Kolumne zu den Sixdays

6 Tage, 6 Nächte: nackte Tatsachen

Sechs Tage Radsport in Bremen: An dieser Stelle machen sich die Sixdays-erfahrenen Redakteure Olaf Dorow und Jörg Niemeyer Gedanken über Party, Fahrräder, Bremen und was ihnen noch auf dem Herzen liegt.
13.01.2019, 20:58
Lesedauer: 1 Min
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6 Tage, 6 Nächte: nackte Tatsachen
Von Olaf Dorow
6 Tage, 6 Nächte: nackte Tatsachen

Die Fahrer bei den Bremer Sixdays rasieren sich die Beine - allerdings nicht aus ästhetischen Gründen.

Christina Kuhaupt

So genau weiß ich nicht, ob ich meinem Bildungsauftrag schon nachgekommen bin. Das Sechstage-Metier schreit ja geradezu danach. Hier dürften sich anders als im Fußball – und wohl kaum besser als im Cricket – nur die wenigsten textsicher fühlen. Also dann mal ein kleiner Lehr-Text: Mit Madison, Scratch, Omnium, Derny, Neutralisierungen oder dem Punktesystem brauche ich Ihnen natürlich nicht zu kommen. Kalter Kaffee. Kennen alle, wissen alle Bescheid.

Aber wussten Sie, warum es im klaren Gegensatz zum richtigen Leben im Sechstage-Leben nur rasierte Männerbeine gibt? Untenrum ist kein einziges Härchen zu entdecken, wenn die Jungs um die Bahn sausen. Ich habe mich mal über den Informationsstand diesbezüglich informiert und eine repräsentative Umfrage in Auftrag gegeben. Bei mir selbst, Agenturen waren in der gebotenen Kürze nicht aufzutreiben. So konnte ich auch besser überprüfen, dass korrekt ausgewertet wird.

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Hier die Ergebnisse: Es wurden Jessica, Annika, Jolanta, Rebekka, Christiane befragt. Und meine Frau. Warum sind die Rennfahrer-Beine so nackt, und wie finden Sie das so? Antwort Jessica: Als Sport-Zuschauerin betrachtet, ist das okay. Als Frau geguckt, ist das nicht okay. Und die machen das wegen der Aerodynamik. Antwort Annika: die gleiche. Antwort Jolanta: auch. Rebekka: copy & paste. Und so weiter. Es gibt also Aufklärungsbedarf.

Der vermutete Rasier-Grund ist nicht falsch. Er ist aber weniger als die halbe Wahrheit. Grund eins ist das Berufs­risiko der Berufsfahrer. Stürze. Pflaster oder Tape auf behaartem Bein ist beim Ablösen eher nicht mit einem Wattebausch zu verwechseln. Ist ein Haar in der Wunde, heilt sie schlechter. Grund zwei ist der Schutz vor Entzündungen. Rennfahrer-Beine werden dauernd massiert. Ach so, meine Frau hat gesagt, dass manche Männer es sich durchaus leisten können, das Bein haarfrei zu halten. Nicht nur im sportlichen, auch im ästhetischen Sinne. Mir fiel da ein, wie mir vor einer OP mal die Wade rasiert wurde. Der Anblick passte zur Miene von Jessica und Co. bei der entsprechenden Umfrage-Frage. Die Miene war ungefähr so: Bäh!

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