Handball: SV Werder Bremen Nina Engel verlängert Vertrag

Die 17-jährige Junioren-Nationalspielerin Nina Engel hat ihren Vertrag beim Handball-Zweitligisten SV Werder Bremen bis zum Sommer 2023 verlängert. „Werder ist mein Verein“, sagt sie.
01.12.2020, 19:00
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Nina Engel verlängert Vertrag
Von Frank Büter

Bremen. Der SV Werder arbeitet weiter am Kader der Zukunft. Wenige Tage nach der Unterschrift von Abwehrchefin Lena Thomas (23), die ihren im nächsten Sommer auslaufenden Vertrag beim Handball-Zweitligisten frühzeitig um zwei Jahre bis Sommer 2023 verlängert hat, gaben die Grün-Weißen nun eine weitere Personalie bekannt. Junioren-Nationalspielerin Nina Engel (17) hat ihren ohnehin bis Sommer 2022 laufenden Vertrag zu verbesserten Konditionen um ein weiteres Jahr bis zum Sommer 2023 verlängert.

„Werder hat mir ein gutes Angebot gemacht“, sagt Nina Engel. Und sie habe gute Gespräche gehabt. Gespräche mit dem Handball-Vorstand Martin Lange. Und mit Cheftrainer Robert Nijdam, von dem Nina Engel eine sehr hohe Meinung hat. „Robert ist ein sehr leidenschaftlicher, positiver Typ mit einem klaren Konzept“, sagt die 17-jährige Linkshänderin. „Ich habe im letzten halben Jahr schon sehr viel von ihm gelernt. Und ich kann noch sehr viel von ihm lernen.“ Werder verfolge einen klaren Plan, sagt Nina Engel mit Blick auf die Ausrichtung der Leistungshandballs, „ich finde das echt gut und will diesen Weg mitgehen“.

Die Werder-Verantwortlichen freut diese Entscheidung. „Nina hat in den letzten Jahren und speziell in dieser Saison eine herausragende Entwicklung genommen und ist trotz ihres jungen Alters schon jetzt eine Leistungsträgerin„, sagt Cheftrainer Robert Nijdam, der nach der Vertragsverlängerung von Lena Thomas nun auf eine weitere wichtige Säule im Team bauen kann: “Nina bringt technisch und taktisch enorm viel Potenzial mit, sie ist sehr ehrgeizig und lernwillig im Training. Ich bin sehr froh, dass sie sich langfristig bei Werder weiterentwickeln möchte und freue mich auf die tagtägliche Zusammenarbeit mit ihr.“

Für Handball-Chef Martin Lange ist Nina Engel "ein gutes Beispiel für die hervorragende Jugendarbeit in unserer Abteilung". Nina Engel sei ein wichtiger Baustein im langfristig ausgelegten Konzept, betont Lange. "Sie ist in den letzten Jahren zur Junioren-Nationalspielerin gereift und hat vor allem dank des Coachings von Robert Nijdam noch einmal einen beachtlichen Entwicklungsschritt genommen.“

Die in Hagen im Bremischen heimische Junioren-Nationalspielerin, in der laufenden Saison mit derzeit 36 Toren beste Werferin, hat sich also für eine langfristige Zukunft beim SV Werder Bremen entschieden. "Hier habe ich seit Jahren eine sehr gute handballerische Ausbildung bekommen, und der Verein hat mir die Chance gegeben, mich in der 2. Bundesliga zu beweisen. Dafür bin ich sehr dankbar", sagt Nina Engel. "Das in mich gesetzte Vertrauen möchte ich mit guten Leistungen zurückzahlen und dem Team helfen, die Klasse zu halten.“

Nach dem Einstieg im Mini-Bereich beim Hagener SV im Jahr 2010 und der Zwischenstation HG Bremerhaven kam Nina Engel als C-Juniorin im Sommer 2017 nach Bremen. Ihre erste Trainerin war Rabea Neßlage, mit der sie aktuell in Liga zwei gemeinsam um Punkte kämpft. "Werder ist mein Verein. Ich habe mich in Bremen von Anfang an sehr wohlgefühlt", sagt Nina Engel, die in der Vorsaison noch als B-Jugendliche erstmals Zweitliga-Erfahrung sammeln durfte. Die Anfahrtszeit von einer guten Dreiviertelstunde aus Hagen bis zur Werder-Halle nimmt sie daher auch gerne in Kauf. Mal wird sie von ihren Eltern gefahren, dann von den älteren Geschwistern gebracht, manchmal auch von Teamkameradin Jordis Mehrtens mitgenommen. Und wenn kein Fahrer zur Verfügung steht, setzt sich die Gymnasialschülerin in den Zug. Was in Kombination mit der Schule stressig klingen mag, ist für die Zwölftklässlerin indes willkommene Ablenkung. "Im Training kann ich abschalten, da habe ich Spaß", sagt sie. Ehrgeizig sei sie, das sagt sie auch. Sie wolle sich beweisen und was erreichen. Mit Werder – und auch mit der Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB), für den sie im Vorjahr in Ungarn ihre ersten drei Länderspiele bestritten hat. "Es macht mich stolz, wenn ich das Nationaltrikot anhabe und die Hymne höre“, sagt Nina Engel.

Die Ziele mit Werder Bremen sind dabei klar abgesteckt – und angesichts des Tabellenbildes zunächst einmal kurzfristig ausgerichtet. Raus aus der Abstiegszone, rein ins Mittelfeld lautet das Gebot der Stunde. Werder ist noch sieglos und hat nach neun Partien erst zwei Punkte eingefahren. „Von der Qualität her“, sagt die 1,75 Meter große Nina Engel, „gehören wir ins Mittelfeld. Wir müssen es nur schaffen, unsere Leistung konstant über 60 Minuten abzurufen.“

Die jüngste Punkteteilung (27:27) beim Tabellendritten Sachsen Zwickau sei schon mal ein echtes Ausrufezeichen gewesen, nun gelte es, am Sonnabend im Nachholspiel beim Vorletzten HC Rödertal einen Sieg nachzulegen. „Wir haben es selbst in der Hand“, sagt die Rückraumspielerin. Die dann anstehende mehrwöchige Spielpause wegen der Frauen-Europameisterschaft in Dänemark findet sie „schade, weil wir aus dem Rhythmus kommen“. Andererseits, sagt sie, „können wir so eine Phase gut nutzen, um intensiv an unseren Schwächen zu arbeiten“.

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