Volleyball

Baden-Libero Nils Mallon: Zuverlässiger Defensivspezialist

Auf ihn können sich die Spieler des TV Baden verlassen: Libero Nils Mallon. Er hat großen Anteil daran, dass der TVB in der 2. Bundesliga eine gute Rolle im Abstiegskampf spielt.
04.01.2019, 18:30
Lesedauer: 3 Min
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Baden-Libero Nils Mallon: Zuverlässiger Defensivspezialist
Von Florian Cordes
Baden-Libero Nils Mallon: Zuverlässiger Defensivspezialist

Nils Mallon ist während eines Spiels oft am Boden zu sehen. Das ist jedoch ein Zeichen dafür, dass er viele schwierige Bälle annimmt.

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Gute Reflexe sind im Sport häufig sehr hilfreich. Das gilt insbesondere für den Libero in einem Volleyball-Team. Er ist der Defensivspezialist. Der Libero muss das Angriffsspiel des Gegners gut lesen können und blitzschnell reagieren, wenn die Bälle mit voller Wucht über das Netz in Richtung eigene Spielfeldhälfte fliegt. Es ist eine besondere und anspruchsvolle Position, die ein Libero einnimmt. Und das nicht nur, weil er ein andersfarbiges Trikot als seine Teamkollegen tragen muss. Beim TV Baden hat Nils Mallon die Rolle inne. Und er macht seine Sache sehr gut. Auch aufgrund seiner starken Leistungen hat der Aufsteiger in der 2. Bundesliga im Abstiegskampf sehr gute Karten. Mallon hat sich im Team von Coach Fabio Bartolone so gut wie unentbehrlich gemacht.

„Momentan bin ich in der Tat sehr zufrieden. Mit allem, mit meiner persönlichen Situation und der gesamten Mannschaft“, sagt Mallon. Dass er Jan-Henrik Radeke, der in den vorherigen Jahren beim TV Baden meist als Stammlibero agierte, gleich in seinem ersten Jahr beim TVB verdrängt hat, damit habe er nicht gerechnet. „Aber natürlich hatte ich nach meinem Wechsel gehofft, eine wichtige Rolle zu spielen.“ Mallon hatte sich nach der Saison 2017/2018 dazu entschieden, den Klub zu tauschen. Zuvor spielte er bei Bremen 1860. In der Vorsaison war er in der 3. Liga West noch Gegner seines aktuellen Teams. Seine Mitspieler beim TVB waren ihm somit alles andere als fremd. Doch nicht nur aus diesem Grund. „Ich kenne die meisten Jungs aus Baden schon sehr lange, weil wir auch gemeinsam im Volleyballteam der Uni Bremen gespielt haben“, erklärt der 28-Jährige.

Plötzlich einer der Ältesten

Dennoch musste er sich in Baden anfangs ein wenig umgewöhnen – und das hat auch mit seinem Alter zu tun. „Eigentlich war ich immer einer der Jüngsten. In Baden bin ich aber plötzlich der zweitälteste Spieler“, sagt Mallon. Dass er nicht der Älteste im Bartolone-Team ist, hat er Björn Hagestedt zu verdanken. Der 29-Jährige hatte sich im Früjahr 2018 ebenfalls zu einem Wechsel von Bremen 1860 zum TV Baden entschieden. Nils Mallon gehört aber eben auch zu den erfahrensten Spielern beim Zweitliga-Neuling und zum erweiterten Kreis der Führungsspieler. „Unser Kapitän Stefan Baum, Ole Sagajewski und ich sind schon für Fabio die Ansprechpartner, auch wenn es um taktische Dinge geht“, beschreibt Mallon seine Rolle in der Mannschaft. Doch nicht nur aufgrund seiner Erfahrung hilft er seinem Team. Was ihn auf seiner Position auf dem Spielfeld ebenfalls auszeichnen müsse, sei ein gesundes Selbstvertrauen. „Als Libero muss man eine bestimmte Ausstrahlung besitzen, um seinen Mitspieler Sicherheit zu geben. Und ich glaube schon, dass sich meine Annahmespieler gut neben mir fühlen“, sagt er.

Dass er Libero geworden ist, habe unter anderem mit seiner Größe zu tun. „Mit meinen 1,83 Meter bin doch eher ein kleiner Volleyballer. Bei Bremen 1860 habe ich schon viele Jahre als Libero gespielt. Zuletzt aber auch als Außenangreifer. Daher bin ich schon mit dem Gedanken nach Baden gekommen, auf beiden Positionen spielen zu können“, sagt Mallon. Doch seine Gesundheit wollte nicht so recht mitspielen. Der 28-Jährige hatte immer wieder mit Knieproblemen zu kämpfen. „Während der gesamten Vorbereitung bin ich nicht gesprungen. Somit war klar, dass ich nur als Libero spiele. Auf diesem hohen Niveau in der 2. Bundesliga macht es aber sehr viel Spaß“, erzählt Nils Mallon.

Zweimal zum MVP ernannt

Schlussendlich war es für den TVB nicht das Schlechteste, dass Nils Mallon von Fabio Bartolone als Libero eingesetzt wird. Denn auch aus diesem Grund sieht es für den TV Baden in Sachen Klassenerhalt gut aus. Zur Saison-Halbzeit liegen Mallon und Co. drei Punkte vor dem ersten Abstiegsrang. Diesen Vorsprung wollen die Badener am liebsten am 13. Januar ausbauen, wenn zum Auftakt der Rückrunde der TuB Bocholt in der Badener Lahofhalle gastiert.

Wie wichtig der Libero für seine Mannschaft geworden ist, zeigt darüber hinaus, dass er bereits nach zwei Spielen zum wertvollsten Spieler (MVP) ausgezeichnet worden ist. Nach den Siegen gegen den Moerser SC und DJK Delbrück bekam er die Goldmedaille verliehen. „Die beiden Medaillen liegen noch bei mir zu Hause auf dem Schrank. Ich muss mal schauen, welchen endgültigen Platz sie bekommen“, erzählt Mallon. Neben Mallon wurde Stefan Baum einmal zum MVP ernannt, Ole Sagajewski satte achtmal. „Ich bin sozusagen der Verfolger von Ole“, scherzt Nils Mallon. „Es wurde anfangs schon hin und wieder darüber gewitzelt, dass Ole meist unser MVP wird. Aber traurig oder sauer ist deshalb bei uns niemand.“

Die Auszeichnung sei eine schöne Nebensache, wichtiger sei jedoch der Teamerfolg – also der Klassenerhalt. „Ich bin nach wie vor absolut davon überzeugt, dass wir es schaffen. Wir sind derzeit voll im Soll“, sagt Badens Libero, der zudem ein Versprechen abgibt: „Wir haben Bock auf die Rückrunde und sind froh, dass es bald weitergeht. Wir gehen die nächsten Spiele mit viel Selbstvertrauen an.“

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