Olympia Bach: Kandidiere erneut für IOC-Exekutive

Hamburg. Thomas Bach strebt eine weitere vierjährige Amtszeit im 15-köpfigen Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an.
04.01.2010, 16:50
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Hamburg. Thomas Bach strebt eine weitere vierjährige Amtszeit im 15-köpfigen Exekutivkomitee des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an.

«Ich bin von vielen gebeten worden, mich bei der Vollversammlung in Vancouver um ein erneutes Mandat zu bewerben», sagte der Wirtschaftsanwalt aus Tauberbischofsheim in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Er könne als Mitglied des olympischen Führungsgremiums «auf wirtschaftlichem und juristischem Gebiet, aber auch inhaltlich dazu beitragen, dass Jacques Rogge seine Präsidentschaft bis 2013 erfolgreich gestalten kann».

Nach einer ersten Amtszeit von 1996 bis 2004 als Vizepräsident und einfaches Exekutivkomitee-Mitglied war Bach 2006 erneut zum Präsidenten-Stellvertreter gewählt worden. Diese vierjährige Periode endet nun in Vancouver. Bei der 122. IOC-Session Anfang Februar in der Stadt der Olympischen Winterspiele bewirbt er sich um eine Verlängerung seiner Vizepräsidentschaft. Bisher war es dem 56- Jährigen stets gelungen, in ersten Wahlgängen zu gewinnen.

Der 1991 als Nachfolger von Willi Daume in das IOC berufene Fecht-Olympiasieger von 1976 gehört zu den angesehensten Olympiern. Er führt den Vorsitz in der Juristischen Kommission, die in Rechtsfragen wie Doping die Rolle einer olympischen Staatsanwaltschaft spielt, und sitzt auch dem Gremium für Sport und Recht vor. Zudem ist Bach Mitglied der wichtigen Kommissionen für Marketing und Fernsehrechte. Dabei ist es seine Aufgabe, die TV- Rechte für Europa auszuhandeln. Bei den schwierigen Verhandlungen um die Vergabe der Rechte für die Winterspiele 2014 in Sotschi und die Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro ist er Verhandlungspartner von ARD und ZDF.

Bach gehört nach Einschätzung von Rogge zu einer Gruppe von «fünf, sechs» IOC-Mitgliedern, die ihm 2013 nach zwölf Amtsjahren nachfolgen könnten. «Er hat viel Wissen, und er kennt die Olympische Bewegung sehr, sehr gut. Er hat die richtige Seele und die richtige Philosophie für die Sportbewegung. Er ist ein olympischer Champion, der einem großen Nationalen Olympischen Komitee vorsitzt. Er ist juristisch unser Top-Fachmann. Und er hat lange im IOC-Vorstand gedient. Er ist ein Top-Kandidat, der nachfolgen könnte», hatte der 67 Jahre alte Belgier in einem Interview zum Jahresende mit der «Welt am Sonntag» gesagt.

Sollte Bach in Vancouver erneut für vier Jahre in die olympische Regierung gewählt werden, ergäbe sich aus dieser Position heraus für die Münchner Bewerbung um die Winterspiele 2018 und für ihn selbst eine stärkere Ausgangsposition. Fragen nach einer Kandidatur hat Bach bisher stets als nicht aktuell bezeichnet. Nach Einschätzung von Rogge gibt es im IOC zwischen der Wintersport- und der Präsidenten- Wahl keinen Zusammenhang: «Die Leute werden für die bestmögliche Kandidatur 2011 stimmen und 2013 für den bestmöglichen Präsidenten.»

Bach hat sich auch zu einer Verlängerung seiner Präsidentschaft im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) bisher nicht festgelegt. Im kommenden Dezember endet sein vierjähriges Mandat. Unter Bachs Führung ist es dem 2006 aus Deutschem Sportbund und Nationalem Olympischen Komitee unter großen Mühen gebildeten Dachverband gelungen, zu einem in Politik und Gesellschaft anerkannten Partner zu werden. «Der DOSB ist auf der Schiene», er werde sich zu einer erneuten Präsidentschaft «im Frühsommer Gedanken machen und dazu intensive Gespräche im DOSB führen», sagte Bach der dpa. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+