Dierk Wittmershaus und Heiner Kuhlmann vom Weyher Lauftreff nehmen seit 1966 an Volksläufen teil

50 Jahre Leidenschaft

Weyhe. Es war der 18. September 1966, als sich rund 3800 Menschen auf der Sportanlage „Stadtwerder“ versammelten, um am ersten internationalen Bremer Volkslauf teilzunehmen.
29.10.2016, 00:00
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Von Nico Nadig
50 Jahre Leidenschaft

Dierk Wittmershaus (vorne) und Heiner Kuhlmann in ihrem Element: Seit 50 Jahren nehmen die beiden an Volksläufen teil.

Björn Hake

Weyhe. Es war der 18. September 1966, als sich rund 3800 Menschen auf der Sportanlage „Stadtwerder“ versammelten, um am ersten internationalen Bremer Volkslauf teilzunehmen. Unter den Athleten waren auch Dierk Wittmershaus und Heiner Kuhlmann vom Weyher Lauftreff. Für die beiden war der Volkslauf zwar nicht der erste Wettkampf, aber trotzdem ist ihnen die Veranstaltung in besonderer Erinnerung geblieben. Die Strecke führte am Werdersee entlang, vorbei an der Traditionsgaststätte „Zum Kuhhirten“. Und während der damals 20-jährige Wittmershaus den 6300 Meter langen Kurs absolvierte, startete der zwei Jahre jüngere Kuhlmann bei den Junioren 8 und bewältigte 2500 Meter.

Im Ziel angekommen, mussten die beiden aber erst einmal einiges an Geduld aufbringen, wenn sie ihre offizielle Zeit erfahren wollten. Denn die Ergebnislisten wurden seinerzeit noch mit einer Schreibmaschine angefertigt, und dementsprechend lange dauerte auch die Vervielfältigung. Mit heutigen Verhältnissen nicht zu vergleichen. „Das war ja überhaupt der erste Volkslauf in Norddeutschland. Alles hat eben ein bisschen gedauert, und nicht jeder hat seine Zeit erfahren“, erinnert sich der mittlerweile 70-jährige Dierk Wittmershaus zurück.

In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Teilnahme am Bremer Volkslauf zu einer Art Tradition der Freunde. Sie trainierten immer öfters, kratzten sogar an der Grenze zum Leistungssport. „Wir kommen ja eigentlich aus der Leichtathletik, sind in den Disziplinen Weitsprung sowie Sprinten groß geworden. Aber irgendwann wuchs auch die Begeisterung für längere Strecken“, berichtet der 68-jährige Heiner Kuhl-mann. Und bei ihren zahlreichen Teilnahmen an Volksläufen haben die beiden nicht nur einige Urkunden gesammelt, sondern auch viele Erinnerungen. „Es sind viele untrainierte Menschen mitgelaufen, deshalb kam es auch nicht selten vor, dass jemand mal umgekippt ist. Deswegen wurden Volksläufe im Sommer auch mal verboten“, erinnert sich Heiner Kuhlmann. Die Zeiten vieler Athleten, ergänzt Dierk Wittmershaus, seien aber trotzdem auf einem hohen Niveau gewesen. „Der Unterschied zu heutigen Volksläufen ist nicht wirklich groß“, stellt der 70-Jährige fest.

Um Marathons machten die beiden Freunde zu Beginn einen großen Bogen. Denn das sei damals nur etwas für die richtigen Könner gewesen. „Heutzutage sind das ja Massenveranstaltungen, früher war das aber noch anders“, betont Dierk Wittmershaus, der im Laufe der Zeit aber immer mehr Gefallen an der 42-Kilometer-Distanz gefunden hat. Erst vor Kurzem nahm er am Bremen-Marathon teil und gewann in seiner Altersklasse.

Im November nimmt er an der Senioren-Weltmeisterschaft in Australien teil. Aufgeregt ist er deswegen aber nicht. Denn es ist bei Weitem nicht einer seiner ersten Wettkämpfe im Ausland. „Ich bin schon auf jedem Erdteil einen Marathon gelaufen. Unter anderem in Boston, Hong Kong und Südafrika. Insgesamt habe ich bis jetzt an 61 Wettkämpfen teilgenommen“, verrät Dierk Wittmershaus.

Heiner Kuhlmann kann da nicht ganz mithalten. Er überquerte bei bislang vier Marathons die Ziellinie, zeigt sich damit aber auch vollends zufrieden. „Ich laufe kürzere Distanzen lieber. Es geht mir sowieso mehr um den Spaß und um das gute Gefühl“, erklärt Kuhlmann. Überhaupt stünden für beide die Wettkämpfe nicht mehr im Vordergrund. Das gemeinsame Training sei um ein Vielfaches wichtiger, erklären beide. „Im Winter treffen wir uns sonnabends mit mehreren Leuten und laufen dann einige Kilometer. Wir wollen uns einfach fit halten“, sagt Wittmershaus, den bis zuletzt Achillessehnenprobleme plagten. Es sei mittlerweile schlichtweg schwieriger, nach einer Verletzung zurückzukommen, da die Muskeln mehr Zeit zum Regenerieren bräuchten. „In unserem Alter zwickt es halt mal schnell, aber das ist kein Problem. Wir trainieren einfach nicht mehr ganz so intensiv, weil wir ja noch einige Jahre laufen wollen“, merkt Heiner Kuhlmann an. Wenn es anders wäre, würde beiden etwas fehlen.

„Irgendwann wuchs auch die Begeisterung für längere Strecken.“ Heiner Kuhlmann
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