Mitmachbuch für Kinder

Anpfiff für die Bremer Stadtmusikanten

Anstatt im Fußballstadion war Werder-Profi Kevin Möhwald ausnahmsweise in den Bremer Messehallen anzutreffen. Dort hat er ein Mitmachbuch für Kinder vorgestellt und es gleich mit jungen Fußballfans ausprobiert.
16.11.2018, 21:52
Lesedauer: 3 Min
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Anpfiff für die Bremer Stadtmusikanten
Von Aljoscha-Marcello Dohme
Anpfiff für die Bremer Stadtmusikanten

Werder-Profi Kevin Möhwald hat mit den Kindern Ewald (Mitte) und Bjarne das Mitmachbuch "Anpfiff" gelesen.

Christina Kuhaupt

Normalerweise hört Werder-Profi Kevin Möhwald den Anpfiff in den Fußballstadien der Republik. Mit einem „Anpfiff“ der etwas anderen Art wurde der Sportler am Freitagnachmittag in den Bremer Messehallen konfrontiert. Gemeinsam mit einigen Kindern hat der Fußballer das gleichnamige Mitmachbuch vorgestellt und bei dieser Gelegenheit auch gleich ausprobiert. „Als ich mir das Buch angesehen habe, war ich froh, dass ich die Rätsel lösen konnte“, sagt der Bundesligakicker mit einem Lächeln.

Alternativ hätte Möhwald auf die Hilfe von Werder-Fan Bjarne zurückgreifen können. Gemeinsam mit dem im Rollstuhl sitzenden Achtjährigen hat der Profi das Rätselheft mit den Stadtmusikanten in Augenschein genommen, das von der Bremer Leselust für Kinder zwischen fünf und acht Jahren herausgegeben wurde. „Das Mitmachbuch gefällt mir gut. Da sind so viele Rätsel und andere Aufgaben drin. Da habe ich gleich was, wenn ich das nächste Mal mit dem Zug fahre“, sagt der Schüler.

Kevin Möwald interessiert sich nicht nur für Sport, sondern auch für Literatur. Wenn es die Zeit erlaubt, greift er gerne zum Buch. An einem freien Nachmittag oder auf dem Weg zu Auswärtsspielen im Bus oder im Flugzeug habe er hin und wieder die Gelegenheit dazu. „Ein Buch zu lesen, ist immer ein guter Zeitvertreib“, sagt der Werderaner. Als Sportler würde er sich vor allem für die Biografien seiner Kollegen interessieren. „Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir das Buch von Robert Enke. Das nimmt einen schon mit“, sagt Möhwald. Ein Buch sei eine gute Möglichkeit, um ein Thema genauer zu betrachten.

„Ich freue mich über das Kinderlachen“

Für die Präsentation des neuen Kinderbuchs mit Bezug zu seinem Verein hat sich der 25-Jährige gerne zur Verfügung gestellt. So etwas sei eine gute Sache und die Kinder würden sich freuen. „Und ich freue mich über das Kinderlachen“, sagt Möhwald. Das Mitmachbuch gefalle ihm gut, da die Kinder mit dem Heft etwas lernen könnten und mit Sicherheit ihren Spaß daran hätten. Bjarne hat vor allem an dem Treffen mit Kevin Möhwald Spaß. „Ich habe aber schon ein paar mehr Werder-Spieler getroffen, zum Beispiel Pizarro, Kruse oder Ailton.“ Jeden Fußballprofi seines Lieblingsvereins lässt er bei einem Treffen auf seinem Werder-Rollstuhl unterschreiben. Nachdem er nun auch Möhwald persönlich kennengelernt hat, ist seine Sammlung um ein Autogramm reicher. Fan von Werder sei er bereits seit seinem dritten Lebensjahr, erzählt seine Mutter. Entsprechend kann er die Stationen von Möhwalds Karriere detailliert aufsagen.

Der gebürtige Erfurter spielt erst seit diesem Sommer bei Werder Bremen. Gestartet hat er seine Profikarriere in seiner Heimatstadt bei Rot-Weiß Erfurt. Seinen bisher größten Erfolg erzielte Möhwald als Spieler des 1. FC Nürnberg. Im Frühsommer schaffte die Mannschaft den Aufstieg in die erste Bundesliga. Während seiner Bremer Zeit kam er bisher erst viermal zum Einsatz.

Fußballer als Vorbild für Kinder

„Ich freue mich besonders, dass Kevin Möhwald uns unterstützt“, sagt Ulrike Hövelmann, Vorsitzende der Bremer Leselust. Die Buchpremiere mit dem Werder-Profi sei als Beitrag zum Bundesweiten Vorlesetag gedacht und deshalb gezielt auf den 16. November gelegt worden. Die Kooperation zwischen Werder Bremen und der Bremer Leselust bestehe schon seit mehreren Jahren. In der Vergangenheit habe der Bundesligist bereits mehrere Bücher finanziell unterstützt, die einen Bezug zu Werder hätten.

„Wir arbeiten viel mit Schulen und Kindergärten zusammen. Bildung ist für Werder ein zentrales Thema“, sagt Anne-Kathrin Laufmann, bei Werder zuständig für das soziale Engagement. Der Sport sei ein gutes Mittel, um bestimmte Werte zu vermitteln. „Die Spieler sind ein Vorbild für die Kinder und identifizieren sich mit den Profis“, sagt Laufmann. Bei solchen Veranstaltungen etwa würden Kinder sehen, dass auch Fußballer sich mit Büchern beschäftigen. Von einem Sportler würden Kinder so etwas eher annehmen, als von einem Lehrer. „Wir wissen, dass wir eine Strahlkraft haben“, sagt Laufmann. Neben dem Thema Bildung und Lesen sei es dem Verein wichtig, für Werte einzustehen, die die Sozialkompetenz stärken. Dazu gehöre es auch, Toleranz und Respekt über den Sport zu vermitteln.

Weitere Informationen

Das Mitmachbuch „Anpfiff“ ist im Carl-Schünemann-Verlag erschienen und ab sofort im Pressehaus sowie unter shop.weser-kurier.de zum Preis von fünf Euro erhältlich. Ab kommenden Montag ist das Buch zudem in den regionalen Zeitungshäusern zu bekommen.

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