Fußball-Bezirksliga 1. FC Burg muss jetzt mächtig zittern

Während die SG Aumund-Vegesack II durch den bereits gesicherten Klassenerhalt ein unbedeutendes 0:0 gegen ESC Geestemünde II notierte, hofft der SV Türkspor weiterhin auf den Wiederaufstieg.
04.06.2018, 16:20
Lesedauer: 4 Min
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Von Martin Prigge

Bremen-Nord. Die Saison-Endphase in der Fußball-Bezirksliga sorgt bei drei der vier Nordbremer Teams für enorme Spannung. Noch ist nichts entschieden und die Nordklubs hielten auch am 28. Spieltag den Spannungsbogen aufrecht. Während die SG Aumund-Vegesack II durch den bereits gesicherten Klassenerhalt ein unbedeutendes 0:0-Remis gegen ESC Geestemünde II notierte, hofft der SV Türkspor nach dem 4:2-Erfolg über CF Victoria Bremen ’05 weiterhin auf den Wiederaufstieg. Eng wird es für den Blumenthaler SV II, der dem Aufstiegsaspiranten TSV Hasenbüren mit 2:3 unterlag. Auf Schützenhilfe angewiesen sind nun die Mannen des Tabellenvorletzten 1. FC Burg – sie kassierten eine 1:4-Niederlage beim SC Lehe-Spaden.

SC Lehe-Spaden – 1. FC Burg 4:1 (1:1): Ein erneuter Abstieg rückt für Burg bedrohlich näher. Mit 22 Punkten steht das Team von Spielertrainer Mirko Wendland auf dem vorletzten Platz vor Schlusslicht OSC Bremerhaven II (drei Zähler). Punktgleich mit Burg, aber mit besserer Tordifferenz, rangiert ESC Geestemünde II auf Platz 14. Der rettende 13. Rang wird derzeit vom Bremer SV II bekleidet und dieser ist mit 26 Zählern einen großen Schritt voraus. So war die Aussage des Burger Teammanagers Leif Eriksons nach der Niederlage gegen Spaden deutlich: „Wir brauchen jetzt zwei Siege aus den verbleibenden zwei Spielen und müssen auf Ausrutscher unserer Mitkonkurrenten hoffen. Aber aufgeben gibt es nicht!“

Hitzige Begegnung

Von Anfang an war die Partie in Schiffdorf zerfahren und wurde sehr hitzig geführt. In der 37. Minute schoss Niklas Siedenburg einen Abpraller nach einer Ecke aus 13 Metern in den linken Winkel und brachte Burg in Führung. Im Anschluss erhöhten die Gäste den Druck, doch die vielleicht spielentscheidende Situation führte in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs zum 1:1-Ausgleich. Anstatt gegen Lehe-Spaden aufgrund eines Handspiels einen Elfmeter zu geben, ließ der Unparteiische das Spiel weiterlaufen. Dies brachte die Gastgeber zu einem Konterangriff, der durch Lehes Stürmer Luan Muhaxheri mit dem 1:1-Ausgleichstreffer gipfelte (45.+3).

Nach einer Ecke erzielte Daniel Becker dann per Kopf das 2:1 für Lehe-Spaden (57.). Laut Leif Eriksons war die im Anschluss wegen Beleidigung gegebene Gelb-Rote Karte gegen Mirko Boltjes (72.) „lächerlich“, sein Teamkollege Alessandro Kray flog wegen Schiedsrichter-Beleidigung noch mit Rot vom Platz (80.). Den durch die Burger Unterzahl gewonnenen Raum nutzte Lehe-Spaden in Person von Luan Muhaxheri dann noch für die beiden Treffer zum 4:1-Endstand (76./77.).

TSV Hasenbüren – Blumenthaler SV II 3:2 (2:0): Auch für Blumenthal II wird die Luft dünn im Kampf um den Klassenerhalt. Nach dem Punktgewinn beim 3:3-Remis gegen CF Victoria Bremen ’05 unterlag die Mannschaft von Coach Sven Landwehr dem möglichen Aufsteiger Hasenbüren trotz einer starken Leistung, insbesondere in der zweiten Halbzeit. Zunächst hielt die BSV-Reserve gut mit, doch ein strittiger Elfmeter, über den sich Sven Landwehr maßlos ärgerte („Der war geschenkt!“), brachte Hasenbüren durch Steffen Rosilius’ Schuss mit 1:0 in Führung (32.).

