Tour de Ski

Alpe Cermis erwartet Langläufer und Kombinierer

Val di Fiemme. Für die Langläufer bleibt es das gefürchtete Finale der Tour de Ski, für die nordischen Kombinierer dürfte es das Tor zur Hölle werden: Am 10. Januar erwartet der Alpe Cermis in Val di Fiemme die Athleten beider nordischen Disziplinen.
08.01.2010, 11:22
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Alpe Cermis erwartet Langläufer und Kombinierer

Herausforderung

dpa

Val di Fiemme. Für die Langläufer bleibt es das gefürchtete Finale der Tour de Ski, für die nordischen Kombinierer dürfte es das Tor zur Hölle werden: Am 10. Januar erwartet der Alpe Cermis in Val di Fiemme die Athleten beider nordischen Disziplinen.

Während es bei den Langläufern um nicht weniger als 100 000 Euro Preisgeld geht und sich allein dafür die Strapazen lohnen, wollen die Kombinierer in Grenzbereiche vordringen. Einen Monat vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver zumindest aus trainingsmethodischer Sicht ein gewagtes Unterfangen.

«Wer wie die Spezialisten Skifliegen will, muss auch wie die Spezialisten laufen wollen», sagt Ulrich Wehling trocken. Der dreimalige Olympiasieger ist beim Weltverband FIS Race-Direktor für die Nordische Kombination. Ganz freiwillig schickt er aber die Jungs auch nicht auf den 1278 Meter hohen Gipfel. Um den Kombinations- Weltcup in Val di Fiemme durchführen zu können und ins Fernsehen zu bringen, musste er diesen Kompromiss eingehen. Denn das Bild produzierende italienische Fernsehen wollte nicht an zwei verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten Kameras installieren. Also gibt es erstmals eine Doppelveranstaltung am Rande von Cavalese.

«Ich freue mich drauf, endlich mal eine neue Strecke zu laufen. Ich bin gespannt, wie das wird», meint Björn Kircheisen. Der Johanngeorgenstädter ist im Feld der Kombinierer einer der besten und leichtesten Läufer und dürfte daher wenig Probleme mit dem Anstieg haben. Bundestrainer Hermann Weinbuch, anfangs völlig gelassen dem Berganlauf entgegensehend, ist vorsichtig geworden. «So kurz vor Olympia muss man sehen, wie man Belastungen verkraftet. Ich werde mir den Berg erstmal ansehen und dann entscheiden, wer da hoch marschiert. Für Björn und Eric Frenzel ist das sicher kein Problem», meint der Coach der Kombinierer.

In jedem Fall wird er sich noch mit seinem Langlauf-Kollegen Jochen Behle zusammensetzen. «Da werde ich mir Rat holen. Normalerweise ist so ein Anstieg wohl kein Problem, im Sommer gehen wir im Training reihenweise die Berge hoch», erzählt Weinbuch. Nur ist es ein Unterschied, ob es Training oder Wettkampf ist. Behle jedenfalls meint: «Ich bin froh, dass ich kein Kombinierer bin. Es wird sehr hart, wenn sie es falsch angehen.»

Für seine Athleten geht es beim 3,5 Kilometer langen, mit 425 Höhenmetern gespickten Anstieg darum, die gute Ausgangsposition bei der Tour zu halten. Die durchschnittliche Steigung beträgt 12 bis 14 Prozent, die steilste Passage ist mit 28 Prozent angegeben. «Ich bin zweimal dort hoch und weiß, was mich erwartet. Du musst vor dem Berg Respekt haben, das habe ich auch den Kombis gesagt. Etwas Angst können sie schon haben», sagt Axel Teichmann (Bad Lobenstein). Auch Jens Filbrich (Frankenhain), der sich noch eine vordere Tour- Platzierung ausrechnet, geht wie immer mit gemischten Gefühlen in das finale Rennen. «Man muss ein eigenes Tempo gehen, darf sich nicht beeinflussen lassen. Ruhe ist oberste Pflicht. Ein paar der Kombinierer haben mich schon nach einer Taktik gefragt. Es wird interessant, wie sie dort oben ankommen», sagt Filbrich. (dpa)

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