Drastische Strafen für Osterholzer Kreisligist Barisspor: 2000 Euro Geldstrafe und eine Saison lang nur Auswärtsspiele

Landkreis Osterholz. Das Kreissportgericht hat gegen den Fußball-Kreisligist Barisspor Osterholz nach dem Spielabbruch vom 18. April gegen den SV Komet Pennigbüttel drastische Strafen verhängt. Barisspor darf im Spieljahr 2010/11 nur Auswärtsspiele bestreiten und wird mit 2000 Euro zur Kasse gebeten.
08.06.2010, 06:05
Lesedauer: 2 Min
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Von Reiner Tienken

Landkreis Osterholz. Das Kreissportgericht hat gegen den Fußball-Kreisligist Barisspor Osterholz nach dem Spielabbruch vom 18. April gegen den SV Komet Pennigbüttel drastische Strafen verhängt. Barisspor darf im Spieljahr 2010/11 nur Auswärtsspiele bestreiten und wird mit 2000 Euro zur Kasse gebeten.

Das Sportgericht tagte mit den beteiligten Mannschaften und Zuschauern in Wallhöfen. 'Das war eine Marathonsitzung', bemerkte Komet-Trainer Jens Sander nach der Urteilsverkündung. Sportrichter Thomas Bruse dagegen hüllte sich auf Anfrage unserer Zeitung zum Urteil in Schweigen: 'Kein Kommentar.' Der Sportrichter verwies darauf, dass es eine nicht-öffentliche Sitzung gewesen sei.

Das Urteil sei den betreffenden Vereinen zudem, so Thomas Bruse, noch nicht zugestellt worden. Getagt hatte das Gremium bereits am 26. Mai. Über das Urteil informierten auf Nachfrage die beiden Trainer Halil Oelge (Barisspor) und Jens Sander (SV Komet Pennigbüttel). Eckehard Schütt, Vorsitzender des Kreisfußballverbandes, war auf Anfrage zu keiner Stellungnahme zur Verhandlung bereit: 'Bis zur Rechtskräftigkeit des Urteils sage ich nichts.'

Das Kreissportgericht verhängte den Angaben zufolge obendrein noch eine siebenmonatige Sperre gegen den Spieler Aziz Oelge. Der Akteur habe nach seiner Gelb-Roten Karte auf den Schiedsrichter losgehen wollen. Schiedsrichter Nils-Michael Katenkamp (FC Hansa Schwanewede) hatte seinerzeit die Begegnung Barisspor - Pennigbüttel auf der IGS-Sportanlage nach 80 Minuten wie bereits berichtet beim Spielstand von 0:1 abgebrochen.

Der Unparteiische fühlte sich von Zuschauern massiv bedroht. Augenzeugen wollen Handgreiflichkeiten der Besucher am Spielfeldrand beobachtet haben. Yilmaz Yildirim (Rote Karte, Tätlichkeit/60.) und Aziz Oelge (Gelb-Rote Karte/79.) hatten den Platz schon vor dem Spielabbruch verlassen müssen. Bereits in der Vergangenheit waren die beiden Mannschaften mehrfach aneinandergeraten. 'Komisch, dass es immer mit Pennigbüttel passiert', teilte Halil Oelge mit.

"Höchststrafe für den Verein"

Der Barisspor-Coach nahm das Urteil mit einer großen Enttäuschung auf. Halil Oelge: 'Das ist die Höchststrafe für den Verein. Die Spieler sind alle schockiert nach dem Urteil.' Das Verhalten einiger Fans stieß selbst bei Barisspor übel auf. 'Die Spieler waren sauer auf die Zuschauer. Auf keinen Fall gab es eine Schlägerei', sagte Halil Oelge der Sportredaktion. Das Urteil stimmte den Barisspor-Funktionär sichtlich nachdenklich: 'Ich habe das Gefühl, dass man uns nicht mehr haben will.' Der Verein stand vor der Verhandlung in Wallhöfen ohnehin nach eigenen Angaben mit 500 Euro in der Kreide beim Kreisfußballverband.

Für Barisspor besteht nach schriftlichem Eingang des Urteils die Möglichkeit der Berufung. Die würde dann vom Bezirkssportgericht verhandelt. 'Ein Einspruch würde uns nicht weiterhelfen', stuft Halil Oelge die Erfolgsaussichten als gering ein. Zumal die Berufung mit weiteren Kosten verbunden wäre.

Der Verein aus der Kreisstadt hatte erst in der Vorsaison Bekanntschaft mit dem Bezirkssportgericht gemacht. Die Bewährungsfrist für Barisspor war nach Vorfällen in der Halle gerade erst abgelaufen. Das Bezirkssportgericht sah so keine Notwendigkeit, den neuen Fall zu bearbeiten, wie es der Kreisverband Osterholz in einer losen Anfrage angeregt hatte.

Das abgebrochene Meisterschaftsspiel wurde wie nicht anders zu erwarten mit 5:0 Toren und drei Punkten für den SV Komet Pennigbüttel gewertet.

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