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Wir in Sottrum Neubau mit bedeutungsvollem Namen

Nach langen Jahren des Wartens freut sich der TV Sottrum über das neue Sporthaus. Der Bau war letztlich nicht nur günstiger als geplant, er ehrt einen verstorbenen Sportfunktionär.
27.11.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Antje Holsten-Körner

Viele Jahre haderten die Fußballer des TV Sottrum mit den Umkleidekabinen in der Alten Dorfstraße. Nicht nur zu wenig Platz stand den Kickern und ihren Gästen zur Verfügung, auch Wasserschäden gab es immer wieder zu beklagen. Seit drei Wochen ist das Bauwerk Geschichte, denn ein neues Sporthaus konnte dem TV Sottrum, der als Hauptnutzer und Verwalter agiert, offiziell übergeben werden.

Vor der Haupttribüne ist ein rund 600 Quadratmeter großes Gebäude entstanden, das über sechs Umkleidekabinen, drei Duschräume, zwei eigenständige Schiedsrichterkabinen mit jeweils einer Dusche, ein Büro, WC-Anlagen und einen großen Mehrzweckraum verfügt. Auf dem Dach sorgt eine 50 Quadratmeter große Solaranlage für die Warmwasserversorgung.

Finanziell ist das Sporthaus nach einem Jahr Bauzeit fast eine Punktlandung geworden. „Die vom Architekturbüro Röndigs geschätzten Baukosten wurden trotz der derzeitigen Preissteigerungen sogar etwas unterschritten“, sagte Gemeindedirektor – und seit diesem Monat Samtgemeindebürgermeister – Holger Bahrenburg, als er den symbolischen Schlüssel an Henning Hildebrandt, Vorsitzender des TV Sottrum, übergeben durfte.

So stehen der Schätzung von 1,24 Millionen Euro Rechnungen in Höhe von 1,22 Millionen Euro gegenüber. Von diesem Betrag hat die Gemeinde Sottrum einen Eigenanteil von 728.033 Euro aufzuwenden, 259.071 Euro kommen aus EU-Mitteln, 132.896 Euro aus der Erbschaft von Klara Dörheit sowie 100.000 Euro, die der TV Sottrum als Darlehen für das Sporthaus aufgenommen hat. Zusätzlich hat der Verein rund 25.000 Euro für die Küche, das Mobiliar für Büro und Aufenthaltsraum sowie zwei Außengeräteräume in die Hand genommen. Trotz des finanziellen Engagements des TV steht das Sporthaus auch allen anderen Sottrumer Vereinen zur Verfügung.

Die Planungen für das Sporthaus gehen fast zwei Jahrzehnte zurück. Damals erstellte Architekt und TV-Mitglied Harald Cordes Zeichnungen für einen Neubau. Doch die Planungen verliefen sich im Sande, bis vor fünf Jahren die Gemeinde Sottrum mit ins Boot geholt wurde. Zufällig fiel auch die Erbschaft von Klara Dörheit in diese Zeit. „Zuerst hatten wir noch mit Fördergeldern vom Kreissportbund gerechnet, was aber nicht klappte“, erinnerte sich Michael Sackmann, der die Baubegleitung für den TV Sottrum übernahm. Von Anfang an war klar, dass Eigenleistungen bei Bauten in dieser Größenordnung versicherungstechnisch und durch die dann nicht gegebene Gewährleistung nicht möglich sind. Dafür wurden umso mehr Geschick und Muskelschmalz in die Sanierung der Tribüne und den Bau von überdachten Auswechselbänken investiert. Besonders großen Anteil hatten daran Eckart Frese und Thomas Holzkamm.

Für das gesamte Areal hatte sich der Sottrumer Gemeinderat geschlossen für den Namen Reinhard-Rosebrock-Sportzentrum ausgesprochen. „Das soll eine Würdigung meines Vorgängers sein, unseres leider verstorbenen Ehrenbürgermeisters Reinhard Rosebrock, der sich immer um den Sport gekümmert hat. Das hier war für ihn eine Herzensangelegenheit“, betonte Hans-
Jürgen Krahn, der 2006 die Nachfolge von Rosebrock antrat. Auch für Holger Bahrenburg rundete die Namensgebung das Projekt ab: „Seine Art, politische Themen anzugehen, war außergewöhnlich und ist für mich immer noch vorbildlich.“

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