Brinkumer SV verliert nach 0:4 gegen Norderstedt auch das zweite Relegationsspiel Auf dem Boden der Tatsachen

Als das zweite Relegationsspiel des Brinkumer SV abgepfiffen und damit das vorzeitige Ausscheiden in der Relegationsrunde zur Regionalliga Nord besiegelt war, machte sich doch Resignation breit. Nicht die 0:4 (0:2)-Niederlage gegen den FC Eintracht Norderstadt an sich hatte zur Ernüchterung des Fußball-Bremen-Ligisten beigetragen (wir berichteten). Es war vielmehr die Art und Weise, wie sie zustande gekommen war.
06.06.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Auf dem Boden der Tatsachen
Von Dennis Schott

Als das zweite Relegationsspiel des Brinkumer SV abgepfiffen und damit das vorzeitige Ausscheiden in der Relegationsrunde zur Regionalliga Nord besiegelt war, machte sich doch Resignation breit. Nicht die 0:4 (0:2)-Niederlage gegen den FC Eintracht Norderstadt an sich hatte zur Ernüchterung des Fußball-Bremen-Ligisten beigetragen (wir berichteten). Es war vielmehr die Art und Weise, wie sie zustande gekommen war.

Brinkum·Drochtersen. Tom Witte starrte minutenlang fassungslos auf den Rasen, Esin Demirkapi sank direkt nach dem Schlusspfiff zu Boden, während sich die übrigen Spieler des Brinkumer SV den Weg zur Kabine vorbei an der jubelnden Traube des FC Eintracht Norderstedt bahnen mussten. Der Hamburger Oberligist, der nur durch den kurzfristigen Verzicht von Meister FC Elmshorn an der Relegation zur Regionalliga Nord teilnehmen durfte, hatte den Aufstieg perfekt gemacht, der Brinkumer SV hingegen war auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Hatte sich der Bremer Vertreter im ersten Spiel gegen den SV Eichede trotz der 1:3-Niederlage respektabel verkauft, so sprach das jüngste 0:4 eine deutliche Sprache. Zu deutlich, wie Trainer Frank Thinius nach dem Spiel meinte, "weil ich weiß, was meine Mannschaft kann", um kurz danach einzuschränken: "Aber für die Leistung, die wir hier abgeliefert haben, war es das richtige Ergebnis."

Das Geschehen auf neutralem Platz im Kehdinger Stadion in Drochtersen spielte sich nahezu ausschließlich in der Brinkumer Hälfte ab. Schon nach drei Minuten besaß Norderstedts Steven Lindener eine aussichtsreiche Möglichkeit, als das Leder nach einer zu kurzen Kopfballabwehr der Brinkumer vor seinen Füßen landete, Lindener aber aus sieben Metern knapp am langen Pfosten vorbei schoss. Die in der ersten Halbzeit halbwegs im Ansatz gefährliche Chance besaß Ole Strangmann unmittelbar danach per Konter. Als der Brinkumer im Laufduell im Strafraum zu Fall gekommen war, forderte die Brinkumer Bank vehement einen Elfmeter, der umsichtige Schiedsrichter Tim Sönder indes ließ weiterspielen.

25 schadlose Minuten

Die Norderstedter ließen sich in ihrem Vorwärtsdrang dadurch jedoch nicht ausbremsen. Eintracht-Kapitän Pihillip Koch per Schuss (14.) sowie der wuselige Yayar Kunath (16.) sorgten abermals für Gefahr, ehe Linus Meyer die verdiente Führung besorgte. Meyer war schön freigespielt worden und schob überlegt am herauseilenden Keeper Niklas Frank vorbei ins Tor (17.). Die anschließenden 25 Minuten überstanden die Brinkumer unbeschadet, weil vor allem Dimitri Khoroshun auf der linken Abwehrseite sowie Esin Demirkapi in der Innenverteidigung im Gegensatz zu ihren Teamkollegen ein ums andere Mal beherzt klären konnten und die Norderstedter überdies zwei Hochkaräter durch Meyer ausließen (36./40.). Kurz vor der Pause klingelte es dann aber doch ein zweites Mal im Brinkumer Gehäuse, nachdem sich Jannik Bender gegen den wendigen Yayar Kunath im Strafraum nur mit einem (klaren) Foul zu helfen wusste. Philipp Koch verwandelte sicher zum 2:0 (43.).

Wer mit dem Wiederbeginn ein Brinkumer Aufbäumen erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Im Gegenteil. Der Spielverlauf gestaltete sich noch deutlicher als zuvor, und hätten Kunath (47.), Ivan Sa Borges Dju (52.) und Mike Eglseder (68.) ihre sich bietenden Möglichkeiten teils nicht so fahrlässig vergeben, wäre die Niederlage noch höher ausgefallen. Einzig Brinkums Anil Morkan wusste die Norderstedter Dominanz zwischenzeitlich zu unterbrechen, als er nach einem Freistoß von Jannik Bender knapp über das Tor köpfte (50.). Mehr war gegen die vor allem in der Offensive durch Kunath, Meyer und Sa Borges Dju gefährlichen Norderstedter, die durch Miche-Joel Makome-Mabouba (75.) und Kunath (87.) den 4:0-Erfolg festzurrten, einfach nicht drin. Oder wie es Coach Thinius ausdrückte: "Uns hat heute die Qualität gefehlt. Wir waren auf keiner Position ebenbürtig und haben nicht im Geringsten an die Leistung aus dem Eichede-Spiel anknüpfen können."

Nach dem 1:3 im ersten Spiel gegen den Vertreter aus Schleswig-Holstein und dem 0:4 gegen den aus Hamburg hat der Brinkumer SV die Chancen um den Aufstieg schon vor dem letzten Relegationsspiel gegen Lupo Martini Wolfsburg verspielt. Ein Spiel, das der Brinkumer SV jedoch genauso ernst angehen will, wie die vorherigen zwei Partien. "Es geht auch darum, sportlichen Charakter zu zeigen. Das sind wir uns und dem Bremer Fußball-Verband schuldig. Wir wollen uns so gut wie möglich verkaufen. Und es werden sicherlich Spieler zum Einsatz kommen, die bislang noch nicht so zum Zuge gekommen sind", meinte Thinius vor dem spiel am Sonnabend.

STATISTIK

FC Eintracht Norderstedt - Brinkumer SV 4:0 (2:0)

Norderstedt: Höcker – Grove, Lindener, Eglseder, Kunath, Kummerfeld, Sa Borges Dju (67. Makome-Mabouba), Meyer, Koch, Browarczyk, Aniteye

Brinkum: Frank – Witte, Demirkapi, Cordes (46. Meyer), Mertgen, Tönsmeyer (59. Offermann), Röpke (70. Gräser), Khoroshun, Bender, Strangmann, Morkan

Tore: 1:0 Linus Meyer (17.), 2:0 Philipp Koch (43.FE), 3:0 Miche-Joel Makome-Mabouba (75.), 4:0 Yayar Kunath (87.)

Besondere Vorkommnisse: keine

Schiedsrichter: Tim Sönder (Kiel) mit seinen Assistenten Frederik Listner und Andre Wenzel

Zuschauer: 235 (dsc)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+