1. Fußball-Kreisklasse Aufstieg mit dunklem Schatten

Mit einem 5:2-Sieg gegen die SF Wüsting hat der TV Falkenburg den Aufstieg in die Kreisliga eingetütet. Den Erfolg widmeten die Spieler ihrem erst kürzlich und plötzlich verstorbenen Betreuer.
28.05.2018, 16:04
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Ralf Kilian

Falkenburg. Drei Jahre nach dem freiwilligen Abstieg aus der Fußball-Kreisliga ist der TV Falkenburg wieder da: Die Mannschaft von Trainer Georg Zimmermann nutzte die Vorlage aus Stenum, denn die Reserve des VfL hatte am Freitag überraschend mit 3:2 gegen Falkenburgs Konkurrenten VfL Wildeshausen II gewonnen. Mit dem 5:2 (2:2)-Sieg über die Sportfreunde aus Wüsting sind die Falken nicht mehr vom dritten Aufstiegsplatz zu verdrängen, da der TSV Ganderkesee II nicht aufstiegsberechtigt ist. Allerdings lag ein dunkler Schatten über dem Sieg, denn Betreuer Torsten Samlaus war am Donnerstag unerwartet verstorben.

„Die Mannschaft wollte heute unbedingt für ihren verstorbenen Betreuer gewinnen“, erklärte Zimmermann, „Torsten war auf jedem Platz bekannt, mich haben zahlreiche Beileidsbekundungen von anderen Vereinen erreicht. Wir werden diesen Sieg ihm widmen.“ Noch am Mittwoch war Samlaus wie immer beim Spiel seiner Mannschaft in Hasbergen dabei gewesen und hatte im Gespräch mit unserer Zeitung noch erklärt, dass er am Sonntag arbeiten müsste und noch versuchen wird, seine Schicht zu tauschen. Leider konnte er aus sehr tragischen Gründen nicht beim finalen Schritt seines Teams Richtung Aufstieg dabei sein.

Nach einer Gedenkminute wurde die Partie angepfiffen, und sie startete gleich mit einem Nackenschlag für die Gastgeber: Jörn Lohmüller traf für Wüsting bereits nach zwei Minuten zum 0:1 – wunderschön vom rechten Strafraumeck in den linken Winkel. Falkenburg wirkte allerdings nicht geschockt und blies zum Angriff gegen die nicht so tempoharte Wüstinger Abwehr. Nachdem Florian Erhorn Wüstings Keeper Thorben Maas schon umkurvt hatte, setzte er den Ball knapp übers Tor (12.). Mehr Genauigkeit bewies Nils Poppe 60 Sekunden darauf bei seinem 1:1-Ausgleich aus 22 Metern, als Maas etwas zu weit vor seiner Linie stand.

Nach der ersten Trinkpause bei hochsommerlichen Temperaturen in der Alfa-Arena musste Wüstings Trainer Florian Neumann mit Tammo Luitjens und Andy Brinkmann gleich zwei seiner prägenden Akteure angeschlagen auswechseln. „Das sind natürlich zwei Säulen, die uns fehlen. Unsere Verletztenliste ist elend lang“, sagte Neumann. Bald sah er die nächsten Angriffswellen auf seine Deckung zurollen. Allerdings agierte TV-Torjäger Dominique Streif wie in den vergangenen drei Spielen glücklos. Vor seiner Durststrecke hätte er seine Doppelchance (34.) sicher verwertet.

Besser machte es Thorsten Niehaus kurz darauf nach präziser Vorarbeit von Poppe und Erhorn – 2:1 (35.). Doch das unnötige Foul von Maurice Fangmeier an Niklas Pook im Strafraum brachte Wüsting noch einmal den Ausgleich. Pook verwandelte sogar zweimal eiskalt. Den ersten Elfmeter ließ Schiedsrichter Horst Dräger wiederholen, weil Spieler zu früh in den Strafraum gelaufen waren. Doch Pook ruckelte sich nur kurz seine Stutzen zurecht und verlud den starken Falken-Keeper Kevin Lumma zum 2:2 (39.).

Diese Coolness ging den Gastgebern lange ab. Trotz klarer Überlegenheit flatterte vorne etwas das Füßchen, deutlich sichtbar beim erlösenden 3:2 (56.). Streif und Erhorn brauchten drei Versuche, bis Erhorn den Ball über die Linie drückte. Mit dem 4:2 kam dann die Sicherheit: Streif hatte Niehaus geschickt, der das Spielgerät im langen Eck unterbrachte (65.). Daraufhin schnürte auch Erhorn seinen Doppelpack, sein Schlenzer zum 5:2 (69.) aus 18 Metern in den rechten Winkel befreite Falkenburg von der Unsicherheit der ersten Hälfte. Wüsting gab zwar insbesondere in Person von Pook nie auf (umstrittenes Abseitstor 73.), war aber bald „konditionell platt“, wie Neumann zugab. „Bei uns ist die Saison schon lange gelaufen“, sagte er.

Falkenburg will es ab Juli in der Kreisliga besser machen als anno 2015, als der TV mit 104 Gegentoren oft leiden musste und mit einer Ü32-Truppe freiwillig runterging. Zimmermann hat den Umbruch eingeleitet und verschwendet keinen Gedanken an einen Aufstiegsverzicht. „Was man sportlich erreicht hat, sollte man auch wahrnehmen, wir werden uns der Kreisliga stellen“, gibt sich Zimmermann kämpferisch.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+