Basketball-Liga Pro A

Kapitän Breitlauch geht von Bord

Der Kapitän geht von Bord: Publikumsliebling Adrian Breitlauch verlässt die Eisbären Bremerhaven und wechselt innerhalb der Pro A zu einem Ligakonkurrenten.
22.05.2020, 18:12
Lesedauer: 2 Min
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Kapitän Breitlauch geht von Bord
Von Frank Büter
Kapitän Breitlauch geht von Bord

Und tschüs: Adrian Breitlauch verlässt die Eisbären Bremerhaven.

Sven Peter (hansepixx.de)

Bremerhaven. Die Eisbären Bremerhaven verlieren ihr Aushängeschild: Adrian Breitlauch, Eigengewächs, Kapitän und Leistungsträger, verlässt den Basketball-Zweitligisten und wechselt innerhalb der Pro A zu einem Ligarivalen. Der neue Klub will die Verpflichtung Breitlauchs in den kommenden Tagen selbst bekanntgeben, deshalb gibt es hierzu noch keine bestätigte Aussage. Nach Informationen des WESER-KURIER handelt es sich dabei um den Traditionsverein Artland Dragons in Quakenbrück. „Sportlich und menschlich ist das ein Riesenverlust“, sagt Eisbären-­Geschäftsführer Nils Ruttmann. „Wir lieben Addi, die Fans lieben Addi. Aber Basketball ist Profisport: Wir bedauern seine Entscheidung sehr, müssen das aber akzeptieren und wünschen ihm natürlich alles Gute für seine sportliche Zukunft.“

Adrian Breitlauch ist gewissermaßen ein Bremerhavener Urgestein. Er ist in Bremerhaven aufgewachsen. Hat sämtliche Jugendmannschaften des Vereins durchlaufen. Und er hat nach einem Umweg über Itzehoe, wo er mit den Eagles in der Pro B aktiv war, im Sommer 2016 schließlich auch den Sprung in die Profimannschaft der Eisbären geschafft. „Das war mein Kindheitstraum“, sagt er. „Ich bin den Eisbären unendlich dankbar für alles.“ Breitlauch war über viele Jahre eine Symbolfigur im Verein, ein Vorbild gerade auch für junge Basketballsportler. Und der 26-Jährige war überdies auch: der Publikumsliebling schlechthin.

In guten wie in schlechten Zeiten, für „Addi“ Breitlauch war dies nicht nur eine Floskel. Als Bremerhaven im Mai vergangenen Jahres aus wirtschaftlichen und sportlichen Gründen die BBL, also die Basketball-Bundesliga, verlassen musste, blieb Shooting Guard Breitlauch an Bord. Er schlich sich nicht davon, sondern wartete zunächst geduldig auf ein neues Vertragsangebot und stellte sich dann der neuen Herausforderung in der Pro A. Breitlauch übernahm sogar das Kapitänsamt und führte das neu formierte Team schließlich bis auf Platz zwei, ehe die Saison dann Mitte März Corona-bedingt abgebrochen wurde.

„Immerhin haben wir uns damit das sportliche Aufstiegsrecht erkämpft. Das macht eine Schleife drum und rundet das Ganze für mich ab“, sagt Adrian Breitlauch, der in allen 27 Saisonspielen dabei war und im Schnitt bei mehr als 24 Minuten Einsatzzeit 10,1 Punkte erzielte. „Ich denke, ich habe eine ganz vernünftige Saison gespielt“, sagt er auch mit Blick auf seine persönliche Statistik. Jetzt verabschiedet er sich aus seiner Heimatstadt, lässt Familie und Freunde zurück. Schweren Herzens, wie er sagt, denn „ich habe bei den Eisbären eine besondere Zeit erleben dürfen.“ Aber Breitlauch ist eben Basketball-Profi, er benötigt Planungssicherheit. Gerade in dieser schweren Zeit, in der viele Klubs – nicht nur die Eisbären – in wirtschaftlicher Hinsicht arg gebeutelt sind und Mühe haben, verlässlich für die Zukunft zu planen, sei es ein wichtiger Aspekt, frühzeitig Klarheit zu haben, betont Breitlauch.

Bei seinem neuen Arbeitgeber habe er einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet, verrät er dem WESER-KURIER. Und Breitlauch, der ein abgeschlossenes BWL-Studium in der Tasche hat, verrät auch, dass er im direkten Umfeld seines neuen Vereins zudem einen beruflichen Einstieg erhalten und ein Trainee-Programm durchlaufen wird. „Das war mir wichtig mit Blick auf die Karriere nach der Karriere“, sagt Adrian Breitlauch. „Und es ist auch mental ein guter Ausgleich zum strapaziösen Alltag eines Profisportlers.“ Für Breitlauch ist klar, dass die Corona-Pandemie den Profisport verändern wird, dass es große finanzielle Einbußen im sportlichen Bereich geben wird. Auch deshalb habe er erfreut zur Kenntnis genommen, wie sehr sein neuer Klub auf seine Wünsche eingegangen sei, „das ist ein super spannendes Angebot“, sagt Adrian Breitlauch.

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