Basketball-Liga Pro A

Eisbären Bremerhaven drücken aufs Tempo

Hygienekonzepte für die Heimspiele und Spielerverpflichtungen: Bis zum Saisonstart der Pro A am 17. Oktober gegen Rostock haben Bremerhavens Basketballer noch einige Baustellen abzuarbeiten.
23.08.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Eisbären Bremerhaven drücken aufs Tempo
Von Frank Büter
Eisbären Bremerhaven drücken aufs Tempo

Auf ihn wartet noch viel Arbeit: Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann (Mitte), hier beim letzten Heimspiel im März.

Sven Peter/Hansepixx

Saisonstart im Oktober? Oder doch erst Mitte November? Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie waren die Klub-Verantwortlichen der Basketball-Liga Pro A in den Diskussionen vorab lange hin- und hergerissen. Noch vor wenigen Wochen hatte sich eine Zweidrittelmehrheit bei einer Abstimmung gegen eine Aufnahme des Spielbetriebs im Oktober ausgesprochen. Bei der finalen Abstimmung aber gab es nun überraschend doch eine knappe Mehrheit, die dafür votierte, die neue Spielzeit im Oktober anzugehen – allen Herausforderungen und allen im Vorfeld noch zu bewältigenden Arbeiten zum Trotz.

„Es ist ein Mehrheitsbeschluss – und den gilt es nun umzusetzen“, sagt Nils Ruttmann, der Geschäftsführer der Eisbären Bremerhaven. Zwischen den Zeilen hört man heraus, dass den Eisbären ein späterer Start wohl lieber gewesen wäre. „Jetzt müssen wir das Tempo eben anziehen“, sagt Ruttmann. Es gilt, überzeugende Hygienekonzepte mitsamt Abstands- und Wegeregelungen zu entwickeln, um in der Stadthalle Bremerhaven Basketballspiele vor Zuschauern möglich zu machen. „Das muss das Ziel sein“, sagt Ruttmann. „Wir wollen keine Geisterspiele!“

Ziel sind 1000 Zuschauer

Vor dem Hintergrund, dass bundesweit noch bis Ende Oktober Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern grundsätzlich verboten sind, ist die Zahl der Besucher in der Stadthalle Bremerhaven (zumindest anfänglich) nach oben hin also limitiert. Bis zu 1000 Zuschauer beim ersten Heimspiel zum Auftakt am Sonnabend, 17. Oktober (19 Uhr) gegen die Rostock Seawolves hält Ruttmann derweil für eine denkbare und erstrebenswerte Größenordnung, „das wäre ein Traum“, sagt er. Die Stadthalle böte dahingehend mit einem Fassungsvermögen von 4050 Zuschauern, mehreren Ein-, Auf- und Ausgängen und großen Flächen auch im VIP-Bereich und in der Gastronomie viele Möglichkeiten, um den Erfordernissen gerecht zu werden.

„Natürlich müssen ganze Sitzreihen und auch immer wieder einige Sitzplätze dazwischen frei bleiben, um die Abstände einzuhalten“, sagt Ruttmann. Der Vorteil sei aber, dass man im Saisonetat nicht mit einer voll besetzten Halle kalkuliert habe. In der abgebrochenen Vorsaison lag der Zuschauerschnitt der Eisbären knapp über 1000, die Playoff-Spiele hätten diese Zahl bei erfolgreichem Verlauf womöglich noch etwas gesteigert. Jetzt, betont Ruttmann, wäre man einfach nur froh, wenn man im Oktober überhaupt vor Zuschauern starten könnte. Ruttmann betont aber auch: „Die Gesundheit aller Beteiligten und unserer Fans steht bei den Planungen selbstverständlich stets im Vordergrund.“

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Aktuell befinden sich die Klub-Verantwortlichen im intensiven Austausch mit Vertretern der Stadt, des Gesundheitsamtes sowie der Stadthalle Bremerhaven, um ein tragfähiges Konzept unter Berücksichtigung der aktuellen Hygienebestimmungen zu erarbeiten. In der kommenden Woche soll eine Ortsbegehung zur weiteren Abstimmung erfolgen. „Wir werden alles dafür tun, damit wir möglichst viele Fans im Eisbären-Käfig begrüßen können“, verspricht Nils Ruttmann.

„Die derzeitige Situation stellt alle Beteiligten, aber besonders die Vereine vor große Herausforderungen", sagt Christian Krings, Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga Pro A. Zwar könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand sagen, wie sich die Situation dann darstellen wird, jedoch glaube er daran, dass ein Spielbetrieb ab Oktober möglich sei. "Die Vereine haben in den letzten Wochen hervorragende Arbeit geleistet und sehr gute Hygienekonzepte entwickelt", sagt Krings.

Eisbären sind mit dem Spielplan zufrieden

Es wird ein Spielbetrieb sein mit dann nur noch 15 anstatt zuletzt 17 Mannschaften. Absteiger aus der Bundesliga gab es nicht, Chemnitz ist als Tabellenerster der Abbruchsaison aufgestiegen, Schalke 04 hat sein Team aus wirtschaftlichen Gründen aus der Pro A zurückgezogen. Die Hauptrunde besteht also aus 30 Spieltagen mit 28 Partien pro Team und soll bis zum 10. April 2021 dauern. Die besten acht Mannschaften qualifizieren sich für die im Anschluss stattfindenden Playoffs. Mit dem erstellten Spielplan sind die Eisbären um Coach Michael Mai derweil durchaus zufrieden – ganz im Gegensatz zur Vorsaison, als zahlreiche Partien auch an Wochentagen ausgetragen werden mussten. Haupttag für die Heimspiele der Eisbären ist der Sonnabend, Beginn ist in der Regel um 19 Uhr.

Bevor es soweit ist, sind indes noch einige Spielerverpflichtungen zu tätigen. Aktuell haben die Eisbären erst vier Spieler unter Vertrag, weitere Neuzugänge sollen aber zeitnah folgen, kündigt Nils Ruttmann an. Und dann steht ja auch noch eine sportliche Saisonvorbereitung an, die am Freitag, 4. September beginnen soll. Importspieler, die aus dem Ausland, vorzugsweise aus den USA, dazustoßen, sollen bis spätestens Ende August einfliegen, um sich gleich in Kurzzeit-Quarantäne begeben und sich doppelt auf Corona testen lassen zu können. Der beliebte Tag der Fans wird indes ausfallen, „das ist nicht darstellbar“, sagt Ruttmann. Man suche aber nach Alternativen, vorzugsweise im Freien, wo und wie sich die Mannschaft den Anhängern präsentieren kann.

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