FTTB ändert Ligenstruktur: 3000 Tischtennisaktive spielen ab der neuen Saison in neun Bremer Leistungsklassen Aus für die Parallelgesellschaften

Bremen. Fast drei Jahrzehnte lang hat Volker Peper Tischtennis bei der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf (Kreisliga Osterholz) gespielt. Dann zog er nach Borgfeld um und schloss sich dem dortigen TuS in der Weser-Liga an.
28.04.2017, 00:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Bremen. Fast drei Jahrzehnte lang hat Volker Peper Tischtennis bei der TSG Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf (Kreisliga Osterholz) gespielt. Dann zog er nach Borgfeld um und schloss sich dem dortigen TuS in der Weser-Liga an. Weshalb parallel und gleichrangig zur Weser-Liga auch in einer Roland-Liga um den Auf- und gegen den Abstieg gekämpft werde, habe er nie so ganz verstanden, sagt Peper. Muss er jetzt auch nicht mehr, denn in der neuen Saison wird es statt der Weser- und der Roland-Liga nur noch eine Stadtliga geben, in der die beiden bisherigen Klassen aufgehen.

Im vergangenen Sommer hat der Fachverband Tischtennis Bremen (FTTB) mit 79 gegen 20 Stimmen bei neun Enthaltungen beschlossen, seine Parallelgesellschaften abzuschaffen. Die darin bestehen, dass unterhalb der höchsten Bremer Spielklasse (FTTB-Liga) jeweils zwei Staffeln gleicher Rangordnung existieren: Weser-Liga und Roland-Liga, Kreisliga A und Kreisliga B, 1. Kreisklasse A und 1. Kreisklasse B, 2. Kreisklasse A und 2. Kreisklasse B sowie mangels weiterer Mannschaften eine 3. Kreisklasse.

Diese Struktur hat sich nach den Worten von FTTB-Präsident Tobias Genz vor etlichen Jahren ergeben, als die nordbremischen Spielklassen in die stadtbremischen integriert wurden. Der Vorteil laut Genz: „Der Weg zum Aufstieg aus den Kreisspielklassen war relativ kurz.“ Als nachteilig habe sich aber herausgestellt, dass die Leistungsunterschiede in den jeweiligen Parallelgesellschaften erheblich gewesen seien. Also beschloss der Verbandstag im vergangenen Sommer eine Restrukturierung. Der FTTB-Präsident: „Das bedeutet de facto die Abschaffung der parallelen Spielklassen und die Einführung der Eingleisigkeit. Damit werden die Leistungsunterschiede innerhalb der Spielklassen reduziert.“

Ab der Saison 2017/18 heißt die höchste Bremer Tischtennis-Klasse nun nicht mehr FTTB-, sondern, wie im Amateurfußball, Bremen-Liga. Die Einteilung darunter lautet: Stadtliga 1 und 2, Kreisliga 1, 2 und 3 sowie Kreisklasse 1, 2 und 3. Tischtennis im regionalen Fachverband Bremen wird also künftig in neun Leistungsklassen gespielt.

Doch vor dem Start der neuen Saison musste der Übergang von der parallelen in die hierarchische Struktur festgelegt werden. Keine einfache Tüftelei, allerdings konnten die Verantwortlichen von den Erfahrungen profitieren, die bei der Zusammenlegung der Spielkreise Bremen-Mitte und Bremen-Ost gemacht wurden. Inzwischen ergibt sich ein klares Bild: Der ATSV Habenhausen III steigt als Meister der FTTB-Liga in die Bezirksliga Osterholz/Verden/Bremen auf. Der Tabellenzweite SC Vahr-Blockdiek kann ihm folgen, wenn er sich in der Relegation gegen die TuSG Ritterhude IV und den TSV Worpswede II durchsetzt.

Absteigen in die neue Stadtliga 1 müssen der TSV Osterholz-Tenever und der TuS Schwachhausen. Aufsteiger in die Bremen-Liga sind die SG Findorff II (bisher Weser-Liga) und die SG Findorff I (bisher Roland-Liga). Den Sprung nach oben über den Umweg Relegation können zudem die Tabellenzweiten SG Marßel (Roland-Liga) und TS Woltmershausen schaffen. Die Teams auf den Rängen drei bis fünf der Weser- und Roland-Liga gehören ab der neuen Saison der Stadtliga 1 an, die Sechst-bis Achtplatzierten der Stadtliga 2. Die beiden Tabellenletzten der Parallelklassen müssen in der Kreisliga 1 einen Neuanfang machen.

Analog dazu wird auch in den bisherigen Kreisligen verfahren: Die Meister der Staffel A und B, TuS Komet Arsten und Werder VIII, steigen in die Stadtliga 1 auf, die Zweit- bis Viertplatzierten gehören in der neuen Saison der Stadtliga 2 an; die Fünften bis Siebten spielen in der Kreisliga 1, die Achten bis Zehnten in der Kreisliga 2 und die Schlusslichter SG Aumund-Vegesack IV und TV Grohn II steigen in die Kreisliga III ab.

Ihr gehören demnächst auch die beiden Aufsteiger der bisherigen 1. Kreisklassen, TSV Grolland (A) und TuS Vahr (B) an, während die Mannschaften auf den Rängen zwei und drei in die Kreisliga 2, die Vierten bis Sechsten in die Kreisliga 3, die Siebten bis Neunten in die Kreisklasse 1 und die Absteiger TSV Osterholz-Tenever III und SG Arbergen-Mahndorf II (A) sowie die AG Arbergen-Mahndorf III und der TV Bremen-Walle 1875 IV (B) schließlich in der Kreisklasse 2 einen Neustart unternehmen.

Aufgestiegen in die Kreisliga 3 sind schließlich die beiden Titelträger in den 2. Kreisklassen, FT Blumenthal (A) und Neurönnebecker TV III (B), während sich die Zweiten bis Vierten in der Kreisklasse 1, die Fünften bis Siebten in der Kreisklasse 2 und die Achten bis Zehnten in der Kreisklasse 3 wiederfinden werden. Allerdings sind der TuS Komet Arsten III (A) und die TSV Farge-Rekum V (B) bereits vom Spielbetrieb abgemeldet worden. So springt der Meister der 3. Kreisklasse, SG Findorff VII, in die neue Kreisklasse 1, während der Vegesacker TV II, der TV Oberneuland III und der TS Woltmershausen III in die Kreisklasse 2 aufsteigen. Eventuell wird es in den Kreisligen und -klassen noch geringfügige Veränderungen durch Nachrücker geben.

Der FTTB zählt rund 3000 aktive Spieler. Mannschaftverantwortliche wie Christian Schumacher (Marßel) oder Holger Sprung (Bremen-Walle II) begrüßen die neue Struktur ausdrücklich. Sie sei übersichtlicher und werde der Leistungsstärke der einzelnen Mannschaften gerechter. Bei den Damen ist eine Neuordnung übrigens nicht erforderlich. Auf FTTB-Ebene spielen nur sieben Mannschaften, alle in der FTTB-Liga.

„Das bedeutet de facto die Einführung der Eingleisigkeit.“ FTTB-Präsident Tobias Genz
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