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Bundesliga Saison 22/23 Demut und Geschlossenheit an der Weser

Schnelle Rückkehr in die Bundesliga: Nach dem Wiederaufstieg heißt das Ziel bei Werder Klassenerhalt
29.07.2022, 07:55
Lesedauer: 2 Min
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Demut und Geschlossenheit an der Weser
Von Sebastian Krüger

Der SV Werder Bremen will in der kommenden Spielzeit zeigen, dass der Abstieg aus der Fußballbundesliga lediglich eine Art „Betriebsunfall“ gewesen und das Team um Trainer Ole Werner ­weiterhin zur Elite des deutschen Fußballs zu zählen ist.

Die Voraussetzungen dafür scheinen optimal, selten zuvor hatten die Bremer ihren Kader derart frühzeitig zusammen. Acht Neuzugängen steht dieselbe Zahl an Abgängen gegenüber, zeitlich gesehen also für den Trainer eine komfortable Ausgangssituation, um eine schlagkräftige Einheit zu formen, die das Ziel Klassenerhalt mit viel Zuversicht und einer entsprechenden Portion Selbstbewusstsein ins Visier nimmt. Denn einzig darum könne es für einen Aufsteiger in die „Belle-Etage“ des deutschen Profifußballs zunächst nur gehen, das betonen alle rund um das Weserstadion herum in großer Einmütigkeit.

Zumal der finanzielle Spielraum im Vergleich zu vielen andern Konkurrenten vergleichsweise klein ist und die Bremer wieder einmal ihre kaufmännischen Qualitäten unter Beweis stellen müssen, um sich auf dem Transfermarkt durchzusetzen. Kostspielige Stars wie bei den Bayern oder den Dortmundern sind an der Weser finanziell nicht zu stemmen. „Der Star ist das Team“, hatte Clemens Fritz, Leiter Profifußball, erst kürzlich bei seiner Vertragsverlängerung betont. Gemeinsam mit Sportchef Frank Baumann hat der gebürtige Erfurter nun eine Mannschaft zusammengestellt, mit der der Trainerstab zufrieden ist und mit dem Ole Werner und sein vielköpfiges Betreuerteam das Saisonziel erreichen können – auch in diesem Punkt herrscht an der Weser ­große Einstimmigkeit.

Die Verpflichtungen von Jens Stage, Mitchell Weiser und Lee ­Buchanan sollen den Kader stabilisieren und ihm mehr Tiefe verleihen, Amos Pieper und Niklas Stark sollen Neu-Kapitän Marco Friedl und Routinier Milos Velkovic im Abwehrverbund unterstützen. Dazu kommen mit Talent ­Dikeni Salifou im Mittelfeld sowie den beiden Angreifern Oliver ­Burke und Benjamin Goller interessante Spieler mit Perspektive. „Wir sind auf jeder Position mindestens zweimal gleich stark besetzt“, verdeutlichte Clemens Fritz, „dadurch bestärken wir den internen Konkurrenzkampf und sorgen dafür, dass sich jeder Spieler im Training wie im Spiel voll reinhängt.“ Denn das ist das größte Pfund, mit dem die Bremer den Kampf um den Klassenerhalt angehen wollen: eine geschlossene Mannschaft, in der jeder Einzelne für den anderen kämpft und seine Qualitäten komplett in den Dienst der Mannschaft stellt.

Neben der sportlichen Klasse der insgesamt 36 Profis müssen diese deshalb auch menschlich zueinander passen – und diesen Eindruck haben nicht nur die grün-weißen Verantwortlichen, auch seitens der Fans macht sich große Zuversicht breit. In den sozialen Medien wird gelobt, gepriesen und auch geträumt. „Träumen ist erlaubt“, sagt der Cheftrainer, „aber wir sind realistisch genug, um das alles vernünftig einzuordnen.“ Für Euphorie oder gar Überheblichkeit ist an der Weser bekanntermaßen sowieso kein Platz, dafür war der Schock nach dem unerwarteten Abstieg in Liga zwei einfach zu groß. Nun heißt es erst liefern, dann fordern, so die Devise – und die Spieler zeigen im Training ebenso wie in den Testspielen, dass sie bereit sind und sich auf die Aufgabe freuen. „Wir werden die Herausforderung mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen“, versichert Ole Werner, „und wollen uns als geschlossene Einheit präsentieren, gegen die man nur ungern spielt.“

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