1. Fußball-Kreisklasse 88-minütiger Schlagabtausch

Im Spitzenspiel der 1. Kreisklasse trennen sich der VfL Wildeshausen II und der KSV Hicretspor Delmenhorst mit 1:1. Beide Teams kommen damit dem Aufstieg in die Kreisliga ein Stück näher.
08.04.2019, 15:26
Lesedauer: 3 Min
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Von Ralf Kilian

Delmenhorst. Ein Unentschieden – zwei Gewinner: Im Gipfeltreffen der 1. Kreisklasse haben sich der KSV Hicretspor Delmenhorst und der VfL Wildeshausen II verdient mit 1:1 (0:1) getrennt. Angesichts der Heimpleite des Tabellendritten VfL Stenum II gegen die SF Wüsting konnten beide Teams mit dem Punkt ausgezeichnet leben. Der Spitzenreiter aus Wildeshausen ist nur noch zwei Siege von der Fußball-Kreisliga entfernt – und diese sollten am Freitag gegen den TSV Ganderkesee II und am darauffolgenden Mittwoch gegen den FC Hude III locker drin sein. Auch Hicretspor hat bei nun acht Punkten Vorsprung auf den Dritten beste Karten.

Hicretspor kann als einzige Mannschaft der Liga für sich reklamieren, diese Saison ungeschlagen gegen den designierten Meister geblieben zu sein. Seit dem 3:3 im Hinspiel hatte der VfL zehn Siege und 47:5 Tore eingefahren, ist insgesamt schon 19 Partien ungeschlagen. Hicretspor braucht aus acht ausstehenden Spielen maximal noch 16 Punkte, auch das ist absolut machbar.

Das Spiel selbst war allerdings alles andere als spitze. „Zum Ansehen war das nix. Mit Fußball hatte das wenig zu tun, aber das lag auch am schlechten Platz“, meinte VfL-Coach Andree Höttges. Wie so viele Plätze in Delmenhorst könnten auch die Nebenplätze im Stadion mal eine Walze vertragen, die 70 Zuschauer hatten sich sicher mehr technische Feinheiten erhofft. Was sie bekamen, war ein Kampfspiel mit einigen Nickeligkeiten Mitte der zweiten Halbzeit, das Schiedsrichter Dieter Käufer aber gut im Griff hatte.

Letztlich konnte Hicretspors Trainer Timur Cakmak zu Recht sagen: „Wir hatten einen Tick mehr Chancen.“ Die größte davon schon in der siebten Minute, als Germain Martens seinen bulligen Körper gewohnt geschickt einsetzte, damit Philipp Finger und Torwart Maik Backhus ausbremste und aus spitzem Winkel nur den Pfosten des leeren Tores traf.

Insgesamt ging die erste Hälfte an die Gastgeber, die noch gute Möglichkeiten durch einen Kopfball von Ali Aluclu (32.) und einen Schrägschuss von Martens (37.) hatten. Beim Spitzenreiter war derweil nur Verteidiger Frederik Gralla torgefährlich. Zunächst strich sein Kopfball nach einer Ecke von Schahuaz Amir-Juki noch knapp über den Querbalken (17.), doch kurz vor der Pause (41.) knallte er die Kugel nach einem Getümmel im Torraum zum 0:1 in die Maschen. Ansonsten waren die ersten 45 Minuten eher unansehnlich und hatten noch nicht das (Kreisliga-)Niveau, das beide Mannschaften schon bald erreichen wollen.

Wildeshausen II kam nur nach Standards gefährlich zum Zuge, aber die waren bei Amir-Juki in besten Händen. Sein Freistoß an den Innenpfosten wäre fast das 0:2 gewesen (54.). „Wenn Wildeshausen das zweite Tor macht, wird es sehr schwer für uns“, meinte Cakmak. Doch seine Mannschaft kämpfte sich zurück, zeigte sich gegenüber dem Hinspiel (gerade noch 3:3 trotz 3:0-Führung) läuferisch stark verbessert. Ein Freistoß von Ümit Yildiz ging knapp drüber (67.), kurz darauf hätte man Handelfmeter für die Platzherren geben können.

Die Entstehung des Ausgleichstores war trotzdem glücklich. Einen flach getretenen Eckball von Ali Aluclu verfehlte Andrej Kari und die Kugel flutschte zum 1:1 (73.) ins Tor. „Das war schon sein viertes Tor im vierten Spiel“, freute sich Cakmak über die Treffsicherheit des Winter-Neuzugangs. Die Endphase gehörte dann eher wieder den Gästen und Kari hätte sein Luftloch fast noch korrigieren können. Doch seinen platzierten Schuss vom linken Strafraumeck lenkte KSV-Keeper Yusuf Bilal Polat noch ans Lattenkreuz (86.).

Danach wurden noch drei Minuten Fußball gespielt, ab der 89. Minute gab man sich beiderseits mit dem Punkt zufrieden. Höttges beorderte seine Mannschaft zurück zur Mittellinie und Hicretspors Verteidiger spielten sich noch zwei Minuten ungehindert die Bälle zu, bis Käufer abpfiff. Einen Vergleich mit dem WM-Skandal von 1982 in Cordoba, als sich Deutsche und Österreicher einen 80-minütigen Nichtangriffspakt leisteten, wies Höttges lachend zurück. „Wir hatten 88 Minuten Kampf und offenen Schlagabtausch. Am Ende reicht uns der Punkt.“

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