HSG Schwanewede/Neuenkirchen

„Abwehr hat an Qualität hinzugewonnen“

Marc Blum (21) spielt seit 2015 bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Der Rückraumspieler trifft im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga Nordsee am Sonntag um 18 Uhr in der Heideschule auf den TV Neerstedt.
11.01.2019, 15:44
Lesedauer: 3 Min
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Von Olaf Kowalzik
„Abwehr hat an Qualität hinzugewonnen“

Mit gewaltiger Sprung- und Wurfkraft ausgestattet: Marc Blum von der HSG Schwanewede/Neuenkirchen.

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Herr Blum, Sie haben im Training Traktorreifen geschleppt. Schult ihr Trainer jetzt die komplette Mannschaft zu Automechanikern um?

Marc Blum: (Schmunzelt) Nein, das war am Neujahrstag eine Teambuilding-Maßnahme mit vielen kleinen Spielchen, bei denen wir eben auch schwere Reifen geschleppt haben. Das war alles kraftraubend und anstrengend, hat aber auch viel Spaß gemacht.

Sie haben neben dem 29. Dezember auch nachmittags an Silvester trainiert. Ist die Mannschaft denn völlig schmerzbefreit?

Wir wollten einfach nur in unserem Rhythmus bleiben. Außerdem hatten wir am Silvesternachmittag lediglich im „clever fit“ in Blumenthal individuell trainiert. Es war also nichts Außergewöhnliches.

Ihre Mannschaft war bislang zu Hause bärenstark, aber auswärts durchaus anfällig. Muss damit auch in 2019 gerechnet werden?

Ich denke, dass sich das mit dem Bramsche-Spiel (33:21 im Dezember für die HSG, Anm. d. Red.) geändert hat. Wir müssen alle im Kopf dabei sein, dann passiert uns auch kein Ausrutscher mehr.

Worin sehen Sie den Unterschied zwischen der Oberliga im vergangenen Jahr und der jetzigen Verbandsliga?

Die Qualität der Gegner ist natürlich anders. Die Teams befinden sich nicht alle so auf Augenhöhe wie in der Oberliga. Hier kann man einen Ausrutscher durchaus wieder wettmachen.

Hatte der Abstieg im vergangenen Jahr eine heilsame Wirkung?

Vielleicht war es gut, in die Verbandsliga zu gehen. Durch die Siege ist das Team noch mehr zusammengerückt und freut sich über jeden weiteren Erfolg. In der Oberliga hatten ja eher die Niederlagen überwogen. Nun haben wir die Chance, mit großer Freude wieder aufzusteigen.

Ist das Team in der jetzigen Konstellation oberligatauglich?

Ja! Mit Karlo Oroz und Fabian Hartwich haben wir in der Abwehr sogar noch an Qualität hinzugewonnen. Wir müssen aber an unseren kleinen Aussetzern feilen, die hier und da auch schon mal zehn bis 15 Minuten dauern.

Sie wurden zum Ende der vergangenen Saison von einigen höherklassigen Klubs heiß umworben. Haben Sie die Entscheidung, in Schwanewede/Neuenkirchen zu bleiben, bereut?

Nein! Auch jetzt liegen mir wieder einige Angebote vor. Da ich aber dabei bin, eine Verkehrspiloten-Ausbildung zu machen, passt es mir momentan besser, in Schwanewede zu bleiben. Es sei denn, es käme ein Riesenangebot auf mich zu, das ich einfach nicht abschlagen kann.

Dem TV Neerstedt, den Sie am Sonntag um 18 Uhr in der Heideschule zum letzten Spiel der Verbandsliga-Hinrunde empfangen, haben Sie in der vergangenen Saison in beiden Spielen zusammen 17 Tore eingeschenkt. Liegt Ihnen der Oberliga-Mitabsteiger?

Irgendwie schon. Der besteht ja eher aus etwas kleineren Spielern, die ich mit meinen zwei Metern Körperlänge gut überwinden kann. Das soll möglichst auch in dieser Partie so bleiben.

Worauf müssen Sie bei Neerstedt achten?

Wir sollten uns so schnell wie möglich eine gute Führung herauswerfen und danach unseren Stiefel immer weiter herunterspielen. Auf keinen Fall dürfen wir Neerstedt dicht an uns herankommen lassen, denn zu kämpfen versteht unser Gast.

Bei einem Sieg hätten Sie fünf Punkte Vorsprung auf Ihren Verfolger aus Neerstedt, wäre das im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze die Vorentscheidung?

So schön so ein Vorsprung auch wäre, hätten wir damit gerade einmal die Hinrunde gespielt. Wir müssen aber auch wieder gegen Elsfleth, in Habenhausen, in Neerstedt oder auch in Fredenbeck antreten, da kann uns noch einiges passieren. Außerdem sind ja auch Ausrutscher nie ausgeschlossen.

Inwieweit interessiert Sie die gerade begonnene Handball-Weltmeisterschaft?

Als Handballspieler natürlich sehr, keine Frage. Unser Trainer Andreas Szwalkiewicz hatte dem Team ja sogar am vergangenen Donnerstag frei gegeben, damit wir uns das Spiel im Fernsehen anschauen konnten. Auch an diesem Sonnabend werde ich wieder am TV dabei sein.

Haben Sie Kontakt zum Nationalspieler Finn Lemke, der ja bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen groß geworden ist?

Nein, wir haben ja auch nicht zusammen in derselben Altersstufe gespielt.

Und wie sieht es mit Tickets für ein Live-Spiel aus, haben Sie sich welche gekauft?

Leider nicht. Ehe ich realisiert hatte, dass die WM ja auch im eigenen Land stattfindet, waren die Karten auch schon vergriffen.

Was trauen Sie der deutschen Mannschaft zu?

Sie wird sich nicht noch einmal so schlecht verkaufen wie bei der Europameisterschaft 2018. Die Hauptrunde ist da schon drin – und hoffentlich noch viel mehr.

Wo befinden Sie sich, wenn Deutschland ins Halbfinale oder sogar ins Endspiel käme?

Auf alle Fälle vor irgendeinem Fernseher oder einer Leinwand, um mir das anzuschauen. Schon beim Erreichen der Hauptrunde überlege ich mir, ob ich am 19. Januar zur HSG-Aktion ins Kino Schwanewede gehe, um mir das Spiel dort anzuschauen. Klasse wäre es natürlich auch, wenn es – wie früher schon einmal geschehen – weitere große Public Viewing-Events der HSG Schwanewede/Neuenkirchen gäbe.

Das Gespräch führte Olaf Kowalzik.

Info

Zur Person

Marc Blum (21)

spielt seit 2015 bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen. Der Rückraumspieler trifft im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga Nordsee am Sonntag um 18 Uhr in der Heideschule auf den TV Neerstedt.

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