Fußball-Bezirkspokal Baake beweist den richtige Riecher

Alle Beteiligten hatten sich auf das Elfmeterschießen eingestellt. Doch dazu sollte es nicht kommen, der VfL Stenum bezwang den GVO Oldenburg mit 1:0.
06.08.2017, 19:47
Lesedauer: 3 Min
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Von Nico Nadig

Stenum. Alle Beteiligten hatten sich bereits mehr oder weniger auf das Elfmeterschießen eingestellt – auch Thomas Baake. Der Coach des Fußball-Bezirksligisten VfL Stenum wechselte kurz vor dem Abpfiff Frederik Dittmar ein, der laut ihm ein sehr guter Schütze ist. Allerdings sollte Dittmar seinen großen Auftritt nicht im Elfmeterschießen haben, sondern noch während der regulären Spielzeit in der zweiten Bezirkspokalrunde gegen den GVO Oldenburg: Eine Ecke schlug er auf den zweiten Pfosten, dort setzte sich Torben Würdemann durch und köpfte das Leder unhaltbar ins Tor (89.). Dank dieses Treffers gewannen die Stenumer mit 1:0 (0:0) gegen die Oldenburger und ziehen damit in die dritte Pokalrunde ein. Baake: „Ich habe Frederik ja gebracht, weil wir auf das Elfmeterschießen spekuliert haben. Seine Standards sind auch nicht gerade schlecht, aber dass es kurz vor Ende noch eine Ecke gibt, und dann ausgerechnet auf seiner Seite“, jubelte der VfL-Coach nach dem Abpfiff.

Es passte einfach zu dieser Begegnung, dass das einzige Tor nach einem ruhenden Ball fiel. Schließlich spielte sich das Geschehen über die nahezu kompletten 90 Minuten in und um den Mittelkreis herum ab. Von Beginn an agierte der VfL dabei auf eigenem Rasen überlegen, etwas Zählbares sprang jedoch nicht heraus. Viele vielversprechende Angriffe verliefen im Sande, da sich im Spiel nach vorne immer wieder Fehler einschlichen. Mal stimmte der Laufweg nicht, dann war der Pass zu steil oder zu kurz. Anders gesagt: Die Stenumer zeigten gute Ansätze, standen sich dann aber zum Teil einfach selbst im Weg.

Ähnlich verhielt es sich auch mit der Defensivarbeit der Gastgeber. Die erste Reihe des VfL setzte die GVO-Abwehrspieler noch an deren eigenem Strafraum unter Druck, zudem stellte der Rest der Mannschaft die Räume geschickt zu. Letztlich blieb den Oldenburgern phasenweise nichts anderes übrig, als den Ball zum Torwart zu passen, der das Leder dann wieder zum Absender zurückschickte – dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Profit schlagen, konnten die Stenumer daraus trotzdem nicht. „Für den Kopf war das einfach eine schwere Begegnung. Meine Elf musste die Ruhe bewahren. Uns war es wichtig, die Räume eng zu machen“, erklärte Baake.

Immer gelang das den Stenumern jedoch nicht: Wenn der GVO-Torhüter das Leder hoch und weit in Richtung VfL-Strafraum schlug, offenbarten sich immer wieder kleine Schwachstellen in der Abwehr des Gastgebers. So hatte der rechte Außenverteidiger Mark Gerken vor allem in der ersten Hälfte seine Schwierigkeiten mit seinem Gegenspieler Aleksandar Sukalo. Nennenswerte Torchancen erarbeiteten sich die Oldenburger allerdings auch nicht. Denn sobald es wirklich brenzlig wurde, bereinigten die Stenumer die Situation. Baake: „Wir haben unheimlich viele Zweikämpfe gewonnen.“ Die Partie plätscherte über weite Strecken also dahin: kaum Höhepunkte im Strafraum, dafür viel Mittelfeldgeplänkel. Wenngleich man gestehen muss, dass die Begegnung von den Stenumern zweifelsohne auf einem guten taktischen Niveau geführt worden ist.

Richtige Spannung baute sich erst in der Schlussviertelstunde auf. Beiden Teams war die Nervosität anzumerken, Fehler häuften sich nun. Einer davon hätte den VfL fast in Rückstand gebracht: Die Stenumer gingen davon aus, dass der Ball ins Aus segeln würde, nur tat dieser das eben nicht. Stattdessen schnappte sich Pavel Ciapa das Leder und lief allein auf den VfL-Schlussmann Maik Panzram zu und umkurvte ihn. Während die Verantwortlichen des VfL schon die Hände über den Kopf zusammenschlugen, breiteten die Oldenburger bereits die Arme zum Jubel aus. Allerdings freuten sie sich zu früh, denn Ciapa verpasste es, rechtzeitig abzuschließen. Aus spitzem Winkel versuchte er sein Glück, ein VfL-Verteidiger klärte noch in höchster Not (75.).

Nur drei Minuten später wiederholte sich das Szenario auf der anderen Seite. Der GVO-Keeper bugsierte das Leder bei einer Rettungsaktion direkt vor die Füße von Ole Braun, der aus 25 Metern auf das leere Tor schoss. Bevor der Ball jedoch die Linie überqueren konnte, rettete GVO-Abwehrchef Patrick Warns noch. Zehn Minuten später hatte die Stenumer Bank dann ja doch noch Grund zum Jubel. Baake: „Wir haben verdient gewonnen, wir hatten die bessere Spielanlage. Jetzt freuen wir uns einfach auf die dritte Runde.“ Diese findet am 30. August für den VfL statt. Sie reisen dann zum TuS Frisia Goldenstedt, der in Runde zwei den VfL Wildeshausen (siehe Bericht links) bezwang.

„Für den Kopf war das einfach eine schwere Begegnung.“ Thomas Baake, Stenum-Trainer
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