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Thema DIe richtige Gartenpflege im Herbst

Hecken, Pflanzung im Herbst und herabfallendes Laub - welche Themen rund um den Garten im Herbst beschätigen die Bremer und wie sieht die richtige Gartenpflege aus?
22.09.2022, 00:00
Lesedauer: 7 Min
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Von Annika Häfermann
Inhaltsverzeichnis

Hecke ist nicht gleich Hecke

Hecken bieten Sichtschutz, dämpfen Lärm, strukturieren das Grundstück oder geben tierischen Gartenbewohnern ein Zuhause. Wer erstmals das Anpflanzen einer
Hecke plant, ist von den unterschiedlichen Aspekten, die es zu berücksichtigen gilt, möglicherweise überrascht: Mischhecken, Formschnitt, freiwachsend, wintergrün, Pflanz- oder Grenzabstand sind nur einige der Schlagworte, die zukünftigen Heckenbesitzern über den Weg laufen. Aber gerade Heckenneulinge sollten sich von der großen Auswahl nicht verunsichern lassen und stattdessen zunächst nur auf die Kernfaktoren konzentrieren: Standort, Platz und Wuchs.

Für eine optimale Vorbereitung lohnt sich stets eine Fachberatung. Gerade aufgrund der vielseitigen Möglichkeiten von immergrünen Formhecken über ganzjährig blühende Blütenhecken bis hin zu duftintensiven Misch- oder Vogelschutzhecken braucht es eine kompetente Unterstützung bei der Pflanzenwahl. Wer dabei nach den falschen Kriterien geht und sich zum Beispiel nur von ansprechender Optik oder angenehmer Duftnote inspirieren lässt, könnte statt einer erfolgreichen Heckenpremiere eher ein Trauerspiel erleben.

Genau wie bei jeder anderen Pflanzenwahl sind zunächst Bodenfeuchte und -beschaffenheit sowie Sonneneinstrahlung zu klären. Auch die Platzfrage darf nicht unterschätzt werden. Wer also eher auf kleinem Raum plant, sollte sich an schmal wachsenden Hecken orientieren.

Höhe und Breite der Hecken bestimmen nicht nur das Erscheinungsbild. In Kombination mit der Wachstumsdauer sind sie auch entscheidend für den Aufwand an Schnittarbeiten. Schnell wachsende Hecken bieten zeitnah einen guten Sichtschutz, brauchen jedoch öfter einen Formschnitt als langsam wachsende Hecken. Übrigens: Um den Lichteinfall optimal zu nutzen, sollten Hecken am Boden etwas breiter sein als an der Krone. Möglich ist auch ein senkrechter Schnitt. Die unteren Äste können dann allerdings das Licht nicht optimal nutzen.

Darüber hinaus gibt es weitere Aspekte bei der Heckenwahl, die ebenfalls Auswirkungen auf den Arbeitsumfang haben können. Seit einigen Jahren kommen in Privatgärten immer mehr Hecken zum Einsatz, die zusätzlich zum Sicht- oder Windschutz einen weiteren Nutzen bieten. Besonders beliebt sind etwa Insekten- oder Vogelschutzhecken, die durch Blüten und Früchte eine gute Nahrungsquelle für Insekten und diverse Vogelarten sind. Durch ihren breiten Wuchs können diese Hecken zudem von Vögeln als Schutz- und Nistraum genutzt werden. Aufgrund dieser Zusatznutzen wird zum Beispiel die Kornelkirsche eine immer populärer werdende Alternative zu immergrünen Nadelhecken. Als Terrassenabgrenzungen ist sie jedoch eventuell nicht geeignet, da ihre saftigen Früchte auf Terrassen- und Gehwegplatten für störende Flecken sorgen können. Allerdings sind diese nicht nur eine Nahrungsquelle für Tiere, sondern auch für Menschen genießbar, beispielsweise in Form von Marmeladen oder Gelees.

Pflanzung im Herbst

„Für die Anpflanzung von Hecken eignen sich grundsätzlich Herbst und Frühjahr, wobei die Pflanzen bei einer Herbstpflanzung noch vor der Winterpause einwurzeln und im Frühjahr gleich ins Wachstum gehen können“, erläutert Dr. Regina Fischer vom Industrieverband Agrar. Wichtig ist auch der Abstand zwischen den Pflanzen: „Stehen die Pflanzen zu eng nebeneinander, können die Hecken später im Inneren braun und kahl werden. Dann fehlt es an Licht, Nährstoffen, Wasser und natürlich Platz.“

Für die Berechnung des benötigten Platzes empfiehlt sie folgende Faustformel: „Auf einen laufenden Meter werden fünf bis sieben Pflanzen gesetzt, wenn eine Wuchshöhe von 30 Zentimetern angestrebt wird. Bei einer Wuchshöhe von mehr als 120 Zentimetern sind es nur noch zwei oder drei.“ Konkret hänge der Pflanzabstand jedoch stets von der gewählten Pflanzenart ab.

