Handball-Verbandsliga-Derby Auf die Torhüter kommt es an

Ganderkesee-Hoykenkamp. An Brisanz mangelt es den Gemeindeduellen zwischen den Handballern der TS Hoykenkamp und der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg ohnehin nie. Doch am Sonntag bekommt das Verbandsliga-Derby noch eine besondere Note.
14.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Gunnar Schäfer

Ganderkesee-Hoykenkamp. Frank Mehrings hat als Trainer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg schon einige Derbys gegen die TS Hoykenkamp erlebt. Er weiß daher genau, was am morgigen Sonntag (16 Uhr, Halle Heide) zu erwarten ist: "Es wird kein Handball-Leckerbissen. Das Spiel entscheiden die Torhüter."

Mehrings hat für die wichtige Position erst kürzlich den Routinier Sascha Dellwo reaktiviert, nachdem sich Schlussmann Andreas Müller eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte. Zusammen mit Jan-Dirk Alfs und Arne Klostermann verfügt der Trainer somit über ein starkes Torwart-Trio.

Dellwo ist ein Bookholzberger Urgestein, hat nie den Verein gewechselt. Nach dem Ende der vergangenen Saison hatte er nach vielen Jahren seinen Rücktritt aus dem Verbandsligateam erklärt und wollte seine Karriere in der Regionsoberliga bei der dritten Mannschaft ausklingen lassen. Trotzdem trainierte der 42-Jährige noch regelmäßig mit seinen alten Kollegen, und so war es nicht verwunderlich, dass Mehrings den erfahrenen Torwart nach der Entlassung von Ex-Coach Majk Skoric und dem Ausfall Müllers um eine Rückkehr bat. "Ich musste nicht lange überlegen, denn der Imageschaden für den Verein wäre im Falle des Abstiegs zu groß", sagt Dellwo, der als Bankkaufmann arbeitet und zudem Schriftführer im HSG-Vorstand ist.

Um den Klassenerhalt zu schaffen, hat der neue, alte Trainer Mehrings seit seiner Amtsübernahme vor allem auf die Fitness gesetzt. Das bestätigt auch Torhüter Dellwo, der betont, dass die Stimmung im Team nun lockerer, das Training aber deutlich anstrengender sei als unter Vorgänger Skoric. Im ersten Spiel unter Mehrings hatte die neue Linie bereits Erfolg: Es gab einen Sieg gegen den ATSV HabenhausenII.

In der kurzen Weihnachtspause ließ der HSG-Trainer seine Spieler danach weiter intensiv arbeiten und schwor sie auf das Derby ein. "In dem Spiel sind keine spielerischen Glanztaten gefragt, sondern eher Hausmannskost. Es geht für beide Mannschaften ums Überleben", schildert Mehrings. In seiner fordernden Art nimmt er die Mannschaft in die Pflicht: "In den nächsten vier Partien gegen die direkten Konkurrenten müssen acht Punkte her, um wieder Anschluss an das Mittelfeld zu bekommen." Personell kann Mehrings im Derby voraussichtlich aus dem Vollen schöpfen. Nur hinter den Einsätzen von Daniel Hammler und Helge Voigt stehen noch Fragezeichen, weil es beide beruflich nach Kiel verschlagen hat.

Wie sein Grüppenbührener Gegenüber will auch Hoykenkamps Coach Thorsten Stürenburg morgen eine Serie starten. "Wir haben jetzt drei Heimspiele in Folge und wollen drei Siege holen", gibt er vor. Stürenburg stellt jedoch nicht nur die Schlussleute in den Mittelpunkt, sondern die gesamte Defensive. Daher feilte er zuletzt im Training vor allem an der Deckungsarbeit. "Die Abwehrreihen entscheiden das Spiel. Dazu gehört natürlich auch eine gute Torwartleistung", betont der Hoykenkamper Trainer. Wie der morgige Gegner ist auch die Turnerschaft auf der Position zwischen den Pfosten mit Gregor Kleefeldt und Kerry Hoppe sehr gut besetzt.

Hoppe wechselte vor einem Jahr von der HSG Delmenhorst nach Hoykenkamp und hat sich inzwischen als echte Verstärkung erwiesen. In Delmenhorst hatte der 20-Jährige fast alle Jugendmannschaften durchlaufen, konnte sich aber nach dem Wechsel in den Erwachsenenbereich nicht für die erste Herren empfehlen. Als sich die Zweitvertretung dann auflöste, ging der Schlussmann nach Hoykenkamp, wo er sich ausgesprochen wohl fühlt. "Die Stimmung in der Mannschaft ist gut", berichtet Hoppe.

Zur Vorbereitung auf das wichtige Derby hat sich der Verbandsligist sogar in ein Kurzzeit-Trainingslager in Hoykenkamp begeben. "Alle haben dabei gut mitgezogen. Ich glaube, dass wir reelle Siegchancen haben", sagt Hoppe. Auch Stürenburg gibt sich optimistisch: "Die Einstellung der Spieler hat sich nach vielen Gesprächen zwischen der Mannschaft und mir, aber auch innerhalb des Teams positiv verändert."

Gegen Grüppenbühren/Bookholzberg muss der Hoykenkamper Trainer lediglich auf Patrick Stolz verzichten, der wegen seines Studiums vorerst nicht zur Verfügung steht. Dafür ist überraschend Fritz Gillerke junior dabei, der gerade sein Auslandssemester in Schweden beendet hat und sich das Derby nicht entgehen lassen will.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+