Bianca Becker spielt für Werder und ist eines der größten Talente ihres Jahrgangs Auf dem Sprung ins Nationalteam

Fußball spielen für die eigene Lieblingsmannschaft – für viele ein Traum. Bianca Becker lebt ihren Traum und läuft für den SV Werder Bremen auf. Wie sie ihn sich erfüllt hat? Mit viel Ehrgeiz und einer E-Mail. Nun wurde die 15-Jährige auch in die U16-Nationalmannschaft berufen. Bis vor Kurzem spielte sie zudem hochklassig Tischtennis, doch Bianca Becker darf jetzt nicht mehr bei den Jungen mitmischen.
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Von Kim Patrick Puhlmann

Fußball spielen für die eigene Lieblingsmannschaft – für viele ein Traum. Bianca Becker lebt ihren Traum und läuft für den SV Werder Bremen auf. Wie sie ihn sich erfüllt hat? Mit viel Ehrgeiz und einer E-Mail. Nun wurde die 15-Jährige auch in die U16-Nationalmannschaft berufen. Bis vor Kurzem spielte sie zudem hochklassig Tischtennis, doch Bianca Becker darf jetzt nicht mehr bei den Jungen mitmischen.

Ein 15-jähriges Mädchen, etwas introvertiert und doch selbstbewusst, sitzt am Wohnzimmertisch und zählt ihre Ziele auf: „Bundesliga, Champions-League, Weltmeisterschaft“. Bianca Becker wirkt wie ein Profi, ganz abgeklärt. Kein Zeichen von Nervosität. Der Teenager aus Ganderkesee spielt seit anderthalb Jahren Fußball für den SV Werder Bremen. Wie es dazu kam? Sie hat sich einfach beworben: „Werder ist meine Lieblingsmannschaft. Für die zu spielen war schon immer mein Wunsch“, erklärt Bianca Becker mit einem Grinsen. „Dann habe ich eine E-Mail an den Verein geschrieben, mit meinem Lebenslauf und meinen sportlichen Erfolgen.“ Daraufhin wurde sie zum Probetraining eingeladen – und überzeugte. Die Zusage des Trainers erhielt sie direkt nach dem Training.

Ein großer Schritt für ein so junges Mädchen. Seitdem läuft es für die Nummer sechs der Bremer U17-Mannschaft richtig gut. Bianca Becker steht mit ihrem Team in der Bundesliga Nord/Nordost auf dem zweiten Tabellenplatz, nur einen Zähler hinter dem Spitzenreiter 1. FFC Turbine Potsdam. Der Dritte Magdeburger FFC folgt mit großem Abstand. „Die Meisterschaft ist natürlich das Ziel“, erklärt die Ganderkeseerin. Während sich andere in ihrem Alter nach der Schule mit Freunden treffen oder einfach nur „chillen“, geht sie vier Mal in der Woche zum Fußballtraining: montags, mittwochs, donnerstags und freitags, immer von 17.30 bis 19 Uhr. Am Sonnabend bestreitet Bianca Becker dann die Punktspiele mit Werder.

Zwischen Schule und Training macht sie ihre Hausaufgaben. In ihren wenigen freien Stunden trainiert sie, wie selbstverständlich, alleine. „Lauftraining, Stabilisationstraining und Kraftaufbau – dafür haben wir ein Fitnessgerät im Keller.“ Ein Leben ohne Sport gibt es nicht, das war schon immer so. Bereits mit fünf Jahren kickte der Teenager. Als ihr Bruder sie dann mit zum Tischtennis nahm, war es um sie geschehen. Sie fing an zu spielen und legte den Schläger erst im Sommer dieses Jahres zur Seite. Auch Tischtennis war für sie mehr als nur ein Hobby. Sie war mit dem TSV Ganderkesee sehr erfolgreich – im Jungenteam. Da dieses kürzlich in die Bezirksliga aufgestiegen ist, darf sie nun allerdings nicht mehr dabei sein. Gemischte Mannschaften sind nicht erlaubt. Zuvor stand sie immer sonntags an der Platte. „Ich hätte schon noch gerne weitergespielt. Der Zeitaufwand machte mir nichts aus“, sagt Bianca Becker. Von Anfang an war sie in Jungenmannschaften aktiv. Sie war erst zu gut für die Mädchen, und dann auch zu gut für die Frauen. Bemerkenswert: Seit zwei Jahren trainierte Bianca Becker nicht mehr beim TSV Ganderkesee und absolvierte nur die Punktspiele. Trotzdem war sie ein wichtiger Bestandteil des Teams.

Nun widmet sich die Ganderkeseerin komplett dem Fußball – und das nicht weniger erfolgreich. Dieses Jahr wurde sie für die U16-Nationalmannschaft nominiert. „Ich konnte das gar nicht glauben. Aber dann habe ich mich riesig gefreut“, sagt die Werderanerin. Bei einem Sichtungsturnier wurde sie entdeckt. Anfang November weilte sie dann das erste Mal im Kreise der Nationalmannschaft während eines Sichtungslehrgangs. Ob sie nervös war? Ein knappes „Nein“ ist die Antwort. Schließlich habe sie ja noch nicht für Deutschland gespielt. In diesen Tagen läuft wieder ein Kaderlehrgang mit Leistungstest, Bianca Becker ist dabei.

Ihr Debüt für Werder Bremen, damals noch für die U15-Mannschaft, sei aus ihrer Sicht auch unspektakulär gewesen. „Das war nur ein Fußballspiel“, sagt Bianca Becker. 2015 hat sie voraussichtlich das Abitur in der Tasche, was danach kommt, weiß Bianca Becker selbst noch nicht. Am liebsten wäre es ihr, rund um die Uhr Fußball zu spielen. Ihr Vorbild ist Cristiano Ronaldo. Natürlich weil er so erfolgreich ist, ergänzt die 15-Jährige. „Wenn ein Bundesligaverein auf mich zukommt, und ich in der entsprechenden Stadt auch berufliche Perspektiven habe, kann ich mir vorstellen wegzuziehen“, sagt Bianca Becker. Ganz abgeklärt. Wie ein Profi. Die Ziele der Gymnasiastin sind schließlich ganz klar definiert: „Bundesliga, Champions League und Weltmeisterschaft.“

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