Tennis

Barriens bärenstarke Herren-30-Riege

Die Bilanz der höherklassigen Tennisteams der Region fällt mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen gemischt aus. Für die Glanzpunkte sorgen die Herren-30-Teams des Barrier TC.
05.11.2018, 16:48
Lesedauer: 7 Min
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Von Florian Kastens
Barriens bärenstarke Herren-30-Riege

Barriens Matchwinner in Lauenbrück: Florian Zeichner punktete sowohl im Einzel als auch im Doppel für das Verbandsliga-Team des BTC.

UDO MEISSNER

Barrien/Brinkum. Die beiden Herren-30-Tennismannschaften des Barrier TC sind optimal in die Winterrunde gestartet. Das Nordliga-Team stürmte mit einem 6:0-Kantersieg in Rostock direkt in die Spitzengruppe, während die Verbandsliga-Auswahl aus Lauenbrück einen 4:2-Erfolg mit auf die Heimreise nahm. Immerhin einen Zähler sammelten die Regionalliga-Damen 50 des BTC und die Nordliga-Herren 30 des FTSV Jahn Brinkum. Während die BTC-Spielerinnen damit zufrieden waren, fiel das Fazit der Brinkumer etwas zwiegespalten aus. Weniger erfolgreich verlief der Auftakt für zwei der sechs höherklassigen Teams: Die Damen-30-Oberligistinnen aus Barrien und die Herren-40-Nordligisten aus Brinkum mussten deutliche 0:6-Niederlagen quittieren.

Nordliga 1 Herren 30: ARTC 90 Rostock - Barrier TC 0:6. Diese Tour hat sich gelohnt: Zum Saisonauftakt in der Tennis-Nordliga überrollten die Barrier ihren Kontrahenten Rostock mit 6:0. „Auf einen Sieg hatten wir schon gehofft. Aber dass dieser so deutlich ausfällt, damit hatten wir nicht gerechnet“, gab BTC-Kapitän Erik Trümpler zu. Um ausgeruht in das Match zu gehen, waren er und Mike Uhde bereits am Vortag nach Rostock gereist. Diese Maßnahme fruchtete. Trümpler spielte gegen Felix Galonska sehr konzentiert und gewann den ersten Satz mit 6:4. „Danach war ich etwas kaputt“, gestand der Barrier. In der Folge war die Konzentration verschwunden und Trümpler geriet mit 2:4 in Rückstand. Rechtzeitig konnte er die Partie aber drehen und den Durchgang mit 6:4 nach Hause schaukeln. Mike Uhde fand zunächst nicht seinen Rhythmus und lag bald mit 2:5 zurück. Fünf Satzbälle wehrte er aber nervenstark ab und kam immer näher heran. Als er den Ausgleich geschafft und den Abschnitt kurz darauf sogar mit 7:5 für sich entschieden hatte, war die Gegenwehr seines Kontrahenten gebrochen.

An der Spitzenposition gab Florian Dill sein Debüt als neue Nummer eins. Wer gedacht hatte, Dill sei dort nur Kanonenfutter, den belehrte der Barrier eines Besseren. „Florian hat wirklich super gespielt. Ich bin echt begeistert“, schwärmte Trümpler. In einem sehr umkämpften ersten Abschnitt wehrte Dill gegen Marcus Wermuth (ebenfalls Leistungsklasse vier) einen Satzball ab und erreichte den Tiebreak. Diesen gewann er deutlich und setzte sich im zweiten Abschnitt schnell ab. „Man merkt, dass Florian in letzter Zeit viele Turniere gespielt hat. Er ist in den engen Situationen ruhig geblieben und hat verdient gewonnen“, bilanzierte Trümpler. Der einzige Barrier, der nur wenig Mühe hatte, war Volker Zorn. Er siegte klar in zwei Durchgängen. Nach dem 4:0-Zwischenstand gaben die Barrier auch im Doppel keinen Satz mehr ab und reihten sich hinter dem TTK Sachsenwald auf dem zweiten Tabellenplatz ein.

