Bremer Sportler-Talent

Auf dem Sprung nach ganz oben

Lennox Vogt zählt zu Deutschlands größten Squash-Hoffnungen - nur gegen den Vater spielt er nicht gern. Das Ziel bleibt der Meister-Titel und die Nationalmannschaft.
17.11.2018, 21:57
Lesedauer: 3 Min
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Auf dem Sprung nach ganz oben
Von Mathias Sonnenberg

Vielleicht war dieser Schlag damals das Schlüsselerlebnis, auf das erfolgreiche Sportler später so gerne verweisen. Lennox Vogt jedenfalls war acht oder neun Jahre alt, da bekam er beim Squash den Schläger des Gegners voll über den Kopf gezogen. „Er ist stumpf umgefallen“, erinnert sich Papa Axel Pusitzky. „Und ich dachte: So, das war's jetzt.“ Aber sein Sohnemann sei wieder aufgestanden, habe sich kurz geschüttelt und dann einfach weitergespielt. Nicht aufgeben, immer weitermachen – das sind Eigenschaften, die Lennox Vogt zu einem der besten deutschen Nachwuchs-Squasher gemacht haben. Ein echtes Bremer Sportler-Talent, das erst am Anfang der Karriere steht.

Elf Jahre alt ist er jetzt, aber die Ziele formuliert er wie ein Großer. „Ich will Deutscher Meister werden und in die Nationalmannschaft.“ Das mit dem Meistertitel hat bislang immer Alexander Neumann verhindert, der große Konkurrent aus Bayern. Aber das mit der Nationalmannschaft könnte bald schon klappen, Lennox steht bereits im Perspektivkader des Deutschen Squash Verbandes. Und er tut sehr viel dafür, immer besser zu werden. Fast täglich trainiert er mit Wilhelm Eickworth in der Sportwelt in Woltmershausen. Und seit dem Sommer besucht er die Sportbetonte Schule Ronzelenstraße. Dort bekommt er zweimal die Woche zusätzlich eine athletische Grundausbildung, die unter anderem Krafttraining und Koordinationsübungen beinhaltet.

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Klar ist aber auch: Lennox Vogt ist einfach sportlich begabt. Auch beim Fußball – er spielt bei TV Bremen-Walle – ist er in den DFB-Förderkader berufen worden. Aber seine eigentliche Leidenschaft ist Squash. „Da gehört ein Sieg mir ganz allein“, sagt er. Und überhaupt müsse man sich beim Squash permanent konzentrieren. „Da kann man nicht wie beim Fußball mal eben weggucken, denn dann ist der Punkt weg.“ Ganz schuldlos sind die Eltern allerdings nicht an der Leidenschaft ihres Sohnes. Vater Axel Pusitzky, früher Bundesliga-Turner, ist regelmäßig im Court zu finden, Mutter Anneke Vogt ebenfalls. „Beim Squash kann ich immer meine Wut rauslassen“, sagt der Sohn.

Das ist aber auch ein Grund, warum Vater und Sohn nicht mehr gegeneinander spielen. Denn noch ist der Vater ein bisschen besser. „Und wenn ich verliere, ist der Tag für mich hin“, sagt Lennox. Deshalb hätten beide beschlossen, auf gemeinsame Spiele zu verzichten. Gegen Ältere wird Lennox Vogt künftig trotzdem regelmäßig spielen. Weil ihn die U 13-Gegner kaum noch fordern, soll er künftig in der Altersklasse U 15 antreten. Denn auch wenn er sehr ungern verliert, weiß Lennox: „Am meisten lerne ich bei Niederlagen.“

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Für die Eltern gilt es nun, das richtige Maß für die Förderung ihres Sohnes zu finden. „Die Eltern dürfen jedenfalls nicht motivierter sein als die Kinder“, sagt Vater Pusitzky. Aber er weiß auch, dass es mit der Karriere nur klappen kann, „wenn alle mitmachen“. Unterstützung leistet mit Siemer und Partner ein Bremer Steuerbüro, das Lennox Vogt finanziell fördert.

Und Squash-Ausrüster Tecnifibre stellt dem Elfjährigen für die nächsten drei Jahre Kleidung und Schläger gratis zur Verfügung – die Rahmenbedingungen sind also schon recht professionell. Ob es für eine Profi-Karriere reicht, ist ungewiss. In Deutschland gibt es nur eine Handvoll Squasher, die von ihrem Sport leben kann. Aber soweit will Lennox ohnehin noch nicht schauen. „Mir ist wichtig, dass ich Spaß habe am Squash.“ Aber daran konnte ja schon der Schlag ins Gesicht nichts ändern.

Info

Zur Sache

Ranglisten-Turnier in Bremen

Insgesamt gibt es vier deutsche Jugendranglisten-Turniere. Dabei spielen die besten Jugendlichen in den Altersklassen U 11, U 13, U 15, U 17 und U 19. Bislang mussten drei Turniere gespielt werden, um sich für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren, das kann jetzt durch internationalen Turnieren kompensiert werden. Für Bremen spielen Tammo Kreutzträger (16 Jahre) in der Altersklasse U 17, Greta Vogt (14) bei der U 15 und Lennox Vogt (11) in der U 13. Die Finals beginnen an diesem Sonntag ab 9 Uhr in der Sportwelt in Woltmershausen.

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