Unterschiedliche Gemütslagen für den SV Grohn, Blumenthaler SV und die SG Aumund-Vegesack Abschied, Spaß und Spannung

Bremen-Nord. Der Blumenthaler SV will beim ESC Geestemünde noch einmal Spaß haben, der SV Grohn könnte den TSV Melchiorshausen zum Begleiter in die Landesliga erwählen, und die SG Aumund-Vegesack muss gegen den FC Oberneuland gewinnen, um sich endgültig für die ­Teilnahme am Lotto-Hallenturnier zu qualifizieren: Langeweile dürfte für die nordbremischen Teams in der Fußball-Bremen-Liga auch am letzten Spieltag der Saison 2016/17 nicht aufkommen.
20.05.2017, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Bremen-Nord. Der Blumenthaler SV will beim ESC Geestemünde noch einmal Spaß haben, der SV Grohn könnte den TSV Melchiorshausen zum Begleiter in die Landesliga erwählen, und die SG Aumund-Vegesack muss gegen den FC Oberneuland gewinnen, um sich endgültig für die ­Teilnahme am Lotto-Hallenturnier zu qualifizieren: Langeweile dürfte für die nordbremischen Teams in der Fußball-Bremen-Liga auch am letzten Spieltag der Saison 2016/17 nicht aufkommen.

SG Aumund-Vegesack – FC Oberneuland: Ebenso wie vor einer Woche beim VfL 07 Bremen ist die SAV auch gegen den FC Oberneuland zum Siegen verdammt. Weil die Leher Turnerschaft in der Tabelle nur einen Punkt hinter den Vegesackern rangiert und im Heimspiel gegen den TSV Grolland nichts anbrennen lassen will, müssen die Vegesacker auch beim Saisonfinale noch einmal alle Kräfte mobilisieren.

Nur ein Sieg und drei zusätzliche Punkte auf der Habenseite garantieren die Einladung zum winterlichen Hallenspektakel. Teammanager Jörg Segerath und sein Trainerkollege Issam El-Madhoun setzen auf die Willenskraft des „kleinen Kaders“, der am vergangenen Wochenende den VfL 07 Bremen mit 3:1 niederrang. In Findorff saßen einschließlich Issam El-Madhoun vier Auswechselspieler auf der Bank, unter ihnen der A-Jugendliche Kasim Uslu.

Neben einigen Langzeitverletzten fehlten auch die bisherigen Stammspieler Vinzenz van Koll und Patrick Cwiendacz. Sie sind aus der Mannschaft verbannt worden, Sege­rath spricht von einer Strafmaßnahme. ­Beide Spieler hätten zugesagt, auch in der nächsten Saison für die SAV aufzulaufen, dann aber beim Nachbarschaftsrivalen Blumenthaler SV unterschrieben. Das Hinspiel auf dem Platz am Vinnenweg gewannen die Nordbremer übrigens durch einen Treffer von Jannis Kurkiewicz in der 69. Minute mit 1:0. Am Sonntag muss Kurkiewicz verletzungsbedingt passen.
Sonntag, 15 Uhr, Vegesacker Stadion

ESC Geestemünde – Blumenthaler SV: Die Vizemeisterschaft ist längst in der Tasche, die Trauer wegen des Scheiterns im Pokalhalbfinale (0:2 gegen Leher Turnerschaft) verflogen. „Jetzt wollen wir im letzten Saisonspiel noch einmal Spaß haben“, sagt der Trainer des Blumenthaler SV, ­Michél Kniat. Ob der Spaß so weit geht, dass sich die Gastgeber ähnlich wie beim Brinkumer SV vor einer Woche abledern lassen (1:10), ist für den Blumenthaler Coach nicht entscheidend.

