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Bestatter und Grabpflege In stillem Gedenken an geliebte Menschen

Windmond oder Nebelung - so hieß der November einst. Das Wetter ist trüb, die Gedanken sind schwer. Es gibt mehrere Gedenktage für die Verstorbenen: Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag und Volkstrauertag.
20.11.2021, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von OEL/KNA

Gefühlt wird es momentan gar nicht mehr richtig hell. Man spürt förmlich, dass der Winter vor der Tür steht. Die Tage werden kürzer und dunkler. Das Wetter zeigt sich von seiner trüben, nasskalten Seiten. Die Blätter fallen von den Bäumen und das Leben in der Natur scheint zum Erliegen zu kommen. So manch einer verfällt nun in eine Art Novemberblues. Kein Wunder, dass der Monat gemeinhin mit Tod und Trauer verbunden wird.

Der Name November hat im Grunde nichts mit diesen Themen zu tun. Er kommt vom lateinischen „novem“ für „neun“. Weil bei den Römern lange Zeit der März als erster Monat im Kalendarium stand, war der November der neunte. Alte deutsche Namen für ihn waren etwa Windmond, Wintermonat oder Nebelung, was auf die oft widrigen Wetterverhältnisse hindeutet. Zudem häufen sich im November die christlichen Feste, an denen der Toten gedacht wird.

Auf katholischer Seite sind dies Allerheiligen und Allerseelen am 1. und 2. November. Der eigentliche Totengedenktag ist Allerseelen. Da Allerheiligen jedoch in einigen Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag ist, hat es sich durchgesetzt, an diesem Tag die Friedhöfe zu besuchen und die Gräber zu segnen. An Allerheiligen wird der Heiligen gedacht, auch der weniger bekannten. An Allerseelen wird für die Verstorbenen gebetet, damit Gott ihre Seelen in den Himmel aufnehmen möge.

Am Totensonntag gedenken die Protestanten ihrer Verstorbenen, besuchen die Friedhöfe, zünden Kerzen an und legen Blumen nieder. Dieser Sonntag – der dieses Jahr auf den morgigen 21. November fällt – ist der letzte im Kirchenjahr und wird auch Ewigkeitssonntag genannt. Zunächst lehnten die Reformatoren eine Übernahme des katholischen Totengedenkens am Allerseelentag in den Kalender ihrer Kirche ab. Auf Wunsch vieler evangelischer Christen wurde dennoch ein Gedenktag für die Toten eingeführt.

Der Volkstrauertag dagegen, der stets am zweiten Sonntag vor dem ersten Advent begangen wird, ist ein weltlicher Gedenktag. An die-sem wird an den Opfern der bei-den Weltkriege sowie der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht. An den entsprechenden Gedenkstätten werden Blumen und Kränze niedergelegt. Der Tag soll zu Versöhnung, Verständigung und Frieden aufrufen. Eingeführt wurde der Volkstrauertag durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, und erstmals 1922 im Frühjahr begangen. Die Nationalsozialisten funktionierten ihn zum „Heldengedenktag“ um. Um sich davon abzusetzen, wurde der Volkstrauertag nach dem Zweiten Weltkrieg in den November verlegt. Seit 1952 gibt es den Gedenktag in seiner heutigen Form.

Volkstrauertag und Totensonntag sind zusammen mit dem Karfreitag die einzigen bundesweiten „stillen Feiertage“. Allerheiligen ist in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland- Pfalz und im Saarland ein stiller Tag, also in den Bundesländern, wo der Tag auch gesetzlicher Feiertag ist. An diesen stillen Tagen gilt in den meisten Ländern ein Tanzverbot, was allerdings immer häufiger infrage gestellt wird. In der Regel sind auch Sportveranstaltungen – zumindest am Vormittag –und die öffentliche Aufführung bestimmter Filme untersagt. Am
Totensonntag bleiben vielerorts auch die Weihnachtsmärkte geschlossen, die inzwischen oft bereits in der Woche vorher eröffnet werden – zumindest in Zeiten vor der Corona-Pandemie.

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