DFB-Förderpreis Auszeichnung für SV Bruchhausen-Vilsen

Bruchhausen-Vilsen. Der SV Bruchhausen-Vilsen hat den Jugendförderpreis 2010 der DFB-Stiftung Egidius Braun erhalten. Die Fokussierung auf die Vilser Nachwuchsarbeit ist dabei unmittelbar mit dem Namen Frank Lüno verbunden.
23.02.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Auszeichnung für SV Bruchhausen-Vilsen
Von Malte Bürger

Bruchhausen-Vilsen. Es ist der vorläufige Höhepunkt einer Serie von Auszeichnungen, die der SV Bruchhausen-Vilsen in den vergangenen Monaten erhalten hat. In Sachen Jugendfußball- und -förderung hat der Verein in jüngster Vergangenheit derart vorbildlich gearbeitet, dass auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) das Engagement würdigten: mit dem Jugendförderpreis 2010 der DFB-Stiftung Egidius Braun. Die Fokussierung auf die Vilser Nachwuchsarbeit ist dabei unmittelbar mit dem Namen Frank Lüno verbunden - nur logisch also, dass er die Auszeichnung in Empfang nehmen durfte.

Der 48-Jährige ist seit rund einem Jahr Jugendleiter beim SV Bruchhausen-Vilsen und lebt voll und ganz für sein Amt. Immer wieder überlegt er, inwiefern sich das Angebot des Vereins noch weiter ausbauen, noch besser strukturieren lässt. Aktivitäten abseits des grünen Rasens, wie gemeinsame Feiern, Mannschaftsfahrten oder Instandhaltungsaktionen der Anlage, geben sich dabei mit den sportlichen Initiativen die Klinke in die Hand.

Besonders auf eine Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten hat es Lüno abgesehen. In diesem Zusammenhang ist auch sein bislang größter Coup entstanden, die Eröffnung einer Fußballschule beim SV Bruchhausen-Vilsen. "Ich habe zuletzt im Bereich Hannover gelebt, dort habe ich etwas ähnliches gemacht", erklärt er. "Der Liebe wegen bin ich dann in Vilsen gelandet und habe von vorne angefangen."

Zeitintensive Lebensaufgabe

Natürlich, Frank Lüno hätte die Hände auch in den Schoß legen und den Fußball-Nachwuchs Fußball-Nachwuchs sein lassen können. Doch das entspräche nicht seinem Naturell. "Für mich ist das eine Lebensaufgabe", gesteht er, "auch wenn es im Prinzip ein 24-Stunden-Job ist." Die Einrichtung soll dabei ein ergänzendes Angebot zum herkömmlichen Trainingsbetrieb sein. "Wir werden die Schule außerdem auch für andere Vereine öffnen, um den Jugendfußball insgesamt zu stärken. Die Kinder werden dann zwar bei uns ausgebildet, wir wollen sie aber keineswegs abwerben", verspricht der frühere Akteur des FC Hertha 03 Zehlendorf aus Berlin.

Darüber hinaus soll der Nachwuchs nach Leistungsstärken gefördert werden. "Einerseits werden die besonders talentierten Kinder im technischen Bereich noch weiter geschult, andererseits die weniger begabten näher an die stärkeren herangeführt", erläutert Lüno. Es gehe jedenfalls nicht vorrangig um den sportlichen Erfolg, sondern um ein flächendeckendes Fußballangebot insgesamt. "In der heutigen Zeit ist es immer schwieriger, Kinder und Jugendliche überhaupt zum Sport zu bewegen, weil sie zu Hause lieber vor dem Computer oder der Konsole sitzen. Aus diesem Grund gehen wir auch auf andere, kleinere Vereine zu, um sowohl den Sport als auch die jeweiligen Klubs beziehungsweise ihre Abteilungen am Leben zu erhalten."

Keine One-Man-Show

Eine klassische One-Man-Show liefert Frank Lüno aber keineswegs ab. Der gebürtige Bielefelder weiß den emsigen Jugendförderkreis des SV im Rücken, der bereits unter anderem bei der Beschaffung einiger Trainingsutensilien behilflich war. Außerdem hat Lüno im Vorstand einen perfekten Partner für sein Vorhaben gefunden. "Der Vorsitzende Thomas Warnken ist im Prinzip ebenso positiv fußballbekloppt wie ich, da macht die Arbeit einfach Spaß."

Die Philosophie des Duos beinhaltet aber natürlich auch, dass der SV Bruchhausen-Vilsen einigermaßen gesund nach vorne schauen kann, der Klub soll von dem Projekt auch ohne Abwerbungen profitieren, wie Thomas Warnken kürzlich den Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung erläuterte: "Wir wollen die Vereinsorganisation so aufstellen, dass wir den Anforderungen der Zukunft an eine professionelle Jugendarbeit gewachsen sind."

Auf dieser Basis soll schließlich konstant der ersten Herrenmannschaft zugearbeitet werden. "Ich bin davon überzeugt, dass die Zukunft des Vereins in unserer Jugend liegt. Das soll keine Floskel, sondern nachprüfbar und für jeden erlebbar sein", meint Warnken. "Hierzu gehört auch Geduld und Beharrlichkeit, denn ob wir wirklich richtig liegen, wird man erst rückblickend in fünf Jahren sagen können."

Das Motto der Vilser ist jedenfalls eindeutig und vielversprechend: "Lila-weiße Zukunft. Die Jugendabteilung bewegt was - sich!" Es dürften demnach noch einige Auszeichnungen folgen.

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