Fußball-Oberliga Niedersachsen - TSV Ottersberg 2:0 gegen Göttingen: Ottersberger Bubis trumpfen groß auf

Ottersberg. Mit einer bis auf wenige Ausnahmen souveränen Vierer-Abwehrkette, vor allem aber einer blutjungen Mittelfeld-Raute hat der TSV Ottersberg am Mittwochabend ein Ausrufezeichen in der Fußball-Oberliga Niedersachsen Ost gesetzt.
21.05.2010, 00:10
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Ehrhard Müller

Ottersberg. Mit einer bis auf wenige Ausnahmen souveränen Vierer-Abwehrkette, vor allem aber einer blutjungen Mittelfeld-Raute hat der TSV Ottersberg am Mittwochabend ein Ausrufezeichen in der Fußball-Oberliga Niedersachsen Ost gesetzt. Alexander Huhn als Sechser, Hayatin Sicak als Zehner (beide 21 Jahre) sowie Dennis Janssen und Stefan Denker (beide 19) auf der linken bzw. rechten Halbposition betraten weitestgehend Neuland, doch gerade die Youngster waren es, die beim 2:0 (1:0)-Heimsieg gegen die SVG Göttingen entscheidende Impulse setzten.

Huhn bereitete mit einem zentimetergenauen Pass in die Schnittstelle der Göttinger Vierer-Abwehrkette das 1:0 vor, Stefan Denker schoss es (45.), und Dennis Janssen erzwang das vorentscheidende 2:0 (85.). Auch er lief im Anschluss an einen öffnenden Örün-Pass allein auf den aus seinem Tor stürzenden Cord Behrens zu und konnte das Mann-gegen-Mann-Duell mit dem Göttinger Schlussmann ebenfalls um Sekundenbruchteile zu seinen Gunsten entscheiden.

'Ich bin stolz auf die Mannschaft', kommentierte Trainer Axel Sammrey den bereits zwölften Ottersberger Zu-Null-Sieg dieser Saison. Gleichzeitig kündigte er an, dass es 'keinen zwingenden Grund' gäbe, die Startelf für das morgige Heimspiel gegen den VfV 06 Hildesheim (Anstoß 16 Uhr) zu verändern. Sammrey am späten Mittwochabend: 'Es hat sich keiner aus der Mannschaft gespielt.' Der Coach könnte wieder auf den gegen Göttingen wegen eines grippalen Infekts zuschauenden Torjäger Lars Behrens einbauen und auch auf den in diesen Tagen eine zweite Probetrainingswoche beim Regionalligisten VfL Wolfsburg II absolvierenden Mittelfeldspieler Rafael Czichos zurückgreifen.

Die Einsätze der verletzten Führungsspieler Mahmut Aktas und Sören Seidel dagegen sind eher unwahrscheinlich. Am Montag beschließt der TSV Ottersberg seine Heimspiel-Trilogie innerhalb von fünf Tagen mit der Begegnung mit der FT Braunschweig (Anstoß 15 Uhr). Anschließend geht?s am 29. Mai noch zur SV Drochtersen/Assel, dann ist das Spieljahr 2009/10 für den TSV Ottersberg beendet. Womöglich mit einer vor dem Saisonstart kaum für möglich gehaltenen Spitzenplatzierung. Mit dem Dreier vom vergangenen Mittwoch konnte sich Sammreys weit über den Erwartungen spielende Mannschaft bis auf vier Punkte an Spitzenreiter Eintracht Braunschweig II heranschieben, und der Rückstand gegenüber dem zuletzt schwächelnden Tabellenzweiten TuS Heeslingen beträgt nur noch zwei Zähler.

Auch Sammrey gibt vor dem Saisonendspurt zu verstehen, dass er und seine Schützlinge sich nicht unbedingt mit dem derzeitigen dritten Tabellenplatz zufrieden geben. 'Wir schauen von Spiel zu Spiel und werden sehen, was am Ende herauskommt. Auf jeden Fall sind wir keine Mannschaft, die sich in den letzten Saisonspielen hängen lässt.' Sowohl die sportlichen als auch die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die von der nächsten Saison an eingleisige Oberliga hat der TSV Ottersberg längst erfüllt.

Torlatte verhindert Ausgleichstreffer

Die seit der Rückrunde ernst zu nehmende SVG Göttingen (von 39 möglichen Zählern holte sie 23) dagegen hat die Lizenz für die Oberliga Niedersachsen erst am Mittwoch erhalten - umso ärgerlicher, dass der Tabellenneunte noch am selben Tag womöglich vorentscheidende Punkte im Kampf um die Qualifikation (die Klubs auf den ersten acht Rängen ziehen direkt in die neue Oberliga ein) verlor. Trainer Djordje Curcic hatte gerade einen Doppelwechsel vorgenommen, um mit Coskun und Strauss für neuen Schwung auf den Außenbahnen zu sorgen (78.), als Janssen in der Tiefe des Raumes Anlauf nahm und die letzte Göttinger Verteidigungslinie durchbrechen konnte. In der 85. Minute besorgte er das vorentscheidende 2:0.

Bis dahin hatte die taktisch gut sortierte und energisch die Zweikämpfe führende SVG Göttingen einen guten Eindruck auf dem Ottersberger Wümme-Sportplatz hinterlassen. Allerdings schaffte sie es nur selten, in der Angriffsspitze zwingend zu agieren. 'Wir haben nur wenig zugelassen', freute sich Sammrey. Die Südniedersachsen stellten in der zweiten Halbzeit zwar eine optische Überlegenheit her, doch große Gefahr für Tim Eggerts Kasten konnten sie nur einmal heraufbeschwören. In der 77. Minute prallte ein von El-Zein abgegebener Fernschuss an die Latte. Eggert wäre ohne Abwehrchance gewesen.

In anderen Situationen ließen Göttingens Offensivkräfte die Entschlossenheit beim Torabschluss vermissen. Etwa Hilleke, der den Ball im Anschluss an einen Eckstoß nicht mit voller Wucht traf (65.), El-Eid, der zu lange mit dem Torschuss zögerte und letztendlich vertändelte (70.) oder noch einmal El-Eid, der den Ball nicht entscheidend platzieren konnte (73.). Er flog genau in Eggerts auffangbereiten Hände. In der 54. und 84. Minute dagegen musste der Keeper gegen Illner und Beyazit schon energischer eingreifen.

Der TSV Ottersberg dagegen schaffte es in der zweiten Halbzeit nur noch selten, den Göttinger Keeper zu beschäftigen. Der SVG Göttingen gelang es über weite Strecken, das Geschehen von ihrem Tor fernzuhalten. Die einzigen Ausnahmen stellte der Brasilianer Gilmar dar. Nachdem er in der 52. Minute mit einem auf den langen Pfosten gezogenen Kopfball noch hauchdünn gescheitert war, vergab er in der 88. Minute das eigentlich sichere 3:0 auf fahrlässige Weise. Mit dem Ball am Fuß steuerte er unbedrängt auf Behrens zu, doch ehe der Stürmer den 'tödlichen' Querpass spielen konnte, versprang ihm das Leder.

In der ersten Halbzeit hatte sich der TSV Ottersberg nur eine Torchance durch Marco Wahlers erarbeitet (12.), ehe Huhns Geistesblitz und Denkers Fußspitze das 1:0 bedeuteten. Das Führungstor fiel in den letzten Augenblicken vor dem Pausenpfiff und aus (fast) heiterem Himmel.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+