Fußball-Landesliga Bremen Barten: "Einfach blöd angestellt"

Melchiorshausen. Es war auch am Mittwoch kaum zu begreifen, dass der TSV seine Heimpartie in der Fußball-Landesliga Bremen gegen den stark abstiegsgefährdeten FC Sparta Bremerhaven II mit 0:1 (0:1) verloren hatte.
02.05.2013, 05:00
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Barten:
Von Jens Hoffmann

Melchiorshausen. Es war eine jener Niederlagen, die sich eine Mannschaft, die noch klare Ziele verfolgt, besser nicht erlauben sollte.

Für Melchiorshausen sind die Folgen des gestrigen 0:1 gegen Bremerhaven jedenfalls eindeutig: "Damit hat sich das Thema Aufstieg in dieser Saison für uns endgültig erledigt", seufzte TSV-Kapitän Sascha Otten.

Trainer Mike Barten drückte die Sachlage etwas anders aus: "Mit dem Spiel haben wir uns viel von dem kaputt gemacht, was wir uns in den Wochen zuvor aufgebaut hatten", bemerkte er und kam zu dem Urteil: "Es ist schade, aber vielleicht reicht es momentan noch nicht für ganz oben." Sieht ganz danach aus.

Kein Zugang

Barten vermisste bei den Seinen die allerletzte, aber entscheidende Konsequenz. "Wir haben heute keinen Zugang im Mittelfeld gefunden und haben uns in vielen Zweikämpfen einfach blöd angestellt." Statt blöd hätte er auch naiv sagen können.

So genügte den Gästen eine überschaubare Vorstellung, um unverhofft zu drei Punkten zu bekommen. Die Sparta-Reserve konzentrierte sich voll auf Defensive und tat dies auf betont traditionelle Weise. Mit Libero und Verteidigern, die diesen Namen tatsächlich verdienten. Sie standen nicht im Raum, wie der moderne Fußball eigentlich lehrt, sondern folgten ihren jeweiligen Gegenspielern praktisch überall hin. Das sah zwar nicht schön aus, war aber effektiv. Dass die Sparta-Abwehr dennoch bedenkliche Löcher offenbarte, war für die Gäste nicht weiter tragisch, "weil wir sie nicht zu unserem Vorteil nutzen konnten", wie Sascha Otten richtigerweise anmerkte.

So genügte den eifrigen Seestädtern letztlich eine gelungene Standardsituation, als Kapitän Nikolai Galvas einen Freistoß aus rund 20 Metern herrlich ins linke obere Toreck schlenzte (23.). Davor und danach vergaben die Hausherren massig Gelegenheiten, die zu einem Gros das Prädikat "hundertprozentig" verdienten. Doch es war wie verhext. Jan-Christian Schröder (4./62./65./70.), Oliver Riekers (52./82.), Nils Ruscher (88.) oder Kolja Sternke (64.) – um einfach mal vier Namen zu nennen – scheiterten wahlweise an der eigenen Abschlussschwäche, am gegnerischen Torwart Muharrem Gülec oder an beidem. "Manchmal haben wir wohl gedacht: Es läuft von alleine", stellte Mike Barten in diesem Zusammenhang fest. Will sagen: Der finale Wille, das Tor unbedingt machen zu wollen, ging den TSV-Akteuren mitunter ab. Selbst in Überzahl klappte es nicht, als Henrique Jose Padinha Fidalgo nach einer üblen Beleidigung gegen Nils Ruscher von Schiedsrichter Bastian Norden mit glatt Rot des Feldes verwiesen wurde (72.).

So beschränkten sich die guten Nachrichten dieses Tages auf zwei Gegebenheiten, die erst für die kommende Spielzeit relevant sind. So wird ab Sommer Dirk Pistol Chefcoach Mike Barten assistieren. "Wir kennen uns bereits aus gemeinsamen Zeiten beim FC Oberneuland", erklärte Barten. Er gibt sich zuversichtlich, was die künftige Zusammenarbeit anbelangt: "Ich bin davon überzeugt, dass das sehr gut bei uns passen wird", betonte er. Darüber hinaus ist es nun offiziell, dass ein weiterer Spieler der TSG Seckenhausen nach Melchiorshauen wechseln wird. Es ist: Danny Pankratz. "Er ist flexibel einsetzbar, spielt zurzeit eher offensiv, er ist aber auch schon in der Viererkette eingesetzt worden", teilte TSV-Teamleiter Markus Hoßfeld mit.

TSV: Aschoff – Kaiser, Sternke, Otten, Sperling – F. Cohrs (46. Schmötzer), Klemptner, Tettenborn (63. Ruscher), Katsis (81. T. Cohrs) – Schröder, Riekers.

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