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Genussvoll leben: Grünkohl Saisonstart für die „Oldenburger Palme“

Der Winter ist die traditionelle Zeit für ausgiebige Boßeltouren mit anschließendem Grünkohl- essen in gemütlicher Runde auf dem Land.
15.11.2021, 00:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Angie Harms

Der Winter ist die traditionelle Zeit für ausgiebige Boßeltouren mit anschließendem Grünkohl-
essen in gemütlicher Runde auf dem Land. Dieses Jahr fällt das gemeinschaftliche Klootschießen, wie es in einigen Regionen auch genannt wird, aufgrund der Corona-Bestimmungen zwar aus, nach einem Spaziergang bei kaltem Winterwetter schmeckt ein deftiges Grünkohlgericht mit Kasseler und Pinkel jedoch auch im kleinen Kreis. Vor allem tut man seinem Körper mit dem vitaminreichen Kohl etwas Gutes und stärkt die Abwehrkräfte, wie der Landesbauernverband Landvolk Niedersachsen erklärt.

Seit September und bis weit in die Wintermonate Januar und Februar hinein wird die schnellwüchsige Blattkohlart geerntet. Offiziell wurde mit dem Motto „Hallo Grünkohl“ auf dem Marktplatz in Oldenburg, am ersten Novembersonntag die Saison eröffnet. Nachdem vergangenes Jahr aufgrund der Corona-Pandemie das Eröffnungsfest ausfallen musste, fand nun ein abgespecktes Programm mit einigen Ständen sowie Essens- und Trink-
möglichkeiten statt.

Doch auch die Bremer fordern ihr Anrecht auf ihre Spezialität. Schließlich wird schon seit 1545 alljährlich im Rahmen der traditionellen Schaffermahlzeit, einer Veranstaltung, zu der im Februar jeweils 100 kaufmännische und 100 seemännische Schaffer sowie 100 Gäste im Rathaus zusammenkommen, das in der Hansestadt überwiegend als Braunkohl bekannte Gericht serviert. Oldenburg hingegen richtet seit 1956 das „Defftig Ollnborger Gröönkohl-
Äten“ aus.

Hier wie dort dient das Grünkohlessen einst und heute als zentrales Instrument politischer Lobby-Arbeit. Weil 1956 der damalige Bundespräsident Theodor Heuss nicht zum Grünkohlessen nach Oldenburg kommen konnte, packten die Oldenburger Politiker ihren Kohl ein und fuhren damit in die einstige Hauptstadt Bonn. Mit dem Umzug nach Berlin findet das Oldenburger Tradition in der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin statt – inklusive Wahl der Grünkohlkönigin beziehungsweise des -königs.

Fast 2000 Tonnen Grünkohl werden jedes Jahr im Weser-Ems-
Gebiet angepflanzt, also rund ein Zehntel der bundesweiten Menge. Der Bedarf ist auch deshalb groß, weil sich Kohlfahrten in diesen Breitengraden nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen.

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