Nordliga 2 Herren 30: FTSV Jahn Brinkum - TC an der Schirnau 3:3. Das 3:3-Unentschieden gegen den Regionalligaabsteiger sollte eigentlich als toller Erfolg eingeordnet werden. Doch so ganz sicher war sich Brinkums Kapitän Tobias Killer in der Einschätzung nicht: „Vor dem Spiel hätten wir das Unentschieden gegen den hohen Favoriten definitiv sofort unterschrieben. Wenn man aber 3:1 nach den Einzeln führt, muss man irgendwie auch festhalten, dass wir uns für unsere gute Leistung nicht ausreichend belohnt haben.“ Der Mannschaftsführer sprach im Anschluss an sein eigenes Match von einem leistungsgerechten Ergebnis: „Mein Gegner war extrem stark und hat mir kaum etwas angeboten. Ich habe zwar nicht enttäuscht, aber ich muss anerkennen, dass er verdient gewonnen hat.“

Killer konnte seine Einzelniederlage verschmerzen, da seine Teamkollegen fleißig punkteten. Den Anfang machte Björn Linke, der taktisch extrem stark agierte. Zwei Mal zeigte sein Kontrahent bei eigenem Aufschlag Schwächen, beide Male war Linke hellwach, schaffte das Break und kam so zum Zweisatzerfolg. An Position drei traf Thorben Gruner auf den aufschlagstarken Florian Lähn. Mit dem Gewinn des Tiebreaks im ersten Satz war der Widerstand Lähns gebrochen. Jan-Dirk Wittrock hatte in seinem Duell mit Patrick Kobela überhaupt keine Mühe. Er erlaubte sich kaum Fehler und gestattete seinem Gegner lediglich einen Spielgewinn. Mit einer unerwarteten 3:1-Führung ging es dann in die Doppel. „Und auch dort haben wir für beide Paarungen Chancen gesehen. Doch die Gäste haben sich da sehr eingespielt präsentiert“, erklärte Killer. Beide Doppel verliefen recht ausgeglichen. Doch am Ende hatten immer die Spieler des TC an der Schirnau das bessere Ende für sich. „Für uns ist es trotzdem ein gelungener Auftakt. Es gibt uns ordentlich Selbstvertrauen und hat gezeigt, dass wir in dieser extrem ausgeglichenen Liga definitiv mithalten können“, verdeutlicht der Brinkumer Kapitän.

Verbandsliga Herren 30: SV Lauenbrück - Barrier TC II 2:4. „Es ist der gelungene Start, wie wir ihn uns gewünscht haben“, freute sich Barriens Mannschaftsführer Stephan Voigts über den Auftaktsieg. Das Schlüsselspiel auf dem Weg zum Erfolg war dabei das Duell der Einser zwischen Ole Schwerk auf Lauenbrücker und Florian Zeichner auf Barrier Seite. Beide Akteure zeigten eine tolle Leistung. Schwerk erwischte jeden Schlag, Zeichner stand seinem Kontahenten jedoch in nichts nach. Dementsprechend ging es sehr eng zu. Im ersten Satz hatte Schwerk mit 7:5 die Nase vorn, im zweiten Zeichner mit 6:4. Der Match-Tiebreak musste also die Entscheidung bringen. Auch hier ging es ausgeglichen weiter, keiner der Kontrahenten konnte sich bis zum Zwischenstand von 8:8 einen entscheidenden Vorteil erspielen. „Da ist es Florian noch einmal gelungen, eine Schippe draufzulegen“, freute sich Voigts darüber, dass sein Teamkamerad einen kühlen Kopf bewahrte. Mit 10:8 machte er die 3:1-Führung des BTC nach den Einzeln perfekt.

Auch Voigts und Christoph Lilienbecker hatten zuvor für die Gäste gepunktet, lediglich Andree Meyer musste seinem Kontrahenten zum Sieg gratulieren. Das Doppel Zeichner/Lilienbeckecker machte schließlich den Triumph perfekt. Mit 6:1, 7:6 setzten sich die Barrier gegen die Lauenbrücker Doppelexperten Jan Nottorf und Maik Schultka durch. Voigts und Meyer hätten beinahe noch für den fünften Punkt gesorgt, mussten sich aber mit 9:11 im Match-Tiebreak geschlagen geben. „Durch den Sieg können wir mit noch mehr Selbstvertrauen in die kommenden Spiele gehen“, freute sich Voigts.

