Vierschanzentournee Andreas Kofler: Aus dem Tal auf den Gipfel

Bischofshofen. Als Andreas Kofler im Januar 2009 die Qualifikation für das Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen verpasste, war er am Tiefpunkt angelangt. Mit dem Triumph 2010 ist der 25-jährige Österreicher aus dem Tal der Tränen auf den Gipfel der Glückseligkeit zurückgekehrt.
06.01.2010, 19:00
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Bischofshofen. Als Andreas Kofler im Januar 2009 die Qualifikation für das Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen verpasste, war er am Tiefpunkt angelangt. Mit dem Triumph 2010 ist der 25-jährige Österreicher aus dem Tal der Tränen auf den Gipfel der Glückseligkeit zurückgekehrt.

«Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Vierschanzentournee ist etwas ganz Besonderes, hat ein einzigartiges Flair», sagt Kofler. Sein Stern am Skisprung-Himmel ging vor vier Jahren auf. Im Februar 2006 feierte er in Willingen seinen ersten Weltcupsieg, drei Wochen danach kehrte er mit Team-Gold und Einzel-Silber von den Olympischen Winterspielen in Turin zurück. Bei der Weltmeisterschaft 2007 stand er mit der Mannschaft erneut ganz oben auf dem Podest, ehe er ein Jahr später in der Versenkung verschwand. «In den vergangenen zwei Jahren habe ich mich sehr schwergetan. Ich musste wieder von ganz unten anfangen.»

Doch ganz weg war Kofler nie. «Er ist am Stützpunkt aufgefangen worden. Das hat ihm die Möglichkeit gegeben, auf einem hohen Level in Ruhe weiterzuarbeiten. Er ist von sich aus im Continental Cup gesprungen, hat aber immer seinen Kader-Status behalten. Dass er sich so entwickelt hat, hängt damit zusammen, dass er sehr selbstständig und verantwortungsvoll ist», sagt Österreichs Cheftrainer Alexander Pointner über den Teenieschwarm.

Die Wende hat Kofler im Sommer 2009 eingeleitet. «Ich habe einen Reifeprozess durchgemacht und das Zepter schließlich selbst in die Hand genommen. Sehr wichtig war für mich der Umzug in eine eigene Wohnung», berichtet der Single. «Er steht jetzt auch privat mit beiden Beinen im Leben», lobt Pointner.

Um die eigenen vier Wände in Thaur ausgiebig zu genießen, verzichtete Kofler vor Saisonbeginn sogar auf den Team-Ausflug nach Ägypten. Während seine Kollegen beim Tauchen und Surfen für den Olympia-Winter auftankten, saß er zu Hause in seiner Drei-Zimmer- Wohnung und fühlte sich dabei pudelwohl. «Ich muss mir meine Zeit jetzt selbst einteilen - wann ich aufräume, wann ich koche. Das hilft mir im Sport, weil ich vorausdenken muss», meint Kofler.

Musikalisch mag er laute Töne, steht auf Heavy Metal. Am liebsten hört er «38th Parallel», eine Rockgruppe aus Iowa mit religiösem Hintergrund. Ansonsten schöpft der eher ruhige Charakter, der sich nicht in den Vordergrund drängt, viel Kraft aus Paulo Coelhos spirituellem Wegweiser «Handbuch des Kriegers des Lichts». Sportlich orientiert er sich an seinem Teamkollegen Gregor Schlierenzauer, von dem er sich als Älterer einiges abgeschaut hat. «Gregor ist als Tüftler bekannt, der sehr präzise arbeitet. Darum habe auch ich mich bemüht. Ich glaube, es ist mir gut gelungen», sagt Kofler mit einem breiten Grinsen im Gesicht. (dpa)

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