SV Grambke-Oslebshausen muss sich Aufsteiger Arbergen-Mahndorf 29:37 geschlagen geben

20 starke Minuten sind zu wenig

Bremen. Thomas Panitz war nach dem 37:29 (17:11)-Auswärtssieg über den SV Grambke-Oslebshausen bestens gelaunt. „Meine Mannschaft macht mir zurzeit richtig Spaß“, sagte der Handball-Trainer des Landesligisten SG Arbergen-Mahndorf und strahlte.
17.10.2019, 00:00
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Von Olaf Kowalzik
20 starke Minuten sind zu wenig

Zwei-Meter-Hüne Malte Thalmannn steuerte beim 37:29-Sieg für die SG Arbergen-Mahndorf gleich sieben Tore aus dem linken Rückraum bei.

OLAF KOWALZIK BREMEN +494216447123, Olaf Kowalzik

Bremen. Thomas Panitz war nach dem 37:29 (17:11)-Auswärtssieg über den SV Grambke-Oslebshausen bestens gelaunt. „Meine Mannschaft macht mir zurzeit richtig Spaß“, sagte der Handball-Trainer des Landesligisten SG Arbergen-Mahndorf und strahlte. Im Hintergrund tanzten seine Männer lauthals grölend im Kreis. Kein Wunder, schließlich mischt der Aufsteiger ja auch eine Etage höher mit 8:2 Punkten auf dem zweiten Rang schon wieder munter oben mit.

Der Spaß war im Stadtderby aber eher einseitig verteilt, zumindest, was die Spieldauer über die gesamten 60 Minuten betrifft. Die Hausherren legten zwar zunächst durch die Treffer von Philip Schmidt und Björn Bischof eine 2:1-Führung vor (5.), doch nach dem 6:7 von Felix Hinrichs entwickelte sich die Partie immer klarer in Richtung der Ostbremer. Die wiesen den Gastgeber mit dem Doppelschlag von Yannick Schröder und dem Überzahltreffer von Luke Pehling erstmals mit 10:6 in die Schranken, ehe der SV Grambke-Oslebshausen mit den beiden Treffern von Björn Bischof zum 7:10 und 8:11 ein letztes Mal ernsthaft aufmuckte. „Die ersten 20 Minuten haben wir geil gespielt“, stellte der SVGO-Trainer Marcel Hägermann fest. Die Freude seines Rückraumschützen „Brause“ Bischof währte sogar dreieinhalb Minuten länger, da er bis zum 9:13 zwei Drittel der Tore für seine Farben beigesteuert hatte. „Ich hatte Bock, außerdem haben die Gäste hinten drin geklebt und die Arme nicht hoch genommen“, sagte er und grinste.

Nun denn, Spaßverderber gab es in den Reihen der SG Arbergen-Mahndorf trotzdem reichlich. Zum Beispiel Malte Thalmann, den Zweimeter-Hünen im linken Rückraum. Der schenkte dem Gastgeber direkt nach seiner Einwechslung schnell und reichlich ein. „Den hatten wir gar nicht drauf“, kritisierte Marcel Hägermann und musste zusehen, wie der ehemalige Jugend-Bundesliga-Spieler seinem Team beginnend mit dem 8:12 vier Würfe ins Netz des machtlosen SVGO-Keepers Bastian Entelmann drosch. Am Ende hatte Thalmann sein Trefferkontingent aus den vorangegangenen drei Spielen (acht Tore) mit sieben Treffern fast verdoppelt. Deshalb schwammen den Gelb-Blauen die Felle beim 10:17-Rückstand davon (29.), danach war der Gastgeber für den Liga-Novizen keine ernsthafte Gefahr mehr. „Wir haben den Ball gut laufen gelassen, das Spiel breit gemacht und die Lücken clever genutzt“, lobte Panitz sein Team, während sein Gegenüber ob der hohen Zahl an Gegentreffern die Hände über den Kopf zusammenschlug. „Wir haben in dieser Saison schon das vierte Mal über 30 Gegentore kassiert“, monierte Marcel Hägermann.

Sein Team war im dritten Heimspiel der Saison aber auch auf den bislang stärksten Gegner getroffen, das gegen die überlegene Spielgestaltung des SGAM-Regisseurs Luke Pehling keine passende Antwort fand. Denn entweder langte der zurzeit beste Torschütze der Landesliga (42/3 Tore aus fünf Spielen) selbst erfolgreich zu, oder er brachte seine Halbangreifer bestens in Stellung. „Lukes Übersicht ist einfach wunderbar“, lobte Thomas Panitz seinen Mittelangreifer, der auch das Spieltempo hochhielt.

Dazu kam der oberliga-erfahrene Schlussmann Marcus Belizaire, der dem SV Grambke-Oslebshausen in den ersten zwölf Minuten nach der Pause (25:17) mit sieben Paraden den letzten Schneid abkaufte. Seine Effektivität lag bis dahin bei unglaublichen 53 Prozent, am Ende waren es immer noch starke 33 Prozent. Aber auch sonst war der Tabellenzweite dem Stadtrivalen in der Breite und der Qualität des Kaders überlegen. „Uns hat man die Ausfälle von Derk Marien, Frederik von Wil­denradt und Jan-Hendrik Wöltjen überhaupt nicht angemerkt“, sagte SGAM-Teammanager Jörg Budelmann. Ambitionen ganz nach oben weist der Ostbremer Coach Thomas Panitz aber (noch) von sich. „Wir wollen die Kirche im Dorf lassen und denken nur von Spiel zu Spiel“, betont er. Ein einstelliger Tabellenplatz soll es am Ende aber bitteschön schon sein.

Davon kann der SV Grambke-Oslebshausen nur träumen, der mit 2:8 Punkten im Startblock steckengeblieben ist. Wenn er sich nicht deutlich steigert, dann wird der aktuelle Drittletzte auch diesmal wieder hart um den Klassenerhalt kämpfen müssen. „Wir haben des Öfteren zwei, drei Spielzüge gespielt“, sah dessen Trainer Marcel Hägermann einen spielerischen Fortschritt. Der hilft aber nicht, wenn sich sein Team dann nicht richtig in die gegnerische Deckung traut. „Wir finden zurzeit nicht den Mittelweg zwischen ruhig spielen und auf die Abwehr zuzugehen“, gab Marcel Hägermann zu. Ein Teil seines Teams hat auch mit dem strikten Backeverbot zu kämpfen, das seit dieser Saison in der vereinseigenen Halle an der Sperberstraße ausgesprochen wurde.

SV Grambke-Oslebshausen: Entelmann, Bödeker; Feldermann (1), P. Hinrichs (3), F. Hinrichs (1), Rüttjerott (2), Pfeiffer (3), Schmidt (5), Wilken (2), Hergert (3/2), Bischof (8), Dunker, Götz (1).

SG Arbergen-Mahndorf: Anders, Belizaire; Siegert (1), Heilenkötter (1), Wolf (5), Giesecke (2), Thalmann (7), Pehling (5), Suhr (3), Reimer (4), Bergmann (1), Gerber (1), Schröder (3), Weber (4/3).

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