Kai Huntemann verlässt TuS Varrel Abschied mit Klassenerhalt

Varrel. Tabellenrang neun, punktgleich mit den beiden davor platzierten Teams der SG Diepholz II und des SV Dreye. Das lässt kaum vermuten, dass der TuS Varrel, seines Zeichens Aufsteiger in die Fußball-Kreisliga A Diepholz, im Kampf um den Klassenerhalt praktisch schon abgeschrieben war.
27.06.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Henning Reinke

Varrel. Tabellenrang neun, punktgleich mit den beiden davor platzierten Teams der SG Diepholz II und des SV Dreye. Das lässt kaum vermuten, dass der TuS Varrel, seines Zeichens Aufsteiger in die Fußball-Kreisliga A Diepholz, im Kampf um den Klassenerhalt praktisch schon abgeschrieben war.

"Wir sind tief unten reingerutscht, die Lage war lange Zeit sehr beängstigend, weil wir irgendwie den Boden unter den Füßen verloren hatten und das rettende Ufer immer weiter im Nebel verschwand", sagt Trainer Kai Huntemann rückblickend. "Als der Klassenerhalt schließlich doch gesichert war, hatten wir dann auch noch den Ehrgeiz, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Und das haben wir ja auch geschafft", ergänzt der 39-Jährige.

Nach der Aufstiegseuphorie und einem hoffnungsvollen Saisonstart folgte zunächst Ernüchterung. "Es war noch so eine Kreisklassen-Mentalität im Team. Es konnte sein vorhandenes Potenzial zu oft nicht abrufen. Fehlende Einstellung und dadurch ausbleibende Erfolge bildeten eine unheilvolle Konstellation", so Huntemann. "Außerdem waren die ständigen Meckereien unerträglich."

Mitte März folgte der absolute Tiefpunkt, als die Varreler beim späteren Meister TuS Syke II eine vernichtende 0:7-Abfuhr kassierten. "Aber diese Pleite sollte sich als positiver Knackpunkt erweisen. Ich habe der Mannschaft klar gemacht, dass es so nicht weitergehen kann. Und dieser Meinung schlossen sich die Spieler an. Sie gingen endlich mit der nötigen Konzentration zu Werke", betrachtet Huntemann die schlimmste Stunde als Wende zum Guten.

Die Varreler verabschiedeten sich von der zu oft zu anfälligen Viererabwehrkette. Fortan rückte Jonas Ellmers auf den Liberoposten und bildeten Jonas Schlüter und Tjorben Fleckner ein gutes Manndeckerduo. "Tjorben ist ja auch unser Spartenleiter, da hat er als Offizieller alles hautnah miterlebt", scherzt Huntemann. So brachen für den zuvor von seinen Vorderleuten oft im Stich gelassenen Torwart Viktor Stumpf bessere Zeiten an. Der Schlussmann untermauerte dabei den Eindruck, dass er zu den Top-Schlussmännern auf Kreisebene zählt.

Doch die Varreler Aufholjagd blieb eine schwere Geburt. Die Zeit lief gegen den Neuling. Erst am 23. Spieltag war zum ersten Mal ein Nichtsabstiegsplatz erreicht, geriet aber wegen des folgenden 1:3 gegen den SV Heiligenfelde II prompt wieder in Gefahr. Aber nur sehr kurz. Denn anschließend ging es unaufhaltsam nach oben. "Aus elf Partien haben wir 26 Punkte geholt. So eine tolle Serie hatte uns keiner mehr zugetraut", meint ein stolzer Huntemann. Maßgeblich am Aufschwung beteiligt war Deniz Belin, der 16 seiner insgesamt 21 Tore in der Rückrunde erzielte.

Mit 13 Treffern erwies sich darüber hinaus der offensive Mittelfeldspieler Sebastian Hübner als ungemein wertvoll. Und nicht nur er. "Als echter Glücksfall entpuppte sich der im März vom FC Huchting gekommene Sven Schweneker. Er erzielte wichtige Tore, bestach aber vor allem durch seine Zweikampfstärke und seinen klaren Blick beim Spielaufbau", lobt Kai Huntemann.

Mit dem Klassenerhalt hat sich Huntemann jetzt ganz entspannt von seinem Traineramt, das er mehr als vier Jahre inne hatte, verabschiedet. "Als ewiger Varreler bin ich nach dem Ende meiner aktiven Laufbahn auch schon wieder gut acht Jahre an der Seitenlinie tätig, habe unter dem jetzigen Ristedter Trainer Bernd Schebitz als Co-Trainer gearbeitet. Zudem habe ich mit Spielern wie Christoph Donath, Peer-Axel Körner oder Andreas Kupka noch in einer Mannschaft zusammengespielt. Da gibt es für einen Trainer dann irgendwann Abnutzungserscheinungen. Außerdem bin ich junger Vater, da zählen andere Prioritäten", erklärt Huntemann.

Aber es muss kein Abschied für immer sein: "Ein Comeback, wo auch immer, will ich nicht ausschließen. Aber das ist Zukunftsmusik", betont Huntemann. Mit Ralf Schulze aus Elsfleth haben die Varreler bereits einen Nachfolger gefunden.

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