„Wir wollen natürlich vernünftig spielen und drei Punkte mitnehmen“, konkretisiert Kniat. Das würde am Ende den 23. Saisonsieg bedeuten. Allerdings dürfte der ESC Geestemünde gerade auf eigenem Platz kaum gewillt sein, den Gästewunsch ohne Gegenwehr zu erfüllen. Schon im Hinspiel hatten es die Seestädter den Blumenthalern nicht leicht gemacht. Erst durch einen Elfmeter und einen Treffer kurz vor Spielende konnte Blumenthals Mannschaftskapitän Tim Pendzich den 2:0-Erfolg der Burgwall-Elf sicherstellen. Verletzungsbedingt fraglich ist der Einsatz von Yannick Wojciechowski, Maurice Banehr und Lars Janssen. Vermutlich sein vorerst letztes Spiel für den Blumenthaler SV bestreitet Torwart Hannes Frerichs, der in dieser Woche ein Probetraining bei Alemannia Aachen (Regionalliga West) absolvierte.
Sonntag, 15 Uhr, Sportanlage Bürgerpark

TSV Melchiorshausen – SV Grohn: „Gott sei Dank geht die Saison zu Ende“, sagt Waldemar Krajczyk. Dass der Trainer des SV Grohn vor dem vorerst letzten Spiel der Nordbremer in der Bremen-Liga Erleichterung verspürt, ist verständlich. Seine Hoffnung, den „schlecht zusammen gestellte Kader“ in der Winterpause verstärken und konkurrenzfähig machen zu können, hatten sich zerschlagen. Die Aussicht, mit den „Husaren“ absteigen zu müssen, besaß für wechselwillige Spieler keinerlei Magnetkraft. Nun ist Krajczyk froh, dass nach dem Match in der Gemeinde Weyhe alles vorbei sei. ­Allerdings steht der Tabellenletzte dort noch einmal vor einer brisanten Aufgabe. Er ­würde bei einem Auswärtssieg oder einem Unentschieden den TSV Melchiorshausen zum Begleiter in die Landesliga bestimmen. Die Aussichten seien nicht schlecht, sagt Waldemar Krajycyk in Erinnerung an das Hinspiel. Das hatten die „Husaren“ verdient mit 3:1 für sich entschieden. Und deshalb wagt der Grohner Coach eine mutige Aussage: „Ich fahre nach Weyhe, um zu gewinnen.“ Seinen Optimismus begründet Krajczyk auch im Hinblick darauf, dass Maciej Gawronski und Ismail Zovoli wieder auflaufen können. Beide fehlten bei der desaströsen Vorstellung vor einer Woche gegen die Leher Turnerschaft (1:8).
Sonntag, 15 Uhr, Rasenplatz Bollmannsdamm

Warum am Sonntag? Ist der Bremer Fußballverband ein Spielverderber? Nicht alle Trainer, Betreuer und vor allem Kicker in der Bremen-Liga sind jedenfalls davon erbaut, dass die finalen Punktspiele erst am Sonntag ab 15 Uhr über die Bühne gehen. Danach bleibe nur wenig Zeit, den Saisonabschluss in gemeinsamer Runde entspannt zu feiern, wird moniert. Schließlich beginne am Montag wieder die Arbeitswoche. Die Frage lautet: Weshalb konnten die Begegnungen nicht alle für diesen Sonnabend ab 13 Uhr angesetzt werden? Dann wäre anschließend Zeit genug gewesen, die Saison beim Grillen und Fernsehen (letzter Spieltag der Bundesliga) ausklingen zu lassen. Ralf Lagerpusch, Spielausschussvorsitzender des Bremer Fußballverbandes, hat eine Antwort parat: Der letzte Spieltag der Bremen-Liga werde im Rahmen-Terminkalender festgelegt und sei den Vereinen bereits ein halbes Jahr vor Saisonbeginn bekannt. Anschließend erfolge rund zwei Wochen vor Spielbeginn eine Feinabstimmung auf dem Staffeltag. „Bisher hat sich noch nie ein Verein über die Ansetzungszeit beschwert“, so Lagerhaus. Und er macht den Vereinen ein Angebot: Gebe es Handlungsbedarf, werde sich eine Lösung finden. Frühestens in einem Jahr.
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