Sträucher richtig umpflanzen

Leidenschaftliche Hobbygärtner sprudeln nur so vor Ideen für die Gestaltung ihrer grünen Oase. Da kann es vorkommen, dass man mit der Anlage des Gartens nicht mehr ganz zufrieden ist oder eine neue Freifläche bepflanzen möchte. Oftmals bietet das Versetzen von Sträuchern und Gehölzen eine Möglichkeit, die eigenen Gartenwünsche besser zu verwirklichen. Wenn diese nicht zu alt und eingewachsen sind, lassen sie sich in der Regel gut umpflanzen. Es empfiehlt sich jedoch, dabei ein paar Grundregeln zu beachten.

So ist guter Zeitpunkt, um die Umpflanzung vorzunehmen, der Herbst. Nach dem Abfall des Laubs sind die Säfte im Wurzelbereich konzentriert, über den Winter kann sich die Pflanze am neuen Standort ak­klimatisieren. Doch auch bis in das zeitige Frühjahr hinein ist das Umsetzen möglich, wenn der Boden frostfrei ist. Bei größeren Büschen und Gehölzen kann es nicht gelingen, alle Wurzeln auszugraben. Besonders die feinen Fadenwurzeln werden dabei gekappt. Unterstützen lässt sich die Neubildung des Wurzelwerks mit vitalisierenden Stärkungsmitteln. Sie helfen der Pflanze, schneller am neuen Standort einzuwurzeln, und regen das Feinwachstum der Wurzeln an. Enthalten sind darin neben Aminosäuren zum Beispiel auch Mineralstoffe, Spurenelemente, Amide, Kohlen­hydrate und Vitamine, welche die Pflanze kräftigen, mit wichtigen Nährstoffen versorgen und das Bodenleben verbessern.

Vor dem Umpflanzen sollten Sträucher und Gehölze zurückgeschnitten werden. Zum einen erleichtert dies das Ausgraben, andererseits gleicht man so das Verhältnis der Verdunstungsfläche des Laubs zur Wurzelmasse an. Beim Einsatz einer vitalisierenden Pflanzenkur genügt ein weniger starker Rückschnitt, da die Wurzelverluste schneller ausgeglichen werden und der Austrieb schlafender Knospen angeregt wird.

An dem geplanten neuen Standort sollte das Pflanzloch etwa in der doppelten Größe des Wurzelballens ausgehoben werden. Eine Anreicherung mit abgelagertem Kompost und hochwertiger Pflanzenerde schafft gute Voraussetzungen für das Anwachsen. Beim Einschlämmen kann das pflanzenstärkende Gießmittel bereits in verdünnter Form beigegeben werden. Nach dem Einsetzen wird es, ebenfalls verdünnt, über das Gießwasser dem Boden zugeführt. Ein Gießring rund um die Pflanze sorgt dafür, dass Wasser und vitalisierendes Mittel gut einsickern, den Wurzelraum durchdringen und ohne größere Verluste zu den Wurzeln gelangen können.

Weitere Informationen gibt es unter www.waldleben.eu.

Rasen winterfest machen

Vergnügte Grillabende oder wildes Herumtollen der Kinder: Der Rasen hat in den vergangenen Monaten einiges mitgemacht. Wenn sich der Sommer dem Ende nähert, hat der grüne Teppich daher einige Pflegeeinheiten verdient. Damit überstehen die Gräser die kalte Jahreszeit besser und gesünder.

