Hans Herbst spielt in der Ü 60-Liga 78 Jahre alt und kein bisschen müde

Bremen. Eines steht für Heinz Mahnke fest: „Wenn ich mit 78 Jahren noch so gut Fußball spielen kann“, sagt der Altherren-Spieler der SV Hemelingen, „dann wäre ich sehr glücklich.“ Gemeint ist SVH-Urgestein Hans „Hannes“ Herbst, der mit 78 Jahren noch in der Ü 60-Liga spielt – und damit vermutlich zu einem der ältesten noch aktiven Kicker im Lande Bremen zählen dürfte.
12.08.2019, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Christian Markwort

Bremen. Eines steht für Heinz Mahnke fest: „Wenn ich mit 78 Jahren noch so gut Fußball spielen kann“, sagt der Altherren-Spieler der SV Hemelingen, „dann wäre ich sehr glücklich.“ Gemeint ist SVH-Urgestein Hans „Hannes“ Herbst, der mit 78 Jahren noch in der Ü 60-Liga spielt – und damit vermutlich zu einem der ältesten noch aktiven Kicker im Lande Bremen zählen dürfte.

Geboren 1941, wuchs Herbst in der heutigen Bahnhofsvorstadt auf und begann als Fünfjähriger mit dem Kicken. „Wir spielten mit Blechdosen auf der Straße“, erinnert er sich, „Fußbälle oder Autos gab es so kurz nach dem Krieg ja nicht.“ Als Knirps schloss er sich Bremen 1860 (heute Union 60) an, wechselte später zur SV Hemelingen, wo er bis heute seinem Lieblingssport nachgeht. Lange Zeit war der Linksfuß auf dem linken Flügel aktiv, mittlerweile gilt er als bissiger Verteidiger.

Bis zu seinem 16. Lebensjahr spielte Herbst Fußball, danach absolvierte er bei der AG Weser eine Ausbildung zum Schiffsbauer und fuhr später als Schiffsbetriebsmeister knapp 40 Jahre auf unterschiedlichen Schiffen über die Meere dieser Welt. „Kapitän wollte ich nie werden“, betont Herbst, „und auch Kreuzfahrtschiffe haben mich nie gereizt.“ 1975 kaufte er sich ein Haus im Steintor, wo er noch heute lebt – alleine. „Bevor es mit einer Frau zur Hochzeit kam, konnte ich gerade noch weglaufen“, scherzt er, „dafür war ich nie zu haben.“ Auch von Kindern wisse er trotz zahlreicher Affären nichts, „zumindest ist nie eine Frau an mich herangetreten“, betont er und grinst schelmisch.

2001 war Schluss mit der Seefahrt, zuvor hatte Herbst im Alter von 53 Jahren wieder mit dem Fußball angefangen. Zunächst daddelte er mit einigen Kumpels in der Rottkuhle in Mahndorf, 1994 schloss er sich schließlich den „Alten Herren“ der SV Hemelingen an, wo er in diesem Jahr eine Urkunde für seine 25-jährige Vereinszugehörigkeit erhielt. „Bis auf ein gebrochenes Wadenbein und einen gebrochenen Daumen ist mir nie etwas passiert“, sagt er, „solange ich in Hemelingen noch gebraucht werde, spiele ich weiter.“ Herbst genießt neben den Spielen auch die alljährliche Mannschaftsfahrt der Hemelinger Oldies nach Borkum, „weil der Teamgeist absolut intakt ist und wir alle echte Kumpels sind“, sagt er.

Auch das Vereinsleben bei der SV Hemelingen behagt dem Senior gut, nahezu jedes Heimspiel des frisch gebackenen Bremen-Ligisten verfolgt er am Spielfeldrand. „Ich hoffe, sie halten die Klasse“, so Herbst, der nach eigenen Angaben in seiner langen Laufbahn noch nie eine Rote Karte bekommen hat. Mit großer Ruhe am Ball und viel Auge habe er bis heute zahlreiche knifflige Situationen stets fair lösen können – auch davon ist Heinz Mahnke „zutiefst beeindruckt“.

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