Fußball

8:0 - Twistringen deklassiert Okel

Die Blaumeisen führen bereits nach 19 Minuten mit 5:0. Die Gäste sind überfordert und erleben eine böse Bezirksliga-Premiere.
02.08.2019, 21:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup
8:0 - Twistringen deklassiert Okel

Da passiert's erneut: Lennart Bors lässt Okels Keeper Dennis Maibach hinter sich und erzielt einen seiner insgesamt vier Treffer.

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Twistringen. Traumstart für den SC Twistringen: Mit 8:0 (6:0) schossen die Blaumeisen den TSV Okel ab und sprangen direkt an die Spitze. Für die Gäste war das erste Bezirksligaspiel der Vereinsgeschichte dagegen ein echter Albtraum.

Vieles hatten sich beide Mannschaften sicherlich erhofft, manches vielleicht auch befürchtet, doch was sich am Freitagabend abspielte, hatte wohl niemand geahnt. 19 Minuten waren gespielt, da führte Twistringen bereits 5:0. In der Anfangsphase war gefühlt jeder Schuss ein Treffer. Dabei hatte Okel noch den ersten durchaus vielversprechenden Angriff gehabt, aber den entscheidenden Pass nicht zustande gebracht. Auf der anderen Seite trafen die Twistringer mit einer brutalen Effektivität: Lennart Bors (3., 11.), Christoph Harms (4., 19.) und Jonas Wilkens (18.) entschieden die Begegnung bereits in der Anfangsphase. SCT-Trainer Friedhelm Famulla, der mit dem Sieg einen gelungenen Punktspieleinstand feierte, hatte aufgrund einiger Rückkehrer wie eben Harms und Wilkens ein anderes Auftreten als im Pokal versprochen – und seine Elf lieferte. „Wir haben richtig gut gespielt. Wir sind hoch angelaufen, haben sehr viel Druck gemacht und waren konsequent im Abschluss“, freute sich der Coach. „Die Revanche für die Pokalniederlage ist geglückt.“ Seine Mannschaft war überhaupt nicht wiederzuerkennen. Sie spielte sicherer als vor Wochenfrist im Pokal und hatte mit Bors, Harms und Wilkens ein Trio, das die Okeler regelrecht durcheinander wirbelte.

Auch die Gäste zeigten im Vergleich zur Vorwoche ein ganz anderes Gesicht – allerdings kein schöneres. Sie waren teilweise überfordert, wirkten gar nicht bereit für die Aufgabe. Dass mit Lucas Feldmann und Marvin Zwiebler zwei Stützen fehlten, erklärte die Höhe der Niederlage wahrlich nicht allein. Dafür erlaubten sich die Gäste zu viele Aussetzer, sowohl individuell als auch im Kollektiv. Twistringen bekam zu viele Räume, die der Gastgeber auch nutzte. Allen voran der in der Vorwoche noch glücklose Bors, der vier Treffer erzielte. Okels Coach Lutz Schröder wähnte sich teilweise wie in einem äußerst einseitigen Boxkampf: „Wir haben einen K.o.-Schlag kassiert, haben uns dann irgendwie wieder aufgerappelt – und dann kam schon der nächste harte Treffer.“ Es war, so bitter das aus Sicht des Aufsteigers auch war, ein stimmiger Vergleich. Okel taumelte regelrecht übers Feld. Gegen den offensiven Famulla-Fußball mit hohem Pressing hingen die Gäste schnell in den Seilen.

Eine Teilschuld an der Niederlage nahm auch Schröder auf sich: „Wir hätten direkt mit einer Fünferkette spielen sollen und nicht im 4-2-3-1-System“, gab er zu, die falsche taktische Marschroute gewählt zu haben. Die Umstellung nahm er Mitte der ersten Hälfte vor. Für einen Punkt wäre der TSV aber auch nicht infrage gekommen, wenn er direkt mit fünf Verteidigern begonnen hätte. Dafür war die Anzahl der Ausfälle auch auf dem Feld zu groß. Immerhin führte die Umstellung dazu, dass Okel in den weiteren 70 Minuten nur noch drei weitere Gegentore kassierte. Zwei weitere Male Bors und ein weiteres Mal Wilkens schossen den Twistringer Kantersieg heraus und ließen konsternierte Okeler zurück. „Es ist ein Spiel, aus dem wir viel lernen können“, meinte Schröder. Auf der anderen Seite waren die Gastgeber bester Laune: „So macht es natürlich Spaß“, strahlte Famulla. Er hatte Recht behalten: „Wenn die Jungs alle da sind, dann haben wir eine gute Truppe. Der Sieg ist extrem wichtig für das Gefühl“, fügte er an. Das könnte freilich nicht besser sein: Twistringen beginnt die Saison wahrlich auf einem Stimmungshoch.

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