Der letzte Platz des TuS Sudweyhe bei der Korbball-DM wird von Trainer Alexander Mauz relativiert Am Ende überwiegt der Stolz

Porta Westfalica·Sudweyhe. Der letzte Platz bei einer Deutschen Meisterschaft ist enttäuschend, keine Frage. Alexander Mauz, Trainer des Korbball-Bundesligisten TuS Sudweyhe, machte daraus gar keinen Hehl. Am Ende aber überwog der Stolz auf seine Mannschaft. 'Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Wir wollten uns teuer ver-kaufen, und das ist uns gelungen. Das hat uns auch eine Spielerin vom Deutschen Meister SG Findorff bestätigt und uns gelobt', betonte er.
11.05.2010, 20:53
Lesedauer: 2 Min
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Von christine leska-ottensmann

Porta Westfalica·Sudweyhe. Der letzte Platz bei einer Deutschen Meisterschaft ist enttäuschend, keine Frage. Alexander Mauz, Trainer des Korbball-Bundesligisten TuS Sudweyhe, machte daraus gar keinen Hehl. Am Ende aber überwog der Stolz auf seine Mannschaft. 'Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Wir wollten uns teuer ver-kaufen, und das ist uns gelungen. Das hat uns auch eine Spielerin vom Deutschen Meister SG Findorff bestätigt und uns gelobt', betonte er.

Verstecken mussten sich die Sudweyhe-rinnen wahrlich nicht. In ihrer Gruppe hat-ten sie mit Findorff und dem Ausrichter TuS Eisbergen die beiden späteren Finalisten vor der Brust. Dass sie gegen den Vizemeister Eisbergen ein 4:4 holten und nur knapp das Halbfinale verpassten, beweist das Potenzial der Mannschaft.

Allerdings kam für Mauz die Qualifikation für die Titelkämpfe aufgrund einer beispiellosen Verletzungsmisere ein wenig überraschend. Diese Misere setzte sich dann in der DM-Vorbereitung und auch am Wochenende in Porta Westfalica fort. Korbfrau Bianca Reinert konnte ihre Muskel- und Knochenhaut-Entzündung im Schienbein nur mit Schmerzmitteln betäuben. 'Im Spiel um Platz fünf gegen den SV Brake hatte sie bei fast jedem Sprung vor lauter Schmerzen Tränen in den Augen. Das tat mir so leid', seufzte Mauz.

Auch Teamleaderin Heike Lehmkuhl konnte aufgrund ihres noch nicht verheilten Bänderrisses im Fuß kaum noch laufen. 'Beide haben sich aber für die Mannschaft geopfert', lobte der TuS-Trainer. Zudem plagte sich Katharina Gillwald mit einem Virusinfekt herum, hielt aber ebenfalls super durch.

Vorbildlich war auch der Einsatz von Sandra Nolte. Im ersten Gruppenspiel gegen die SG Findorff (4:10) rammte sie sich bei einem Zweikampf die Zähne in die Oberlippe. 'Sandra fuhr dann schnell ins örtliche Krankenhaus, ließ sich die Oberlippe nähen und kam pünktlich zur zweiten Partie gegen den TuS Eisbergen wieder. Da hat sie dann wieder glänzend gespielt und zwei Körbe erzielt. Eine tolle Leistung', lobte Mauz. Sehr angetan war er auch von seinen vier A-Juniorinnen Mona Martens, Mona Hassel, Sandra Franke und Milena Brasch. Ihr Auftritt war klasse und gibt mir Hoffnung für die Zukunft', sagte der Coach. Ja, die Zukunft - ein gutes Stichwort, denn Mauz blickt schon voraus.

'Ich möchte einmal mit einer komplett verletzungsfreien Truppe an Deutschen Meisterschaften teilnehmen. Dann wäre ich sehr gespannt, zu welchen Leistungen wir imstande wären.' Mit einem angeschlagenen Team blieb in diesem Jahr nur der letzte Platz. 'Aber das muss man positiv sehen: Wir sind Sechster geworden und damit die sechstbeste Mannschaft in Deutschland. Das ist in Anbetracht unserer Verletzungsmisere eine starke Leistung. Das soll uns erstmal einer nachmachen.'

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