Lemwerder TV spielt nach Fast-Abstieg auf dem Feld jetzt um den Erstliga-Aufstieg in der Halle Anika Langpaap: Es grenzt an ein Wunder

Die Faustballerinnen des Lemwerder TV haben am morgigen Sonnabend ab 12 Uhr die Möglichkeit, das nächste Kapitel Vereinsgeschichte zu schreiben. Nach dem Titelgewinn in der 2.
13.02.2015, 00:00
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Von Jens Pillnick

Die Faustballerinnen des Lemwerder TV haben am morgigen Sonnabend ab 12 Uhr die Möglichkeit, das nächste Kapitel Vereinsgeschichte zu schreiben. Nach dem Titelgewinn in der 2. Bundesliga Nord stehen jetzt in Bardowick die Aufstiegsspiele zur 1. Bundesliga auf dem Programm. Lemwerders Schlagfrau Anika Langpaap stand Jens Pillnick Rede und Antwort.

Es klingt wie ein Märchen. 2012 der Wechsel aus der Landesliga in 2. Bundesliga – und jetzt klopfen sie plötzlich an der Tür zur ersten Liga. Wie sieht Ihre Wahrnehmung dieser Entwicklung aus?

Anika Langpaap:

Es grenzt an ein Wunder. Gerade, dass wir in dieser Saison die Aufstiegsrunde spielen, wo wir auf dem Feld doch eigentlich abgestiegen (Anmerkung der Redaktion: Nur wegen des Rückzuges des Leichlinger TV aus der 1. Liga blieb Lemwerder in der 2. Liga) waren. Das habe ich wirklich nicht erwartet.

Wie ist Ihre persönliche sportliche Entwicklung nach dem Wechsel vom TSV Borgfeld zum Lemwerder TV verlaufen?

Vom TSV Borgfeld zum Lemwerder TV zu wechseln war ein logischer Schritt. Ich bin in Lemwerder super aufgenommen worden, allerdings kannte ich die Mädels aus den Punktspielen ja auch schon. Da die Trainer Patrick Bartelt und Arthur Dick sehr individuell auf Stärken und Schwächen eingehen, gibt es immer die Möglichkeit sich zu verbessern.

Welches sind denn die Stärken, die den Lemwerder TV zum Titel und die Aufstiegsrunde geführt haben?

Auf jeden Fall sind wir sehr, sehr kampfstark. Wir haben einen festen Willen und jeder läuft für den anderen um jeden Ball.

Worauf kommt es jetzt in der Aufstiegsrunde gegen den TSV Bardowick, VfK 01 Berlin und TuS Wakendorf-Götzburg an?

Genau auf das, was wir können: Kämpfen, gut ins Spiel hineinkommen und um jeden Ball laufen.

Wie schätzen Sie die Rollenverteilung im Feld der vier Mannschaften, von denen zwei aufsteigen, ein?

Das ist schwer einzuschätzen. Ich kenne die Mannschaften aus der Ost-Staffel so gut wie gar nicht, habe sie nur mal bei Turnieren gesehen. Ich weiß aber: Bardowick wird super schwer.

Es gibt eine Meinung, nach der die Nord-Staffel leistungsstärker als die Ost-Staffel sein soll. Wie sehen Sie das?

Das ist die landläufige Meinung. Aber ich kann das nicht bewerten.

Sehen Sie die Teilnahme an der Aufstiegsrunde als eine Art Bonus oder ist der Erstliga-Aufstieg das bislang geheim gehaltene Saisonziel?

Das Saisonziel war ganz klar der Nicht-Abstieg. Später haben wir das dann etwas nach oben korrigiert. Die Aufstiegsrunde ist jetzt ein Bonus. Wir haben nichts zu verlieren und freuen uns riesig. Das ist mehr als wir jemals erwartet haben.

Zweitliga-Spieltag und Aufstiegsrunde sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Was ist gefühlt anders, was haben Sie in der Vorbereitung praktisch anders gemacht?

Das ist in der Tat eine ganz andere Situation. Bei den Punktspielen weiß man, dass man am nächsten Spieltag etwas rausreißen kann. Aber jetzt geht es um alles oder nichts. Genau darauf müssen wir uns jetzt einlassen. Was die Vorbereitung angeht: Da haben wir ein Sondertraining gemacht.

Spielen wir einmal die beiden Möglichkeiten durch. Was passiert, wenn Lemwerder in der 2. Liga bleibt? Und was wäre nötig, wenn Lemwerder künftig in der Halle in der Ersten Bundesliga spielt?

Wenn wir aufsteigen würden, müssen wir natürlich mehr trainieren. Einmal pro Woche ist da zu wenig. Wenn wir in der 2. Liga bleiben, dann können wir da gut mit leben. Keiner wird super-traurig sein, wenn es nicht klappt.

Der Blumenthaler TV hat mit Welt- und Europapokalsiegen sowie tollen Auftritten bei deutschen Meisterschaften und in der 1. Bundesliga glorreiche Zeiten erlebt. Ist der Lemwerder TV jetzt drauf und dran, in die großen Fußstapfen des Nachbarn von der anderen Weserseite zu treten?

Oh Gott. Davon sind wir weit entfernt. Wenn wir den Aufstieg schaffen sollten, dann würde es nur darum gehen, nicht sofort wieder abzusteigen. Wir müssen schön auf dem Boden bleiben.

Gibt oder gab es bei Ihnen oder im Umfeld Skepsis, ob der Erstliga-Aufstieg im Fall der Fälle wahrgenommen werden sollte?

Am Anfang schon. Aber mit der Entscheidung, dass wir zu den Aufstiegsspielen fahren, nicht mehr. Wenn wir starten, muss das Ziel auch der Aufstieg sein.

Wie lautet Ihre Prognose für die Aufstiegsrunde?

Ich glaube, dass es ganz, ganz spannend wird. Wenn wir uns auf unsere Stärken berufen, dann haben wir die Chance, um den Aufstieg mitzuspielen. Dabei wird uns sicherlich die Unterstützung der Fans helfen, die uns zahlreich begleiten.

Gibt es schon Pläne für die Abendstunden nach der Aufstiegsrunde?

Egal wie es läuft, danach gehen wir zusammen schön essen und feiern den Saisonabschluss.

Zur Person: Anika Langpaap ist 25 Jahre alt und im Projektcontrolling bei Atlas Elektronik tätig. Sie begann mit dem Faustballsport beim TV Bremen 1875 und spielte später beim TSV Borgfeld. Im Frühjahr 2012 wechselte die Schlagfrau zum Lemwerder TV. (pj)

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