Apostel soll das Zepter in die Hand nehmen

Delmenhorst. Ohne Zweifel: Der namhafteste Zugang, mit dem Landesliga-Aufsteiger TuS Heidkrug am Sonntag bei BW Hollage in die neue Saison startet, heißt Sven Apostel. Manager Horst Lenz hatte den 34-Jährigen vom Oberligisten VfB Oldenburg an den Bürgerkampweg gelotst - dort soll Apostel als erfahrenster Spieler nun eine junge Mannschaft zum Klassenerhalt führen. "Wenn sich die Jungs schnell an das höhere Niveau gewöhnen und wir geschlossen auftreten, ist mir nicht angst und bange", zeigt sich der Hoffnungsträger zuversichtlich. Darüber, dass dabei vor allem in ihn große Erwartungen gesetzt werden, ist sich Apostel durchaus bewusst: "Damit habe ich keine Probleme. Im Gegenteil - ich sehe es für mich nochmal als neue Herausforderung."
04.08.2011, 05:00
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Von Daniel Cottäus

Delmenhorst. Ohne Zweifel: Der namhafteste Zugang, mit dem Landesliga-Aufsteiger TuS Heidkrug am Sonntag bei BW Hollage in die neue Saison startet, heißt Sven Apostel. Manager Horst Lenz hatte den 34-Jährigen vom Oberligisten VfB Oldenburg an den Bürgerkampweg gelotst - dort soll Apostel als erfahrenster Spieler nun eine junge Mannschaft zum Klassenerhalt führen. "Wenn sich die Jungs schnell an das höhere Niveau gewöhnen und wir geschlossen auftreten, ist mir nicht angst und bange", zeigt sich der Hoffnungsträger zuversichtlich. Darüber, dass dabei vor allem in ihn große Erwartungen gesetzt werden, ist sich Apostel durchaus bewusst: "Damit habe ich keine Probleme. Im Gegenteil - ich sehe es für mich nochmal als neue Herausforderung."

BV Cloppenburg, FC Oberneuland, Eintracht Nordhorn und eben der VfB Oldenburg - das sind nur einige der klangvollen Namen, die auf Apostels Visitenkarte stehen. Nach wie vor genießt der defensive Mittelfeldmann in der Szene einen hervorragenden Ruf. Nicht umsonst hatten sich auch die Oberligisten des TSV Ottersberg und des Rotenburger SV vor der Saison um die Dienste des Routiniers bemüht. "Andere Angebote gab es genug", verrät Apostel, dem die Entscheidung für Heidkrug allerdings trotzdem nicht schwer gefallen ist. "Ich wollte nicht mehr den großen Aufwand betreiben, der nötig ist, wenn man für einen Oberligisten spielt." Wohnhaft in Delmenhorst, wäre das Angebot aus Heidkrug für ihn gerade recht gekommen.

Nun also Landesliga - mit einer Mannschaft, deren Großteil noch nie in einer so hohen Klasse gespielt hat. "Viele Dinge, die man sich auf Bezirksebene noch erlauben kann, gehen jetzt nicht mehr. Fehler werden schneller bestraft. Einige werden sich also etwas umstellen müssen", weiß Apostel - und bietet dabei Hilfe an. "Ich versuche, meine Erfahrung weiter zu geben - auf und neben dem Platz." Im Vergleich zur Bezirksliga sei es in der kommenden Saison nochmal wichtiger, als Team zu funktionieren. "Je höher man spielt, umso weniger geht es darum, ob einer drei Leute auf einmal stehen lassen kann. Vielmehr müssen alle konzentriert an einem Strang ziehen."

Dessen ist sich freilich auch Coach Ralf Faulhaber bewusst. In seinen Planungen ist Apostel demnach eine zentrale Figur. "Ein Spieler mit so viel Erfahrung und einer so hohen Qualität ist natürlich ein großer Gewinn für den Verein", freut sich der Ex-Stürmer über seinen Neuen - und betont: "Es ist schließlich wichtig, dass einer auf dem Platz das Zepter in die Hand nimmt und in schwierigen Phasen vorangeht."

Genau das soll Apostel, der beruflich für die AOK als Gebietsleiter unterwegs ist, aus dem defensiven Mittelfeld heraus tun. Vor allem durch seine Zweikampfstärke könnte der 1,80 Meter große Routinier dem Spiel des Aufsteigers zusätzliche Stabilität verleihen, mit seiner Ballsicherheit für ein kontrolliertes Aufbauspiel sorgen. "Natürlich erhoffe ich mir, dass Sven von der ersten Partie an gleich ein Führungsspieler wird, der den Rest der Mannschaft mitreißt", erklärt der Trainer, der sich nicht ernsthaft darum sorgt, dass sein Sechser diese Rolle nicht ausfüllen könnte: "Sven ist wirklich immer präsent, ein ganz wichtiger Baustein. Von ihm können sich die jungen Spieler eine ganze Menge abschauen. Auch menschlich hat er sich schon bestens in die Mannschaft integriert."

Die nötige Fitness, um die sportlichen Erwartungen zu erfüllen, hat der Mittelfeldmotor ebenfalls - daran lässt er zumindest selbst keine Zweifel aufkommen. "Ich fühle mich fit. Auch in der Oberliga war das nie ein Problem - da ist mir noch keiner weggelaufen", schmunzelt Apostel. Was die Landesliga angeht, ist er davon überzeugt, dort sportlich noch lange mithalten zu können: "Wenn die Knochen heil bleiben, kann ich da auch in fünf Jahren noch mitspielen."

Ob es dem TuS Heidkrug allerdings gelingt, sich auf Dauer in der Klasse zu etablieren, bleibt abzuwarten. Die holprige Vorbereitung und das überraschende Aus im Bezirkspokal gegen Kreisligist Delmenhorster TB lassen Zweifel aufkommen. So oder so: Seine Laufbahn am Bürgerkampweg irgendwann zu beenden, kann sich Apostel gut vorstellen. "Ich habe lange darauf gehofft, dass es in Delmenhorst endlich wieder einen ranghöchsten Verein gibt. Für den spiele ich jetzt - es könnte sein, dass Heidkrug meine letzte Station ist."

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