Oberliga Damen 30: Tennisverein Berenbostel - Barrier TC 6:0. Mit einer deutlichen Niederlage sind die Barrierinnen in die Winterrunde gestartet. Dabei schlugen sie sich beim Tennisverein Berenbostel alles andere als schlecht. „Das letzte Quäntchen Glück aber hat uns gefehlt“, machte BTC-Mannschaftsführerin Insa Sander ein entscheidendes Manko aus. Besonders Anja Plaumann und Stefanie Hein hatten Pech. Beide verloren ihre Partien erst im Match-Tiebreak. Plaumann gewann gegen Stefanie Derer sogar den ersten Satz, musste aber nach dem 3:6 im zweiten in den entscheidenden dritten Durchgang. Dort hatte sie mit 7:10 das Nachsehen. Ähnlich war der Matchverlauf bei Hein, die sich mit 5:10 im Match-Tiebreak geschlagen geben musste. Sie gewann zwar mehr Spiele als ihre Kontrahentin Inga Wieland, stand aber dennoch mit leeren Händen da. „Beide haben wirklich gut gespielt. Schade, dass sie nicht gepunktet haben“, sagte Sander. Sie selbst schlug an Position zwei auf, konnte sich gegen Nadine Brokmann aber nicht durchsetzen. Im Duell der Spitzenspielerinnen hatte Maike Wilken gegen die ganz stark aufspielende Julia Fuhrmann keine Chance. Nach den Einzeln war die Niederlage der Barrierinnen bereits besiegelt. In den Doppeln verpassten sie mit jeweils Zweisatz-Niederlagen den Ehrenpunkt.

Nordliga 2 Herren 40: THC Arensburg - FTSV Jahn Brinkum 6:0. Für die Brinkumer gab es in Ahrensburg nichts zu holen. Sie gewannen in allen sechs Matches nicht einen Satz. Am nächsten dran war noch das Doppel Oliver Kriebel/Axel Städtler, das sich Lars Borgstede/Andreas Völker mit 4:6, 4:6 geschlagen geben musste. Als die Doppel gespielt wurden, war die Begegnung bereits zugunsten der Ahrensburger entschieden. Die Gastgeber waren mit Blick auf die Leistungsklassen stärker einzuschätzen gewesen als die Gäste und damit der Favorit. Dieser Rolle wurden sie gerecht gegen Brinkumer, die sich nie aufgaben, aber letztlich die Überlegenheit der Ahrensburger anerkennen mussten.

Regionalliga Damen 50: Barrier TC - TSC Göttingen 3:3. Barriens Mannschaftsführerin Carola Eiseler wertete das Ergebnis als Punktgewinn: „Wenn man nach einem 1:3-Rückstand noch beide Doppel gewinnt und so zu einem 3:3 kommt, ist es sicherlich eher ein Punktgewinn als ein Punktverlust. Wir sind zufrieden mit unserem Auftakt.“ Ohne die verhinderte Anett Wilkop rückte Elke Maffry auf Position zwei vor. Sie traf auf Doris Braack, die in dieser Saison erstmals in der Altersklasse Damen 50 antreten darf und vor allem durch ihre Laufstärke überzeugte. Maffry wehrte sich nach Kräften, konnte ihre Kontrahentin aber nicht entscheidend in Bedrängnis bringen. Claudia Schröder traf schon wie im Vorjahr auf Gisela Breitenstein, die aus ihrer Niederlage die richtigen Lehren gezogen hatte und sich in zwei Sätzen durchsetzte. Ohne reelle Chance musste sich Sabine Kaehler geschlagen geben. Ihre Gegnerin Barbara von Ende, ausgestattet mit diversen nationalen und internationalen Altersklassentiteln, spielte fehlerfrei und ließ Kaehler nicht den Hauch einer Chance. Vor dem Match Eiselers drohte also ein 0:4-Rückstand. Doch die Kapitänin erwischte einen überragenden Tag und „spielte, wie ich schon lange nicht mehr gespielt habe. Ich bin mit der nötigen Lockerheit ins Match gegangen. Im Vorjahr musste ich mich meiner Gegnerin noch glatt geschlagen geben, also konnte es ja im Prinzip nur besser werden.“ Gegen Annegret Müller-Dornieden gewann sie in zwei Sätzen.

Einmal mehr Verlass war auf die Doppelstärke des BTC. „Wir spielen einfach sehr gerne Doppel, was bei den Gegnern aus Göttingen nicht der Fall ist. Daher haben wir weiterhin an unsere Chance geglaubt“, berichtete Eiseler, die an der Seite Schröders einen glatten Zweisatzsieg einfuhr. Ebenfalls nur wenig Mühe hatten Maffry und Kaehler, sodass die Gastgeber das 3:3-Remis perfekt machten.

Mitarbeit: Christine Leska-Ottensmann und Thorin Mentrup

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