Zehn Minuten später markierte Malte Fastje nach einer Ecke freistehend im Fünfmeterraum das 2:0 (42.). Nach der Pause ließ Hasenbüren die Zügel schleifen. „Wir waren in der zweiten Halbzeit die bessere Mannschaft und haben noch gemerkt, da geht was“, äußerte sich BSV-Coach Landwehr. So erzielte Jannik Stein in der 66. Minute den 1:2-Anschlusstreffer.

Doch erneut Malte Fastje setzte dem Hasenbürer Erfolg mit seinem Tor zum 3:1 den Deckel auf (86.), obgleich Blumenthals Jannik Stein kurz vor Schluss einen weiteren Treffer zum 3:2-Endstand erzielte (89.). „Wir haben alles versucht und da wäre mehr drin gewesen. Nun müssen wir abwarten, wie sich die Konkurrenz da unten schlägt“, sagte Sven Landwehr mit Blick auf die Tabelle. BSV II steht auf Platz elf (27 Punkte), doch Victoria und der Bremer SV II haben je 26 Zähler, ehe mit Geestemünde II (22) die Abstiegsränge beginnen.

SV Türkspor – CF Victoria Bremen ’05 4:2 (3:0): „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, unterstrich Türkspor-Trainer Bahadir Kilickeser den in puncto Wiederaufstieg wichtigen Heimdreier, der nie in Gefahr war. Bereits in der vierten Minute ging die Burgwall-Elf durch Marcus Müllers Kopfballtreffer in Führung. Danach köpfte Turgay Kaptan nach einer Flanke den Ball zum 2:0 ins Tor (12.). Nach einer Kombination von Mahmut Gökalp und Milan Meyer landete das Leder bei John-Marvin Halstenberg, der die einseitige erste Halbzeit mit dem 3:0 erfolgreich abschloss (42.).

Geniale Einzelaktion

Erneut war es nach dem Wechsel Halstenberg, der diesmal mit einer genialen Einzelaktion im Stile des Bayern-Profis Arjen Robben vier Victorianer stehen ließ und sich mit dem 4:0 belohnte (51.). Nun erfolgte ein leichter Bruch im Türkspor-Team. Victorias Goalgetter Nils Larionows gelang durch einen Doppelschlag erst das 1:4 (52.) und kurz vor dem Abpfiff sogar noch das Tor zum 4:2-Endstand (85.).

„Es ist noch alles offen, jeder hier oben kann noch aufsteigen“, machte Bahadir Kilickeser kein Hehl daraus, die nächsten beiden Spiele gewinnen zu wollen. „Wir müssen uns das jetzt selbst verdienen, aber wenn es diese Saison noch nicht klappen sollte, sind wir im nächsten Jahr definitiv zurück in der Landesliga“, so Kilickeser, der entspannt in die letzten beiden Partien geht.

SG Aumund-Vegesack II – ESC Geestemünde II 0:0: Nach der torreichen 2:8-Niederlage gegen den TSV Hasenbüren kamen die Vegesacker zu Hause gegen Geestemünde II nicht über ein torloses Unentschieden hinaus. Lustlos agierte die SAV-Reserve um das Trainerduo Manuel Broekmann/Michael Leopold – wohl auch, weil ihr ein Platz im Mittelfeld der Tabelle gesichert ist. „Das einzig Positive in diesem Spiel war unser Torwart, der mit einer herausragenden Form und mehreren guten Paraden die Null für uns hielt“, lobte Michael Leopold den Vegesacker Schlussmann Julius Bindemann.

„Der Schiedsrichter hat über das ganze Spiel fragwürdige Entscheidungen auf beiden Seiten getroffen“, urteilte Manuel Broekmann über die Roten Karten gegen Vegesacks Nico Brich wegen einer Tätlichkeit (66.) und einen Geestemünder wegen Beleidigung (66.). „Am Ende geht das 0:0 in Ordnung“ (Broekmann).

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