16 erfolgreiche Jahre als Radrennprofi

Andreas Klöden beendet Laufbahn

Frankfurt. Andreas Klöden twittert nicht. Auch seine Homepage existiert nicht mehr, auf der er das Ende seiner 16-jährigen Profikarriere als Radrennfahrer hätte mitteilen können.
24.10.2013, 00:00
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Von Hartmut Scherzer

Andreas Klöden twittert nicht. Auch seine Homepage existiert nicht mehr, auf der er das Ende seiner 16-jährigen Profikarriere als Radrennfahrer hätte mitteilen können. Der seit zehn Jahren in der Schweiz lebende Lausitzer ist heimlich, still und leise abgetreten. Mit 38 Jahren sei es an der Zeit, aufzuhören und sich der Familie – seiner Frau Bettina und den Töchtern Felicitas (11) und Letizia (8) – zu widmen, begründet Klöden seinen Entschluss. Seine zwölfte und letzte Tour beendete Klöden vor zwei Monaten im Trikot des luxemburgischen Teams Radioshack als bester Deutscher auf dem 30. Platz.

Zweimal Zweiter der Tour de France (2004/2006), Sieger der Rundfahrt-Klassiker Paris-Nizza (2000), Baskenland-Rundfahrt (2000/2011), Tirreno Adriatico (2007) und Tour de Romandie (2008) sowie Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney und Deutscher Meister 2004 summieren sich zu einer passablen Gewinnliste. Trotz der vielen Stürze und häufigen Krankheiten, die den anfälligen, weil schmächtigen Bergfahrer immer wieder zurückwarfen.

Ein Dopinggeständnis wie von ehemaligen Telekom-Kollegen (Aldag, Bölts, Zabel etc.) ist von ihm nicht zu erwarten. „Ich habe nichts zu gestehen“, beteuert Andreas Klöden. Im Mai 2009 wurde der damalige Astana-Fahrer Klöden des Eigenblutdopings bei der Tour 2006 bezichtigt – basierend auf widersprüchlichen Aussagen des Kronzeugen Patrik Sinkewitz. Die Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen gegenüber Ärzten der Abteilung Sportmedizin des Universitätsklinikums Freiburg erhob die Anschuldigung in ihrem Abschlussbericht – ein Vorwurf, den Klöden vehement bestreitet: „Da wurde etwas in den Raum gestellt, was nicht stimmt und wofür es keine Beweise gibt.“

Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen Klöden ein. Sportlich hatten die Vorwürfe keinerlei Konsequenzen. „Aber mental“, sagt Andreas Klöden, „haben mir die Anschuldigungen und die ständige Konfrontation damit vier Jahre lang schwer zu schaffen gemacht.“

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