SV Atlas Delmenhorst Ailton-Wechsel wohl vom Tisch

Delmenhorst. Der SV Atlas Delmenhorst treibt seine Kaderplanung für die neue Saison mit aller Macht voran: Am Donnerstag gab der Klub aus der 1. Fußball-Kreisklasse die Verpflichtung von sechs weiteren Zugängen bekannt.
17.05.2013, 05:00
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Von Daniel Cottäus

Delmenhorst. Der SV Atlas Delmenhorst treibt seine Kaderplanung für die neue Saison mit aller Macht voran: Gestern gab der Klub aus der 1. Fußball-Kreisklasse die Verpflichtung von sechs weiteren Zugängen bekannt. Während Thomas Mutlu und Niclas Baumeister aus der U23 des VfB Oldenburg kommen, hat Atlas beim Stadtrivalen TV Jahn ein Quartett losgeeist: Marc Pawletta, Dariusch Azadzoy, Florian Knipping und Kevin Kalinowski tragen künftig das blau-gelbe Trikot. Insgesamt hat der SVA bereits neun Neue verpflichtet, das Thema Ailton scheint allerdings vom Tisch.

Es ist noch gar nicht so lange her, da hat sich Thomas Hebgen in ruhiger Minute hingesetzt, sich Stift und Papier gegriffen – und fing an zu schreiben. Name für Name, Verein für Verein. Wie viel Zeit sich der Teammanager des SV Atlas Delmenhorst für diese Aufgabe genommen hat, ist nicht überliefert – das Ergebnis hingegen schon: Herausgekommen ist eine Art Einkaufsliste, ein Wunschzettel mit Spielernamen drauf. "Ich habe mir einfach ein paar Gedanken gemacht und das schriftlich festgehalten", erinnert sich Hebgen. Seit gestern nun dürften auf seiner Liste hinter den meisten Namen kleine Häkchen stehen: Sechs weitere Zugänge für die kommende Saison gab der Verein aus der 1. Fußball-Kreisklasse bekannt.

Mittelfeldspieler Thomas Mutlu und Verteidiger Niclas Baumeister kommen aus der U23 des VfB Oldenburg (Landesliga). Dort ist derzeit auch noch Atlas’ neuer Trainer Jürgen Hahn aktiv, ehe er im Sommer nach Delmenhorst wechselt. In Dariusch Azadzoy, Florian Knipping und Kevin Kalinowski ist sich Hebgen zudem mit drei Mittelfeldakteuren des Bezirksligisten TV Jahn Delmenhorst einig geworden. Außerdem kommt Stürmer Marc Pawletta vom Stadtrivalen. Der 21-Jährige hatte in der Hinrunde der laufenden Saison noch dem Kader der Oldenburger U23 angehört, kennt seinen neuen Trainer also ebenfalls bereits. "Jürgen hat natürlich sehr großen Einfluss auf die Kaderplanung", betont Hebgen, der bereits zu Wochenbeginn drei Spieler von Hahns Ex-Verein, dem Bezirksliga-Absteiger VfL Stenum, als Zugänge perfekt gemacht hatte. Neben dem derzeit noch an der Leiste verletzten Regisseur Daniel von Seggern und Abwehrmann Alexander Klar kommt auch Torjäger Dominik Entelmann (wir berichteten). Vor allem der treffsichere Stürmer (aktuell 19 Saisontore) gilt als absoluter Wunschspieler von Hahn. "Dass Jürgen unser neuer Trainer wird, war ein sehr gutes Argument für uns, um Dominik vom Wechsel zu überzeugen", verrät Hebgen.

Während es die offizielle Sprachregelung des SV Atlas vorsieht, die neuen Spieler "ausschließlich wegen der guten sportlichen Perspektiven bei uns" (Hebgen) von einem Engagement überzeugt zu haben, geistern durch die regionale Fußballszene ganz andere Gründe – und vor allem Summen, die die Akteure schließlich zum Wechsel bewegt haben sollen. "Kein Spieler bekommt bei uns Geld", lautet Hebgens knapper Kommentar zu den Gerüchten, die sich seit Atlas’ Neugründung hartnäckig halten. Knut Hinrichs, der Fußball-Obmann des TV Jahn, hat da etwas ganz anderes gehört: "Soweit ich weiß, bezahlen sie Dariusch Azadzoy beispielsweise das komplette Studium."

Ein möglicher Atlas-Zugang scheint inzwischen aber vom Tisch zu sein. So wird im Falle Ailton "nichts mehr passieren", sagte Hebgen, der sich mit dem brasilianischen Ex-Profi vor Werder Bremens Bundesliga-Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim in Bremen getroffen hatte. "Wir liegen zu weit auseinander. So ist die Sache für uns nicht realisierbar." Trotzdem sei die Kaderplanung noch lange nicht abgeschlossen. "Punktuell wollen wir noch nachlegen", verdeutlicht Hebgen, der noch ein bis zwei Spieler holen will – mit einem klaren Ziel: "Wir wollen die besten Fußballer der Stadt bei uns vereinen." Ein heißer Kandidat dürfte nach Informationen unserer Zeitung Patrick Schumacher sein. Um den Abwehrspieler des TV Jahn buhlen dem Vernehmen aber noch andere Vereine.

Einen neuen Hauptsponsor hat der SV Atlas übrigens schon an Land gezogen: Der Wurstfabrikant Könecke zählt künftig zu den Gönnern des Vereins und wird während der Heimspiele – erstmals am 24. Mai während der Testpartie gegen die Profis des SV Werder Bremen – die "Atlas-Stadionwurst" anbieten und auf Werbeflächen präsent sein. Das Logo des Unternehmens wird während des Werder-Spiels zudem die Atlas-Brust zieren. In Delmenhorst beschäftigt Könecke rund 720 Mitarbeiter und ist damit nach Stadtverwaltung und Bundeswehr der drittgrößte Arbeitgeber der Stadt.

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