Fußball-Bezirksliga Bremen

1. FC Burg die Mannschaft der Stunde

Der Aufsteiger beendete auch das dritte Punktspiel siegreich. In einer hitzigen Partie mit drei Platzverweisen gelang ein 1:0-Erfolg gegen Surheide.
02.09.2019, 16:07
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Jens Pillnick und Karsten Hollmann

Bremen-Nord. Der 1. FC Burg ist die Mannschaft der Stunde in der Fußball-Bezirksliga Bremen. Der Aufsteiger um Trainer Sascha Steinbusch gewann auch sein drittes Saisonspiel und führt die Tabelle mit neun Punkten und 10:4 Toren an. Während Landesliga-Absteiger TSV Lesum-Burdamm und die TSV Farge-Rekum die jeweils zweite Niederlage kassierten, kam die SG Aumund-Vegesack II mit einem 7:4 gegen den ATS Sebaldsbrück zum ersten Saisonsieg. Die Partie des Blumenthaler SV II gegen ESC Geestemünde II wird am Sonntag, 6. Oktober, nachgeholt.

TSV Farge-Rekum – ATS Buntentor 1:5 (0:2): „Die Defensive ist noch nicht so stabil wie gedacht“, erklärte Farges Trainer Malte Golla, nachdem seine Mannschaft erneut fünf Gegentore schlucken musste. Im Gegensatz zu den beiden Partien gegen den SVGO im Pokal (0:4) und Lesum (4:5), in denen kein Spieler seine Normalform erreicht habe, seien die Nordbremer diesmal auf einen starken Gegner getroffen. Nach gutem Start nahm das Schicksal seinen Lauf. Zu den Treffern zum 0:2 gesellte sich eine Rote Karte für Dennis Zäbe, der sich den Ball in hohem Tempo zu weit vorgelegt hatte und beim Versuch, ihn doch noch zu behaupten, seinen Gegenspieler traf.

Der schwierigen Situation zum Trotze kamen die Nordbremer mit neuem Schwung aus der Halbzeit und nährten ihre Hoffnungen mit dem schnellen Anschlusstreffer von Philip Bohnhardt. Buntentor tat sich in Überzahl schwer und Golla dachte: „Es geht noch was.“ Vom dritten Gegentreffer (63.) erholten sich die Farger aber nicht mehr und kassierten nach einem Standard und einem Konter noch das 1:4 und 1:5. Auf die Unterstützung ihres langjährigen Stammtorhüters Jerome Schröder können die Farger nicht mehr bauen, er hat Malte Golla mitgeteilt, dass er nicht mehr zu Verfügung steht. Gegen Buntentor stand erneut Marco Kuhnke im Tor, die Rolle des Ersatzkeepers bekleidete Gero Aus. PJ

1. FC Burg – Tuspo Surheide 1:0 (0:0): „Es macht Spaß mit der Mannschaft zu arbeiten. Echt super“, erfreut sich Burgs Trainer Sascha Steinbusch am bisherigen Saisonverlauf, der den Nordbremern drei Siegen aus drei Partien bescherte. Dass Burg dabei wieder ohne Gegentor blieb, ist gewissermaßen ein Bonus. Steinbusch: „Ich muss die Defensive mal loben, zweimal in Folge zu null – das spricht für die Jungs.“

Das Tor des Tages ging auf das Konto von Benett Heimer, der nach Balleroberung und folgendem Flankenball vom Ömer Aydogdu per Kopf in der 49. Minute traf. Zu diesem Zeitpunkt standen noch 22 Spieler auf dem Feld, danach zückte Schiri Noah Müller gegen zwei Surheider Spieler sowie den Trainer die Ampelkarte und gegen Burgs Luca Apmann wegen eines harten Einsteigens direkt Rot. „Zurecht Rot“, gestand Steinbusch, der die konsequente Linie des Unparteiischen in einem „hitzigen Spiel mit vielen Nickligkeiten“ (Steinbusch) lobte. „Wir haben uns verleiten lassen“, war der Burger Coach mit der Disziplin seiner Truppe nur bedingt einverstanden. Manfred Klein und Julian Kubizek (Latte) hätten für Burg erhöhen können, aber auch Surheide hätte durchaus der Ausgleich gelingen können. Bei Burg fielen mit Denis Schumann und Kevin Stepphut zwei wichtige Spieler im Laufe der Begegnung verletzungsbedingt aus.

TuS Schwachhausen II – TSV Lesum-Burgdamm 2:1 (0:1): „Wir müssen im Abschluss stärker werden. Chancen sind immer da“, trauerte Lesums Trainer Erkan Köseler zumindest einem verlorenen Punkt hinterher. Tarek Stiefs, Alex Patehe und Saiko Manga hätten – auch in Eins-gegen-eins-Situationen – einen weiteren Treffer auf dem Fuß gehabt. Zufrieden war er aber darüber, dass die Heidberger diesmal nicht an einem Handball-Ergebnis beteiligt waren und die Abwehr um den überragenden Iyere Gadwin sehr stabil agierte.

Das Führungstor für die Nordbremer war kurios. Nachdem die Platzherren den Ball wegen einer Verletzung ins Aus befördert hatten, gab Alex Patehe – wie üblich – die Kugel per Einwurf zum TuS Schwachhausen zurück. Der Spieler der Platzherren wählte den Rückwärtsgang und wollte seinen Torwart ins Spiel bringen. Der Pass landete allerdings nicht in den Füßen des Schlussmannes, sondern im Tor – 0:1. Laut Erkan Köseler lehnten die Lesumer die Anerkennung dieses Treffers ab, doch der Schiedsrichter notierte ihn der Regel entsprechend. Fortan hätte die Lesumer laut Köseler zunächst ein „schlechtes Gewissen“ begleitet. Dass sich die Nordbremer im weiteren Verlauf zwei Treffer zum 1:2-Endstand einschenken ließen, war aber nicht gewollt. „Wir haben 18 neue Spieler. Wir benötigen noch etwas Zeit, um die Liga zu ärgern“, deutete Köseler an, dass die Lesumer ihre Möglichkeiten noch längst nicht ausgeschöpft haben. PJ

SG Aumund-Vegesack II – ATSV Sebaldsbrück 7:4 (4:0): Ebrima Bojang trug mit seinem Doppelpack zu einer komfortablen Pausenführung für die Gastgeber bei. Dabei erregte das 2:0 von Bojang die Gemüter. Während die Gäste darauf warteten, dass die Hausherren den Ball ins Aus schießen, weil Ibrahim Fidan am Boden lag, setzten die Nordbremer ihren Angriff fort. „Das 2:0 war der Knackpunkt im Spiel. Offenbar haben nicht alle Sebaldsbrücker mitbekommen, dass wir weiterspielen. Deshalb kam nach dem Tor Unruhe auf“, berichtete SAV-Co-Trainer Malik Öztekin. Trotz einer späteren Ampelkarte gegen ATSV-Spielmacher Hamza Miri sei es aber ansonsten eine faire Partie gewesen. Ibrahim Fidan, der aus dem ersten Team aushalf, musste mit Verdacht auf einen Bänderriss ausgewechselt werden.

Die Gäste verkürzten nach dem 0:4-Rückstand und folgendem Pausentee auf 3:4. Vincent Schröder sorgte aber mit dem schönsten Tor des Tages für das 5:3. Er beförderte die Kugel aus 20 Metern ins Netz. Tom Wittkowski holte den Elfmeter heraus, den Franklin Godfavor zum 6:4 verwandelte. Wittkowski setzte mit dem 7:4 den Schlusspunkt.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+