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Trauer In schweren Stunden

Wege der Trauerbewältigung, Ratschläge und Entscheidungshilfen
17.03.2022, 11:31
Lesedauer: 3 Min
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Von Annika Häfermann
Inhaltsverzeichnis

Wie viel Vollmacht ist sinnvoll?

Corona hat grundlegende Fragen noch einmal vor Augen geführt: Was passiert eigentlich mit mir, wenn ich so krank bin, dass ich nicht mehr eigenständig entscheiden kann? Wer bestimmt dann an meiner Stelle – und wie weiß der- oder diejenige, was ich möchte? Wer hier nicht vorgesorgt hat, dem kann es passieren, dass ein gesetzlicher Vertreter bestimmt wird. Das kann ein naher Angehöriger, aber auch ein von der Behörde einberufener Vertreter sein. Dieser kann dann sowohl über die medizinische Behandlung als auch Weiteres wie die Finanzen entscheiden. Daher ist es wichtig, den eigenen Willen rechtzeitig festzuhalten. Vorgestaltete Formulare helfen dabei, keine wichtigen Angaben zu vergessen und Rechts­sicherheit zu gewährleisten.

Patientenverfügung: Hierin wird festgelegt, welche medizinische Behandlung sich Betroffene in bestimmten Lebens- und Behandlungssituationen wünschen. Es ist wichtig, den eigenen Willen so konkret wie möglich festzuhalten. Treffen die Festlegungen auf die aktuelle Situation zu, müssen sich Ärzte, Pflegekräfte und
der gesetzliche Vertreter nämlich danach richten und können nicht nach Belieben verfahren.

Vorsorgevollmacht: In der Vorsorgevollmacht wird eine Vertrauensperson festgelegt. Diese ist dann die rechtswirksame Vertretung des Verfassers, wenn dieser nicht mehr eigenständig entscheiden kann. Die Vollmacht kann für verschiedene Bereiche vergeben werden. Dazu gehören: Gesundheit/Pflege, Wohnen, Behörden und Gerichte sowie die Vermögensverwaltung. Eine Vorsorgevollmacht muss rechtzeitig erstellt werden, solange der Verfasser im Vollbesitz seiner Geschäftsfähigkeit ist.
Betreuungsverfügung: Wer permanent auf Hilfe angewiesen ist, der freut sich über die Zuwendung einer geschätzten Person. In einer Betreuungsverfügung kann festgelegt werden, wer sich kümmern soll und wer hingegen auf keinen Fall. Der bestellte Betreuer ist in seiner Handlungsfreiheit eingeschränkt und wird durch das Betreuungsgericht kontrolliert. Eine Betreuungsverfügung kann auch dann noch ausgestellt werden, wenn der zu Betreuende nicht mehr vollständig geschäftsfähig ist.

Vom Formularexperten Avery Zweckform gibt es ein Set mit allen drei Formularen, rechtlich geprüft und auf dem neuesten Stand der Rechtsprechung.
Mehr Informationen findet man unter www.avery-zweckform.com/patientenverfuegung.

Beim Trauern gibt es kein Richtig oder Falsch. Was helfen kann.

Früher waren Krankheit, Sterben und Tod in der Großfamilie unter einem Dach vereint, genauso wie Romanze, Heirat und Geburt. Heute haben viele Menschen nie lernen und auch nie erfahren können, was Sterben und Tod bedeuten und wie sie von einem geliebten Menschen Abschied nehmen sowie richtig trauern können. Hinzu kommt, dass viele Angehörige nicht oder nicht mehr an dem Ort leben, an dem sich das Grab
befindet. In letzter Zeit kommt Corona mit den Kontaktbeschränkungen hinzu.
Mit der Trauer kommt die schmerzliche Erkenntnis der Endlichkeit. Die Einsicht reift, dass ein Partner, Freund oder Verwandter nach einem Todesfall tatsächlich nicht mehr da ist. Viele Bereiche des täglichen Lebens werden nicht mehr so sein wie bisher. Diese Einsicht ist oft so schmerzhaft, dass Menschen manchmal meinen, im Trauerfall besonders stark sein zu müssen, oder versuchen, sich abzulenken. Dabei ist es wichtig, die Trauer und damit auch den Schmerz zuzulassen, um den persönlichen Weg der Trauerbewältigung besser finden können.
Die Deutsche Friedhofsgesellschaft gibt Anregungen für die Trauerbewältigung: Man sollte sich Zeit geben, um die Abschiedsfeier persönlich zu gestalten – selbst, wenn keine große Gesellschaft zusammenkommt wird. In einem Tage- oder Trauerbuch kann man seine persönlichen Gedanken und Gefühle festhalten und Klarheit bekommen. Auch können Briefe an Freunde und Angehörige geschrieben werden, um Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen. Es ist eine guttuende, langsame Kommunikation in der sonst so schnellen Zeit.
Früher war es üblich, regelmäßig das Grab zu besuchen. Wenn das nicht möglich ist, hilft es vielleicht, zum Gedenken eine Kerze anzuzünden oder an einen vertrauten Ort zu gehen. Abschiednehmen von alten Gegenständen – sofern das möglich ist – ist hilfreich. Vielleicht wandern sie erst einmal in eine Kiste, später in den Keller. Abschied braucht nun einmal Zeit.
Mit einer sogenannten Bestattungsverfügung lässt sich zu Lebzeiten verbindlich festlegen, wo und wie die eigene Beerdigung stattfinden soll. Dies kann den Hinterbliebenen in der Zeit der Trauer helfen und den Abschied etwas leichter machen.

Mehr zum Thema Vorsorge, Todesfall, Bestattung und Trauer gibt es unter anderen auf der Website der Deutschen Friedhofs­gesellschaft: www.
deutschefriedhofsgesellschaft.de/ratgeber.

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