Herabfallende Blätter und andere Spuren des Herbstes sind nicht nur optisch für zahlreiche Gartenbesitzer ein Ärgernis. „Laub und abgebrochene Äste nehmen dem Rasen buchstäblich die Luft zum Atmen“, erläutert Gartenexperte Jens Gärtner von der Firma Stihl. „Wenn Sauerstoff nicht ausreichend zirkulieren kann, werden die Gräser anfällig für Schädlinge und Pilzkrankheiten.“ Bis alle Bäume kahl sind, sollten Gartenbesitzer deshalb regelmäßig das Laub vom Rasen entfernen – ganz einfach geht das mit dem Rasenmäher. Gärtner empfiehlt: „Den Mäher auf die höchste Schnittstufe einstellen und den Fangkorb nutzen. So ist die Fläche schnell wieder sauber und das Laub gleich so fein geschnitten, dass es in den Kompost kann. Am besten vorher nicht mehr auf dem Rasen herumlaufen, denn dadurch werden die Halme heruntergedrückt und können nicht mehr sauber gemäht werden.“ Ebenfalls geeignet sind akkubetriebene Laubbläser. Ein Tipp des Gartenexperten: „Ein zusammengeblasener Laubhaufen in einer stillen Gartenecke eignet sich hervorragend als Winterquartier für Igel und andere Kleintiere.“

Der Herbst bietet auch die Gelegenheit, dem Grün nötige Nährstoffe für die Wintersaison zu spendieren: Spezielle Herbstdünger mit kaliumreicher Rezeptur machen die Gräser widerstandsfähiger gegen Schnee und Frost. Wenn das Wetter es zulässt, sollte der Rasen auch im Oktober und November kontinuierlich gemäht werden. Denn zu lange Halme verursachen ähnliche Probleme wie liegen­gelassenes Laub: Flechten und Moose können sich optimal ausbreiten. Das letzte Mal mähen vor der Winterruhe sollten Gartenbesitzer erst dann, wenn das Gras sein Wachstum einstellt – meist mit dem ersten Frost. Optimal ist dabei eine Schnitthöhe von maximal fünf Zentimetern, da sonst
die Schneedecke im Winter die Gräser zu sehr eindrücken und abknicken kann.

Im Anschluss wird auch der Rasenmäher winterfit gemacht: Zuerst das Gerät rundum säubern und dann das Rasenmähermesser prüfen. Ist es stumpf, kann man es durch einen Fachhändler nachschärfen oder austauschen lassen. Bei Benzinmähern empfiehlt es sich, den Tank zu entleeren, für Akku-Mäher gilt: Den Akku aus dem Gerät nehmen und frostsicher einlagern.

Weitere Informationen, nützliche Tipps für die saisonale Rasenpflege sowie
Adressen von Fachhändlern in der Nähe gibt es unter www.stihl.de

Auf in die kommende Saison

Alte Hasen unter den Hobbygärtnern wissen es längst: Die Gartenvorbereitungen für den Frühling beginnen bereits jetzt. Denn Tulpen, Narzissen, Hyazinthen und andere Frühblüher müssen vor dem ersten Frost im
Boden sein. Die Blumenzwiebeln brauchen diesen und weitere Kälteschocks im Herbst und Winter für die Wurzelentwicklung – und das anschließend warme Frühlingsgefühl als Weckruf, um auszutreiben.

iBulb, ein Zusammenschluss von Betrieben der Zwiebelblumenbranche, rät dazu, die Zwiebeln so schnell wie möglich nach dem Kauf in die Erde zu bringen. Wer das nicht sofort schafft, sollte sie kühl und trocken bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad lagern, zum Beispiel im Keller oder einem Abstellraum.

Die Pflanztiefe hängt von der Größe der Blumenzwiebel ab, so die Profis. Kleinere Zwiebeln kommen sieben bis zehn Zentimeter tief in den Boden. Exemplare mit einem großen Durchmesser ab fünf Zentimetern üblicherweise 15 Zentimeter tief. Ein wenig untergehobener Sand macht den Gartenboden übrigens wasserdurchlässiger – ein Vorteil, damit die Blumenzwiebeln nicht in Staunässe stehen und faulen. Die Erde sollte ohne Druck von oben in das Pflanzloch gefüllt werden.

Wer sich unsicher ist, wie herum die Zwiebeln in die Erde müssen: mit der Spitze nach oben. Aber es stört die Pflanzen allerdings auch nicht, verkehrt herum zu liegen: Laut den Blumenzwiebelzüchtern und -händlern wachsen die keimenden Triebe so oder so nach oben.

Salate im Beet

Es gibt auch im Herbst noch Nachschub für das Gemüsebeet. Beim Abernten und Entfernen von Sommergemüsepflanzen wie Gurke, Zucchini oder Tomate einfach die Lücken mit Pflücksalat, Endivien oder Bataviasalat belegen. China­kohl, Zuckerhut und Spinat eignen sich ebenfalls für die späte Pflanzung. Bleiben die Temperaturen lange warm und gibt es Niederschläge, können die Salate teilweise noch große Köpfe bilden. China­kohl und Zuckerhut wachsen sogar oft noch im November.

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