Wolfsburg findet gegen Darmstadt keine Mittel und spielt nur 1:1

Am Rande der Verzweiflung

Wolfsburg. Diese Rolle steht ihnen einfach bestens. Den Gegner zermürben, das gesamte Spiel mit viel Elan klein hacken und bis zuletzt fleißig rennen.
20.03.2016, 00:00
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Von Christian Otto
Am Rande der Verzweiflung

Retter: Andre Schürrle.

nph / Ewert, nordphoto

Diese Rolle steht ihnen einfach bestens. Den Gegner zermürben, das gesamte Spiel mit viel Elan klein hacken und bis zuletzt fleißig rennen. „Wenn wir so auftreten, braucht sich keiner Sorgen um Darmstadt 98 zu machen“, sagte Sandro Wagner und klang noch zuversichtlicher als ohnehin schon. Ein schönes Kontertor zum Darmstädter 1:0 (82.) hatte der wuchtige Stürmer erzielt. Nur ein paar Sekunden hatten in der Partie beim VfL Wolfsburg gefehlt, um die ganz große Sensation zu schaffen. Und dann war ihnen der Sieg doch noch entglitten. Ein Wolfsburger Treffer in der Nachspielzeit von André Schürrle sorgte für einen 1:1-Endstand, über den niemand richtig jubeln konnte. Wie fasste es Wagner so schön zusammen? „Einerseits bin ich zufrieden. Andererseits ist das bitter“, sagte jener Angreifer, der mit Darmstadt so energisch um den Klassenerhalt kämpft.

Es war wieder so eine Partie, in der sich der Gegner von Darmstadt 98 am Rande der Verzweiflung bewegte. Was immer der VfL Wolfsburg anstellte: Es wollte nicht gelingen gegen die vielbeinige Abwehr des Gastes. „Wir hatten uns extrem viel vorgenommen. Aber am Ende sieht alles ein bisschen unrund aus. Das Gefühl hast du auch auf dem Platz“, erklärte Schürrle. Der Mann ist Nationalspieler, Weltmeister und ein hoch dotierter Profi. Entsprechend aufmerksam wird auch beobachtet, ob er ausrutscht, kämpft oder trifft. In der Partie gegen Darmstadt war Schürrles Art, sich dem Strafraum des Gegners zu nähern, lange Zeit überhaupt nicht erfolgreich. Es lag schließlich an seiner individuellen Klasse, dass er mit einem beherzten Distanzschuss noch eine Niederlage verhindern konnte. „Schürrle ist nicht umsonst Nationalspieler. Und den Ball trifft er sehr gut“, sagte 98-Trainer Dirk Schuster.

Das Bemühen des VfL Wolfsburg, unter den ersten acht Mannschaften in der Bundesliga zu den besseren zu gehören, verläuft erschreckend schleppend. Mancher Rückschlag im Ligaalltag lässt sich mit Verletzungen und der hohen Belastung erklären. Aber wieso es im Tagesgeschäft nicht so recht klappen will, während Wolfsburg im aktuellen Champions League-Wettbewerb als Viertelfinalist zu den acht besten Mannschaften Europas gehört, bleibt ein Rätsel.

Real Madrid als Gegner in der Königsklasse im Kopf, Darmstadt 98 als störender Gast in der Bundesliga: Könnte es sein, dass der Gedanke gestört hat? Schürrle verneinte das entschlossen. Er räumte jedoch ein, dass der VfL derzeit abseits des Platzes nicht gerade überzeugt. So plagt sich Max Kruse mit der öffentlich diskutierten Frage herum, ob er zu viel Nutella isst oder nicht. Und sein Teamkollege Nicklas Bendtner lässt sich als Profi so sehr gehen, dass er nicht einmal mehr im Bundesligakader mittrainieren darf. „So etwas ist nicht schön und auch Thema in der Mannschaft“, gesteht Schürrle. Ein Tor von ihm hat am 27. Spieltag nur bedingt ausgereicht, um von solchen Problemen abzulenken.

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