrauch seine betörenden ätherischen Öle entfalten kann, braucht er einen möglichst sonnigen Platz. Wer ihm kurz vor dem Verblühen die erste Blüte schneidet, hat Chancen auf einen zweiten Flor im Herbst. Tipp: Die Blüten aromatisieren nicht nur Tee, sondern verleihen auch Butterplätzchen eine interessante Note.

Minze: Seit Jahrhunderten findet die Minze als Heilpflanze Anwendung. Im Sommer ist das pflegeleichte Kraut vielseitig einsetzbar: Die Blätter geben Getränken, Salaten und Joghurt einen Frischekick. Die Sortenvielfalt ist groß: Neben Pfefferminze, Mojito-Minze und marokkanischer Teeminze gibt es auch Varianten, deren Aroma an Schoko, Orange und Erdbeeren erinnert. Im Halbschatten im Kübel angebaut, muss man sich keine Gedanken machen, dass sich die mehrjährige Pflanze unkontrolliert ausbreitet.

Zitronenmelisse: Zu den unkomplizierten Gartenbewohnern zählt die Zitronenmelisse. Wo sie sich wohlfühlt, breitet sie sich aus und belohnt den Gärtner ausdauernd mit zitronigem Duft und zahllosen winzigen weißen Blüten, die auf Bienen und andere Insekten unwiderstehlich wirken. In der Küche verleiht sie Getränken, Salaten und Joghurts ihre Frische.

Kapuzinerkresse: Mit ihren Blüten in Sonnenfarben ist die Kapuzinerkresse eine Augenweide in jedem Sommergarten. Doch sie hat es auch in sich: Ihre Blätter und Blüten verleihen Kräuterbutter, Dips und Salaten eine pfeffrig-scharfe Note. An sonnigen bis halbschattigen Standorten bedecken rankende Sorten ungeschützten Boden im Beet und schmücken Kübel und Balkonkasten bis zum ersten Frost.

Schnittknoblauch: Schnittknoblauch, auch Knolau genannt, ist pflegeleicht, robust und ertragreich. Man kann ihn wie Schnittlauch verwenden – für Kräuterquark, Salat, Rührei und Omelette. Seine flachen Blätter haben ein angenehmes Knoblauch-Aroma. Wer einige Pflanzen stehen lässt, wird ab Juli mit weißen, sternförmigen Blüten belohnt, auf die auch Insekten fliegen. Selbst im Gefäß ist er, sonnig bis halbschattig gestellt, äußerst ausdauernd. „In meinem Balkongarten gehört er zu den ersten Gewächsen, die nach dem Winter aus der Erde schauen – und das schon seit vielen Jahren“, so Öhlenbach.

Vogelmiere: In vielen Gärten und Kübeln ist die Vogelmiere ein ungebetener Gast. Die Balkongärtnerin sieht das anders: „Ich freue mich über das frische Grün.“ Vogelmiere schmeckt nach jungem Zuckermais und bietet so gerade in der eher kargen Winterzeit noch mal eine Zutat für Salat und Aufstrich. Extra aussäen muss man Vogelmiere nicht. Bei idealen Bedingungen siedelt sie sich schnell von allein an und erobert Kübel, Balkonkasten und Beet im Nu.

Für die persönliche grüne Wohlfühl-Oase ist Platz in der sprichwörtlich kleinsten Hütte. Öhlenbach macht‘s vor: Auf ihrem Findorffer sechs-Quadratmeter-Balkon wachsen und gedeihen rund 50 verschiedene Sorten an Gemüse, Beeren, Kräutern, Blumen und Wildpflanzen. Die Bremer Autorin und Dozentin teilt ihren umfangreichen Wissensschatz in ihrem Blog (www.kistengruen.de) und im Radio („Grüner wird‘s nicht“, freitags 11 Uhr, „Bremen Eins“). In ihren mittlerweile drei Büchern und zwei Video-Vorträgen können Anfänger Lust aufs Gärtnern bekommen und Erfahrene noch viel dazu lernen.

In Zusammenarbeit mit dem Franckh-Kosmos-Verlag verlosen wir fünf Exemplare von Melanie Öhlenbachs neuem Buch „Coole Ernte“ (Stückpreis 16 Euro). Wer sich für Balkongärtnern im Winter interessiert, schreibt eine E-Mail unter dem Stichwort „Coole Ernte“ an sonderthemenredaktion@weser-kurier.de. Unter allen Teilnehmern ermitteln wir per Losverfahren die Gewinner, die schriftlich benachrichtigt werden. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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