Gladbach nach 2:4 nur Gruppenletzter

Abschied aus Europa

Manchester. Es passiert nicht besonders oft, dass die Fans, die eine Gastmannschaft vom europäischen Festland mit auf die britische Insel bringt, ein fremdes Stadion derart dominieren wie die Anhänger aus Mönchengladbach an diesem bemerkenswerten Fußballabend. Beim 2:4 (2:1) von Borussia Mönchengladbach bei Manchester City waren über weite Strecken fast ausschließlich die rund 4000 Anhänger der Gäste aus Deutschland zu hören.
09.12.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Theweleit

Es passiert nicht besonders oft, dass die Fans, die eine Gastmannschaft vom europäischen Festland mit auf die britische Insel bringt, ein fremdes Stadion derart dominieren wie die Anhänger aus Mönchengladbach an diesem bemerkenswerten Fußballabend. Beim 2:4 (2:1) von Borussia Mönchengladbach bei Manchester City waren über weite Strecken fast ausschließlich die rund 4000 Anhänger der Gäste aus Deutschland zu hören. Lange hatte es auch so ausgesehen, als könnten die Gladbacher dieses Spiel tatsächlich gewinnen – und unabhängig vom Ergebnis des anderen Spiels in dieser Gruppe in Sevilla in die K.o.- Phase der Europa League einziehen. Doch in der Schlussphase brachen die Gäste unter dem Druck der hochkarätig besetzten Engländer ein, und weil der FC Sevilla zeitgleich gegen Juventus Turin gewann, ist die Borussia endgültig aus dem Europapokal ausgeschieden.

Aber es war ein wunderbares Fußballspiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten. Am Ende war Manchester besser, aber die erste Hälfte war eine Demonstration der Gladbacher Stärke. Dabei gab es schon früh einen ersten Rückschlag. Die Gladbacher hatten zwar stark begonnen mit viel Mut und einer großen Kombinationssicherheit. Aber was fehlte, war die Präzision im letzten Pass in den Strafraum. Und mitten in dieser guten Gladbacher Anfangsphase gingen dann die Engländer in Führung. Sterling spielte einen hübschen Hackentrick auf David Silva, der in den Strafraum lief und den Ball aus spitzem Winkel hoch in die kurze Ecke drosch.

Aber auch dieser frühe Rückstand raubte der Mannschaft von Trainer André Schubert nicht den Mut. Die Ordnung bei der Borussia stimmte, der Ball lief sauber durch die Reihen, und schon drei Minuten nach dem 0:1 fiel der Ausgleich. Fabian Johnson hatte sich großartig auf dem linken Flügel durchgesetzt, der Ball landete bei Julian Korb, der mit einem trockenen Schuss aus zwölf Metern in die lange Ecke erfolgreich war. Ein tolles Tor. Und so ging es weiter. Mönchengladbach blieb überlegen, hatte in der ersten Hälfte deutlich mehr Ballbesitz (63 Prozent) und ganz grundsätzlich die reifere Spielanlage. Und so fiel dann auch kurz vor der Halbzeit das 2:1 für die Gäste. Diesmal schlug Oscar Wendt von der linken Seite einen scharfen Ball ins Zentrum, wo Johnsons Versuch eines Torschusses auf dem Fuß von Raffael landete, der aus kurzer Distanz zur Führung traf (42.).

Nach der Pause waren die Souveränität und die Sicherheit der Borussia aber plötzlich verschwunden. Im Spielaufbau fehlte jetzt die Ruhe, und Yann Sommer geriet mehr und mehr in den Mittelpunkt des Geschehens. In der 59. Minute rettete der Torhüter nach einem missglückten Rückpass von Elvedi mit dem Fuß. Nach 67 Minuten bugsierte er erneut einen tollen Schuss des Engländers um den Pfosten. Aber innerhalb von zwei Minuten drehte Raheem Sterling (80., 81.) das Spiel. Da spielte das 4:2 von Wilfried Bony (85.) keine Rolle mehr.

Manchester City: Hart - Clichy (81. Sagna), Otamendi, Mangala, Kolarov - Delph (65. Bony), Fernandinho - De Bruyne (65. Jesús Navas), Touré, David Silva - Sterling

Bor. Mönchengladbach: Sommer - Elvedi, Christensen, Nordtveit - Korb, Dahoud (66. Marvin Schulz), Xhaka, Johnson (72. Drmic), Wendt (84. Hazard) - Stindl, Raffael

Schiedsrichter: Makkelie (Niederlande)

Zuschauer: 46 000

Tore: 1:0 David Silva (16.), 1:1 Korb (19.), 1:2 Raffael (43.), 2:2 Sterling (80.), 3:2 Sterling (81.), 4:2 Bony (85.)

Gelbe Karten: - / -

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